42V Bordnetz

Hallo, irgendwann soll ja einmal das 14V-Bordnetz durch das 42V-Bordnetz im Automobil ersetzt werden. Ist dieses dann auch leistungsfähiger? Sind die Amperstunden die die Batterie speichern kann, dann bei gleicher baugröße/gewicht genauso hoch? Wär schön wenn einer das weiss oder mir einen link verraten könnte.
Gruss Tobe

Hallo!
Die hochvoltigen Bordnetze sind sicher die Zukunft des Automobilbaues.
Sie haben den Vorteil, dass man geringere Kabelquerschnitte braucht.
Manche Autos haben heute schon teilweise keine Kabel mehr, sondern auf die Karosserie aufgedruckte Stromleitbahnen. Gerade bei Mercedes gibt es aber damit grosse Probleme. Offenbar ist bei dem 12 V- Bordnetz die Stromstärke zu hoch und überlastet die Klemmstellen. Bei höheren Spannungen ist die Stromstärke bei gleicher Leistung proportional zur Spannung niedriger, dann ist solcher Unsinn auch zuverlässig.
Weiterhin spielen die Xenon-Scheinwerfer sicher eine Rolle, es gibt auch schon Versuche mit LED-Rücklichtern.

Dann gibt es noch den Trend zu den Dynastart-Anlagen, das ist sozusagen eine Kombination von Anlasser und Lichtmaschine. Diese ist in die Schwungscheibe des Motors integriert. Das hat jetzt die Fa. Sachs sozusagen „erfunden“. Das benötigt angeblich eine höhere Bordspannung.
Ich muss aber dazu sagen, dass mir so eine Dynastart-Anlage schon aus einem Motorrad der 30-er Jahre bekannt ist, weiterhin wurde sowas auch in den 50er Jahren in der DDR in den PKW´s verbaut.
Soweit ich weiss, hat das völlig problemlos mit 12 V und auch mit 6 V funktioniert.

Die Batterie wird durch die höhere Bordspannung sicher nicht, und wenn nur geringfügig kleiner werden, aber sicher teurer.
Heute sind bei kleinen Autos Batterien üblich mit 12V 44 AH.
Irgendwann wird die Batterie mal 48V 11AH haben, aber letztendlich bleibt die el. Kapazität gleich.

Grüße, Steffen!

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Danke Steffen für die sehr informative Antwort, die mehr sehr weiterhilft. Gruss Tobe

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Hallo Steffen,

Sie haben den Vorteil, dass man geringere Kabelquerschnitte
braucht.

Aber die Leistung bleibt immer noch dieselbe. Klar, weniger Strom, kleinere Kontakte…

Ich denke, dies wird so ablaufen, wie der Wechsel von 6 Volt- zu 12 Volt-Anlagen. Nämlich über Jahrzehnte hinweg. 24 Volt-Bordnetze haben sich beim Auto nicht durchgesetzt. Ob dies bei 48 Volt so sein wird, weiß ich nicht. Jedoch haben zum Beispiel Halogenlampenhersteller so gut wie keine Äquivalente zu 12 Volt-Birnen in anderen Spannungen.

Die ganze Sache wird mit einem deutlichen Preissprung nach oben sich langsam etablieren. Das betrifft das gesamte Fahrzeug.

Gruß
André

…Nachschlag
Bei uns in der Fa. würde das 42 V-Bordnetz
ganz neue Perspektiven eröffnen…

Wir bauen Lenkunge für Kfz und aufgrund
des max. Stroms & Baugröße von Elektromotoren
können derzeit nur Elektrolenkungen bis
in die Golfklasse entwickelt werden.
Bei 42 V reduziert sich der Strom und die Baugröße…

Startergeneratoren sind glaub ich auch erst mit 42 V sinnvoll. Die sparen Sprit und sind Umweltfreundlich.

Aber vor dem Aufwand der Neuentwicklung scheuen sich die
Hersteller …

Gruß vom

Wolpi

Moin

ich stimm dir ja in fast allem zu aber:

Weiterhin spielen die Xenon-Scheinwerfer sicher eine Rolle, es
gibt auch schon Versuche mit LED-Rücklichtern.

Das erscheint mir ein bisschen komisch. LED’s, selbst die mit richtig hoher Leuchtkraft, brauchen nur max 5V. In einem 42V-Netz müsste man dann mehrere in Serie betreiben… ? Was soll das bringen ?

cu

Hallo alle zusammen,

erstmal: endlich wieder eine interessante Frage!
Also die 42V braucht man wirklich erst dort, wo mit hohen elektrischen Leistungen gearbeitet wird. Wie angesprochen, fallen da die ele. Lenkung drunter aber auch die ele. Bremse, Fahrwerk und auch Scheinwerfer, Dächer, Fensterheber und Musikanlagen! Desweiteren wird über die schon angesprochenen StarterGeneratoren nachgedacht. Aber wenn diese den Verbrauch senken sollen, indem sie den Anfahr- und Beschleunigungsvorgang unterstützen, benötigen auch diese Dinger viiiel Leistung.
Hier ist der Knackpunkt. Die ele. Leistung ist (salopp) Spannung mal Strom. Wenn nun die Spannung verdreifacht wird (14V ->42V), dann kann bei gleicher Leistung der Strom gedrittelt werden. Das heist kleinere Leitungsquerschnitte.
Der Umkehrschluss bedeutet aber auch, das bei gleichem Leiterquerschnitt mehr ele. Leistung zur Verfügung steht. Und das ist die wesentliche treibende Kraft bei der Umsetzung auf das 42V Bordnetz.

Tino

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Danke für die vielen Antworten, hilft mir sehr viel weiter. Weiß jemand vielleicht noch warum man gerade auf 42V kommt ? Was muss sich denn bei den Batterien ändern (oder welche Technik ist aktuell und welche wird kommen) damit die eine Spannung von 42 V liefern. Gruss Tobe

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Moin Tobe,

Danke für die vielen Antworten, hilft mir sehr viel weiter.

Schön wäre nur, wenn Du nicht immer mit Vollquote antworten würdest …

Weiß jemand vielleicht noch warum man gerade auf 42V kommt ?

Ich schätze es liegt daran, weil dies die nach VDE höchste zulässige Berührungsspannung ist. Höhere Spannungen würden wesentlich aufwendigere und daher teuerere und schwerere Schutzmaßnahmen (ähnlich der in der Haustechnik) erfordern.
Ansonsten ist aus den beschriebenen Gründen die höchstmögliche Spannung am wirtschaftlichsten. Das ist überigens das gleiche Prinzip, wie die Hochspannung zur Überbrückung großer Entfernungen.

Was muss sich denn bei den Batterien ändern (oder welche
Technik ist aktuell und welche wird kommen) damit die eine
Spannung von 42 V liefern.

Naja, die Zellenanzahl wird steigen, wenn man bei den derzeit verwendeteten Akkus bleibt: statt 6 mal 2 V dann eben 21 mal 2 V, also vielleicht drei Reihen zu sieben Zellen.
Und die Zellengröße wird sinken, weil sich ja der Strom auf ein 3,5-tel verringert.
Wie letztlich die gesamte Bauform der „Batterie“ aussehen wird, liegt in der Hand der Industrie. Eventuell (wahrscheinlich) werden wir aber bis dahin andere Stromquellen verwenden, zum Beispiel die Brennstoffzelle oder was auch immer. Wir werden sehen, was die Entwicklung bis dahin bringt.
Insgesamt wird es mehr Elektrik im Auto geben, auffällig wird die Verkleinerung von E-Motoren sein. und die Anzahl vermute ich mal. Bei der Elektronik wird man es äußerlich kaum wahrnehmen. Die Funktionen werden allerdings zunehmen. Das Auto wird über kurz oder lang mit Breitbandanschluß ausgestattet selbständig mit dem iNet kommunizieren und so weiter …

Ansonsten sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – laßt den Ideen freien Lauf!

Gruß,
Krstian