Bi-turbo-diesel (Zeitungsartikel/Frage)

Hallo Experten,

habe in der Zeitung einen interessanten Artikel über bi-Turbo-Dieselmotoren entdeckt:

(Zitat)
BMW und Opel helfen dem Turbodiesel auf die Sprünge: mit Doppelturbo sind Spitzenleistungen bei weniger Hubraum und weniger Verbrauch drin/Der Diesel stellt Sportwagen in den Schatten

Nach Direkteinspritzung und Common-Rail bahnt sich beim Diesel der nächste Entwicklungssprung an: Der Doppelturbo. Er kann Motorleistung und Drehmoment auf Sportwagennieveau heben. Vor allem aber soll er Laufkultur und Verbrauch verbessern.

Doppelturbo, Biturbo. Das klingt nach Höchstleistung (Audi RS, Mercedes AMG, Maybach), klingt nach Supersportwagen (Porsche Turbo). Schon bald aber wird die Technik sogar Dieselmotoren Beine machen: Opel nennt sie Twinturbo, BMW sagt Stufenaufladung; beide Marken versprechen sich vom Doppelturbo ein Plus an Laufkultur, ein Minus an Verbrauch. Das Turboloch, bisher störend vor allem bei sehr starken Dieseln – und bei Handschaltung – wird wegplaniert, die neuen Motoren haben Dampf aus dem Drehzahlkeller.
Denn die Schwäche der guten alten Turbodiesel ist ihr Lader – jenes Turbinenrädchen, das Auspuffgase in die Brennräume schaufelt. Der Turbolader müsste eigentlich klein und groß zugleich sein, was bekanntermaßen nicht geht. Klein, damit im unteren Drehzahlbereich schon geringe Mengen an Auspuffgas die Turbine kräftig in Schwung bringen. Groß, damit große Mengen bei Vollgas und hohen Drehzahlen ungehindert durchströmen können. Eine variable Turbinengeometrie (VTG), heute weitgehend Allgemeingut, vermag beide Forderungen bis zu einem gewissen Grad unter einen Hut zu bringen – aber eben nur bis zu einem gewissen Grad.
Ein nahe liegender Ausweg wäre, zwei Lader zu verwenden. Eine Abgasklappe wäre dann dafür zuständig, dass nur der jeweils passende Lader arbeitet. Eine solche Klappe allerdings muß unter unwirtlichen Bedingungen ihr Dasein fristen: Temperaturen um die 600 Grad, keine Schmierung möglich, und dennoch muß die Klappe leicht beweglich sein, darf nicht verzundern und keine Ablagerungen ansetzen.
Opel und BMW haben dieses technologische Problem offenbar gelöst. Beide haben die Serienfertigung eines Doppelturbomotors angekündigt: BMW will bereits ab kommenden Herbst den 535d bauen, Opel ab 2006 in die Serienfertigung einsteigen. Eine Fahrzeugstudie allerdings gibt es bereits, den Opel Vectra OPC. In ihm durchströmt das Auspuffgas bis etwa 1800 U/min ausschließlich die kleine Turbine. Darüber gibt die Klappe allmählich den Weg zur großen frei, ab 3000 U/min arbeitet diese dann alleine. Ergebnis ist ein Ladedruck von 3,2 Bar gegenüber den 2,5 Bar des Serien-Vectra. Die Leistung des neuen 1,9-Liter-Vierzylinderaggregats aus dem Motorenverbund mit Fiat steigt mit Doppelturbo von 150 PS/110 kW auf respektable 212 PS/156 kW. Das Drehmoment wächst von 315 auf 400 Nm, die bereits ab 1400 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stehen. Technisch wären sogar 460 NM drin, aber die verkraftet das Getriebe nicht. Umgerechnet auf einen Liter Hubraum leistet dieser Opel-Diesel 112 PS – mehr als ein Ferrari Enzo, fast so viel wie ein Porsche 911 Turbo oder ein Honda S 2000.
Beim BMW 535d beträgt der höchste Ladedruck 2,85 Bar. Die Leistung des Dreiliter-Sechszylinders wächst von 218 PS/160 KW auf 272 PS/200 kW, das Drehmomentmaximum sind 560 Nm bei 2000 U/min. 500 Nm werden bereits bei 1500 U/min erreicht.
Für die Zukunft bedeutsam ist die neue Technik freilich nicht wegen solcher Höchstleistungen. Sondern weil sie gewissermaßen erlaubt, die Motoren zu verkleinern: Leistungen, für die man heute einen Dreiliter-Sechszylinder braucht, schüttelt morgen ein Zweiliter-Vierzylinder aus dem Ärmel. Was heute dieser Zweiliter-Vierzylinder kann, bringt morgen ein 1,4-Liter-Dreizylinder zuwege. Kleinere Motoren sind leichter, sie passen in einen kleinen Motorraum und damit in ein kleineres und leichteres Auto. Eventuell werden sie trotz der aufwendigen Turbotechnik sogar preiswerter sein. Auf jeden Fall sind sie sparsamer. Der Vectra OPC gibt erste Hinweise auf das Sparpotential: Trotz 212 PS und 400 Nm Drehmoment liegt der Verbrauch auf dem Niveau des deutlich schwächeren 150-PS-Serienmodells; um die sechs Liter Diesel pro 100 Kilometer. (Stefan Woltereck) (Zitat Ende)

(Quelle: Sonntag Aktuell, 11.04.2004)

Wenn man den Artikel liest, könnte man annehmen, der Trend ginge zu Bi-Turbo-Diesel-Motoren. Dem Anschein nach zunächst im Bereich der „Sport-Diesel“, später dann – falls ich das richtig deute - eventuell für die Massen-Motorisierung mit Butter-und-Brot-Autos (Stickwort: Down-Sizing). Die Vision klingt verlockend: Mehr Leistung bei weniger Hubraum und weniger Gewicht und geringem Verbrauch.

Ich frage mich dabei nur: Ist diese Vision realistisch in Bezug auf ZUVERLÄSSIGKEIT und HALTBARKEIT der Motoren??? Laufleistungen mit 300.000 km bei derart hochgezüchteten Motoren erscheinen mir unrealistisch, die Materialbelastung ist enorm.

Ciao, Christoph.

Hallo !

Jetzt mal Hand aufs Herz : Warum dieser Vortrag?

Motoren können nur soviel leisten, wie sie selbst aushalten und nicht auseinanderfliegen. Aus einem 60 kW-Motor kannst Du für ein paar Minuten 300 kW herausholen, dann fliegt er Dir um die Ohren.
Motoren mit vier Turbinen gibt es schon seit hundert Jahren, nur - sie sind auch stabil!! Sie ertragen ihre eigene Leistung.

gruß max

Tja,dann werden die Steuern ja bald wieder munter ansteigen. Wenn jeder mit so einem kleinen Motor rumfährt, verdient der Staat ja nicht mehr dran …

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Christoph!

Wenn man den Artikel liest, könnte man annehmen, der Trend
ginge zu Bi-Turbo-Diesel-Motoren. Dem Anschein nach zunächst
im Bereich der „Sport-Diesel“

Ein Sport Diesel also, der immer noch klingt wie ein Traktor und einer Motorcharakteristik bei der einem das Gesicht einschlaeft, weil ein Diesel nur bis 4000 Touren hochfaehrt? Naja…

, später dann – falls ich das
richtig deute - eventuell für die Massen-Motorisierung mit
Butter-und-Brot-Autos (Stickwort: Down-Sizing). Die Vision
klingt verlockend: Mehr Leistung bei weniger Hubraum und
weniger Gewicht und geringem Verbrauch.

Down Sizing? Noch mehr Renn-Go-Karts? Nee danke! Seit wann sind denn Diesel Motoren leichter als Benziner? Die Register Technik ist nicht neu und ein Bi-Turbo wird bei Einspritzern schon lange verwandt.

Ich frage mich dabei nur: Ist diese Vision realistisch in
Bezug auf ZUVERLÄSSIGKEIT und HALTBARKEIT der Motoren???

Zuverlaessig sind sie. Haltbar natuerlich weniger. Mehr Leistung -> hoeherer Verschleiss -> geringere Haltbarkeit.

Laufleistungen mit 300.000 km bei derart hochgezüchteten
Motoren erscheinen mir unrealistisch, die Materialbelastung
ist enorm.

Welcher Motor wird denn heute noch fuer 300.000km konzipiert? Genau, keiner! Alles im Sinne der Ertragsmaximierung. Die Kosten muessen gesenkt werden. Material wird duenner und weniger haltbar. Plus die Tatsache, dass die Haltbarkeit eines Fahrzeugs mit dem Innovationszyklus eines Unternehmens uebereinstimmt.

TapouT

Welcher Motor wird denn heute noch fuer 300.000km konzipiert?
Genau, keiner! Alles im Sinne der Ertragsmaximierung. Die
Kosten muessen gesenkt werden. Material wird duenner und
weniger haltbar. Plus die Tatsache, dass die Haltbarkeit eines
Fahrzeugs mit dem Innovationszyklus eines Unternehmens
uebereinstimmt.

Hallo TapouT,

also lag ich mit meiner Vermutung doch richtig! Die Überdimensionierung bei der Konstruktion (wie bei den legendären alten 200er-Diesel-Mercedes) ist vorbei.

Spreche auch aus eigener Erfahrung, nachdem ich meinen TDI von 90 auf 115 PS per Chip tunen ließ. Am Tage des Tunings war die Kupplung hinüber. Gut, man könnte nun einwenden: „Dafür war der Motor ja auch nicht vom Hersteller konstruiert – selbst schuld!“
Dennoch kann man sich leicht ausmalen, daß an sich recht geringe Eingriffe, z. B. bei mir Erhöhung des Ladedrucks von 1,0 auf 1,3 bar die Materialbelastung erhöhen. Mag mir gar nicht vorstellen, wie das bei den im Zeitungsartikel genannten 3 bar Ladedruck aussieht!!!

Meines Wissens bieten viele Hersteller die Grundmotoren mit relativ geringen Modifikationen (sprich: Materialverstärkungen) in mehreren Leistungsstufen an – also die Mehrleistung nicht großartig konstruktiv berücksichtigt wird. Das muß ja auf Kosten der Zuverlässigkeit/Haltbarkeit gehen.

Folglich wäre es in meinen Augen wohl sinnvoller auf ein gesundes Hubraum/Leistungsverhältnis zu achten, anstelle eines überzogenen down-sizings aus dem kleinsten Hubraum mittels Turbo(s) möglichst viel Leistung zu pressen.

Ciao, Christoph.

P.S Hallo Max, deshalb auch meine Frage im Forum!

Hallo Christoph,

also lag ich mit meiner Vermutung doch richtig! Die
Überdimensionierung bei der Konstruktion (wie bei den
legendären alten 200er-Diesel-Mercedes) ist vorbei.

so lange die Daimler-Diesel auch gehalten haben, so schnell war damals die Karrosserie durchgerostet. Die „gute alte Zeit“ hatte nicht nur Sonnenseiten ! Insgesamt sind die Autos zuverlässiger und wartungsarmer geworden (zumindest die Mechanik, bei der Elektronik habe ich so meine Zweifel…).

Spreche auch aus eigener Erfahrung, nachdem ich meinen TDI von
90 auf 115 PS per Chip tunen ließ. Am Tage des Tunings war die
Kupplung hinüber. Gut, man könnte nun einwenden: „Dafür war
der Motor ja auch nicht vom Hersteller konstruiert – selbst
schuld!“

Hat der 90 PS TDI tatsächlich eine andere Kupplung als der 110 / 115 PS TDI ?

Dennoch kann man sich leicht ausmalen, daß an sich recht
geringe Eingriffe, z. B. bei mir Erhöhung des Ladedrucks von
1,0 auf 1,3 bar die Materialbelastung erhöhen. Mag mir gar
nicht vorstellen, wie das bei den im Zeitungsartikel genannten
3 bar Ladedruck aussieht!!!

Bei 3 bar Ladedruck sind die Bauteile der Belastung angepasst. Bei einer nachträglichen Erhöhung von 1,0 auf 1,3 bar wohl eher weniger.

Meines Wissens bieten viele Hersteller die Grundmotoren mit
relativ geringen Modifikationen (sprich:
Materialverstärkungen) in mehreren Leistungsstufen an – also
die Mehrleistung nicht großartig konstruktiv berücksichtigt
wird. Das muß ja auf Kosten der Zuverlässigkeit/Haltbarkeit
gehen.

Den 1,9 l TDI gab es mit 90 PS und 110 / 115 PS. Der Grundmotor mußte also schon auf 115 PS ausgelegt sein, hat somit in der Form von 90 PS erhebliche Reserven.

Folglich wäre es in meinen Augen wohl sinnvoller auf ein
gesundes Hubraum/Leistungsverhältnis zu achten, anstelle eines
überzogenen down-sizings aus dem kleinsten Hubraum mittels
Turbo(s) möglichst viel Leistung zu pressen.

Zum Thema Haltbarkeit: kennt jemand von Euch schon Smart-Fahrzeuge, die erhebliche KM-Leistungen vollbracht haben ?

Grüsse

Sven

Hi!

also lag ich mit meiner Vermutung doch richtig! Die
Überdimensionierung bei der Konstruktion (wie bei den
legendären alten 200er-Diesel-Mercedes) ist vorbei.

so lange die Daimler-Diesel auch gehalten haben, so schnell
war damals die Karrosserie durchgerostet. Die „gute alte Zeit“
hatte nicht nur Sonnenseiten ! Insgesamt sind die Autos
zuverlässiger und wartungsarmer geworden (zumindest die
Mechanik, bei der Elektronik habe ich so meine Zweifel…).

Da bin ich mir nicht so sicher.
Einen Mercedes 240D konnte man locker 500.000 Km mit einer Maschine und 2 Sätzen Kuplungen fahren.
Man benötigte alle 10.000 Km einen Ölwechsel. Bei VW sind es bei den TDIs zeitweise 15.000 km gewesen.
Ein Wechsel der Steuerkette beim alten Benz machte man alle 150.000 - 200.000 Km für 200 Mark. Heute kostet der Zahnriemenwechsel alle 60.000 - 80.000 Km 800 Euro…
U.s.w.

Spreche auch aus eigener Erfahrung, nachdem ich meinen TDI von
90 auf 115 PS per Chip tunen ließ. Am Tage des Tunings war die
Kupplung hinüber. Gut, man könnte nun einwenden: „Dafür war
der Motor ja auch nicht vom Hersteller konstruiert – selbst
schuld!“

Die Kupplung war garantiert bereits vorher hinüber…

Hat der 90 PS TDI tatsächlich eine andere Kupplung als der 110
/ 115 PS TDI ?

Vermutlich nicht.

Dennoch kann man sich leicht ausmalen, daß an sich recht
geringe Eingriffe, z. B. bei mir Erhöhung des Ladedrucks von
1,0 auf 1,3 bar die Materialbelastung erhöhen. Mag mir gar
nicht vorstellen, wie das bei den im Zeitungsartikel genannten
3 bar Ladedruck aussieht!!

Bei 3 bar Ladedruck sind die Bauteile der Belastung angepasst.
Bei einer nachträglichen Erhöhung von 1,0 auf 1,3 bar wohl
eher weniger.

So sehe ich das auch.

Meines Wissens bieten viele Hersteller die Grundmotoren mit
relativ geringen Modifikationen (sprich:
Materialverstärkungen) in mehreren Leistungsstufen an – also
die Mehrleistung nicht großartig konstruktiv berücksichtigt
wird. Das muß ja auf Kosten der Zuverlässigkeit/Haltbarkeit
gehen.

Den 1,9 l TDI gab es mit 90 PS und 110 / 115 PS. Der
Grundmotor mußte also schon auf 115 PS ausgelegt sein, hat
somit in der Form von 90 PS erhebliche Reserven.

Der erste 1,9 TDI basierte wohl auf dem 1,9 TD aus Golf 2 / Audi 80 mit 60/75/80 PS. Daher ist man bei der letzten Ausbaustufe mit 150 PS im Golf 4 4Motion locker beim doppelten Wert, was die schlechte Haltbarkeit der VW TDIs mit 4 Zylindern zumindest teilweise erklären dürfte.

Folglich wäre es in meinen Augen wohl sinnvoller auf ein
gesundes Hubraum/Leistungsverhältnis zu achten, anstelle eines
überzogenen down-sizings aus dem kleinsten Hubraum mittels
Turbo(s) möglichst viel Leistung zu pressen.

Ich denke, hier ist eine Kombination durchaus sinnvoll.
Zwei Turbolader, deren einer nur zur Unterstützung für die unteren Drehzahlen fungiert, sind eine sinnvolle Lösung, unabhängig von der Auslegung des übrigen Triebwerkes.
Eine Literleistung von 80 PS macht wohl wenig Sinn. Bei meinem 3 Liter Diesel liegt sie bei gut 60 PS, was der ganzen Sache ienerseits etwas gemächliches, andererseits aber auch vertrauenerweckendes gibt.

Zum Thema Haltbarkeit: kennt jemand von Euch schon
Smart-Fahrzeuge, die erhebliche KM-Leistungen vollbracht haben
?

Habe letztens einen gebrauchten mit 70.000 km gesehen. Hätte nie gedacht, dass die Dinger so lange halten… :wink:

Grüße,

Mathias

Hi Sven!

so lange die Daimler-Diesel auch gehalten haben, so schnell
war damals die Karrosserie durchgerostet. Die „gute alte Zeit“
hatte nicht nur Sonnenseiten ! Insgesamt sind die Autos
zuverlässiger und wartungsarmer geworden (zumindest die
Mechanik, bei der Elektronik habe ich so meine Zweifel…).

Kann ich so nicht unterschreiben. Der alte W124 laeuft und laeuft und laeuft… und rostet auch nicht. Taxi Fahrer liebten das Auto. Wartungsintervalle einhalten und fertig.

Den 1,9 l TDI gab es mit 90 PS und 110 / 115 PS. Der
Grundmotor mußte also schon auf 115 PS ausgelegt sein, hat
somit in der Form von 90 PS erhebliche Reserven.

Das ist so nicht richtig. Einzelne Bauteile wurden verstaerkt. Wenn es die Aggregate auch mit verschiedenen Leistungszahlen gibt und vom Grundprinzip der gleiche Motor ist, ist der Motor noch lange nicht identisch bis auf die Programmierung. Das zu denken waere fatal.

Der 1.8T 150PS aus dem A3 ist nicht identisch mit dem 1.8T aus dem S3/TT, welcher 225PS mobilisiert. Wer meint hier ueber einfaches chippen mal eben 75PS aus seinem Motor kitzeln zu koennen, ohne den Rest (Motor, Getriebe, Zylinderkoepfe, Turbolader) anzupassen ist schief gewickelt. Tatsaechlich werden bei diesem „gleichen“ Motor 2 voellig unterschiedliche Turbolader eingebaut.

Zum Thema Haltbarkeit: kennt jemand von Euch schon
Smart-Fahrzeuge, die erhebliche KM-Leistungen vollbracht haben
?

Wer faehrt denn damit auch lange Strecken? Das Teil ist grotten unbequem, also fuer Vielfahrer ungeeignet. Ich kenne ausserdem nur einen Smart Fahrer, aber der hat auch 'nen 2. Fuer eine Bewertung ist der Smart noch zu jung.

TapouT

Hi Christoph!

also lag ich mit meiner Vermutung doch richtig! Die
Überdimensionierung bei der Konstruktion (wie bei den
legendären alten 200er-Diesel-Mercedes) ist vorbei.

Definitiv!

Spreche auch aus eigener Erfahrung, nachdem ich meinen TDI von
90 auf 115 PS per Chip tunen ließ. Am Tage des Tunings war die
Kupplung hinüber. Gut, man könnte nun einwenden: „Dafür war
der Motor ja auch nicht vom Hersteller konstruiert – selbst
schuld!“

Die Kupplung geht normalerweise nicht von jetzt auf gleich kaputt. Sie war wohl schon so gut wie hinueber und die zusaetzliche Leistungssteigerung hat ihr dann am betreffenden Tag den Rest gegeben.

Kupplung hat nichts mit dem Motor zu tun. Kupplung ist nur nicht fuer dauerhaften Betrieb von Mehrleistung optimiert.

Dennoch kann man sich leicht ausmalen, daß an sich recht
geringe Eingriffe, z. B. bei mir Erhöhung des Ladedrucks von
1,0 auf 1,3 bar die Materialbelastung erhöhen. Mag mir gar
nicht vorstellen, wie das bei den im Zeitungsartikel genannten
3 bar Ladedruck aussieht!!!

Bei Dieseln ist der Ladedruck wesentlich hoeher als 3 bar, lediglich bei Saugern sind 3 bar schon seeeehr extrem. Dass hier eine Ueberbeanspruchung ALLER Materialien anliegt ohne entsprechende Anpassung muss ihc hier wohl nicht erwaehnen. MTM baut einen S3 mit knapp 500PS. Der Lader ist ein anderer und ermoeglicht einen Druck von 3 bar. Was hierfuer alles angepasst werden musste kann man der Seite entnehmen :address http://www.mtm-online.de

Meines Wissens bieten viele Hersteller die Grundmotoren mit
relativ geringen Modifikationen (sprich:
Materialverstärkungen) in mehreren Leistungsstufen an – also
die Mehrleistung nicht großartig konstruktiv berücksichtigt
wird. Das muß ja auf Kosten der Zuverlässigkeit/Haltbarkeit
gehen.

Rischtisch! Immer aufpassen. 1.8T ist nicht gleich 1.8T. Viele Veraenderungen stecken im Detail und sind so fuer den Laien nicht ersichtlich.

Folglich wäre es in meinen Augen wohl sinnvoller auf ein
gesundes Hubraum/Leistungsverhältnis zu achten, anstelle eines
überzogenen down-sizings aus dem kleinsten Hubraum mittels
Turbo(s) möglichst viel Leistung zu pressen.

Naja, das ist eine Geschmacksfrage in meinen Augen. Ich mag Turbolader und auch deren Charakteristik. Ich mag nur nicht die Entwicklung in Deutschland, dass hier vehement nach Dieseln geforscht wird, nur weil Diesel steuerlich bevorteilt wird. Der Anschluss ist bereits verpasst und auch ein Registerturbo wird nichts daran aendern, dass die Amis, die Chinesen, die Japaner, die Suedamerikaner und die Australier keine Diesel fahren werden. Die Japaner setzen erfolgreich auf Hybrid Motoren und Deutschland bleibt auf den Dieseln sitzen.

Leistung kam schon immer durch Hubraum. Muscle Cars haben auch heute noch viel Hubraum zu relativ wenig PS. Mustang 3.8l 140PS. Dafuer haben sie mehr Drehmoment, also Power ohne Ende.

Ich liebe Turbos und Bi-Turbos und sie bieten eben gute Tuningmoeglichkeiten. Sie holen viel Leistung aus wenig Hubraum, aber ein Lader nimmt sich, wenn er getreten wird. Kraft kommt von Kraftstoff. Ob man nun lieber Sauger oder Turbo faehrt ist aber eine reine Geschmacksfrage, denn unterm Strich kommt das gleiche bei raus.

TapouT

Hallo Sven,

Hat der 90 PS TDI tatsächlich eine andere Kupplung als der 110
/ 115 PS TDI ?

Ja! Das weiß ich, weil bei mir ja eine neue Kupplung fällig war. Wollte ursprünglich eine stärkere Kupplung z. B. vom 110 oder 130 PS TDI einbauen lassen - Auskunft der Werkstatt: Die paßt nicht! So mußte ich notgedrungen eine Kupplung für den 90 PS-TDI (wieder-)einbauen lassen. Habe allerdings ein Modell genommen, daß nicht von VW stammt, aber für den 9o PS-Diesel paßt.

Den 1,9 l TDI gab es mit 90 PS und 110 / 115 PS. Der
Grundmotor mußte also schon auf 115 PS ausgelegt sein, hat
somit in der Form von 90 PS erhebliche Reserven.

Das dachte ich eigentlich auch, gerade weil es sich beim 90 PS um den schwächsten Turbo handelt.
Die 115 PS-Variante ist mit der 90/110 PS-Variante nicht vergleichbar, da es sich um die Pumpe-Düse-Version handelt.

Ciao, Christoph.

Hallo Mathias,

Spreche auch aus eigener Erfahrung, nachdem ich meinen TDI von
90 auf 115 PS per Chip tunen ließ. Am Tage des Tunings war die
Kupplung hinüber. Gut, man könnte nun einwenden: „Dafür war
der Motor ja auch nicht vom Hersteller konstruiert – selbst
schuld!“

Die Kupplung war garantiert bereits vorher hinüber…

Wie mir im Nachhinein der Typ von der Tuning-Firma erklärte, war meine Kupplung wohl zum Zeitpunkt des Tunings bereits angeschlagen (km-Stand damals immerhin 80.000). Nur: Ich hatte davon (noch) nichts mitbekommen. Erst durch die erhöhte Motorleistung kam dies zum Vorschein. Die Kupplung rutschte im 4. und 5. Gang und die Motorelektronik schaltete ins Notprogramm. Wahrscheinlich hätte ich noch viele tausend Kilometer ohne Tuning fahren können, bis die Kupplung bei der Serienleistung Schwächen gezeigt hätte…

Hat der 90 PS TDI tatsächlich eine andere Kupplung als der 110
/ 115 PS TDI ?

Vermutlich nicht.

Das habe ich weiter oben schon erklärt.

Der erste 1,9 TDI basierte wohl auf dem 1,9 TD aus Golf 2 /
Audi 80 mit 60/75/80 PS. Daher ist man bei der letzten
Ausbaustufe mit 150 PS im Golf 4 4Motion locker beim doppelten
Wert, was die schlechte Haltbarkeit der VW TDIs mit 4
Zylindern zumindest teilweise erklären dürfte.

Es liegen schon ein paar Entwicklungsstufen und bauliche Veränderungen dazwischen. Unter anderem handelt es sich beim 150 PS-TDI um Pumpe-Düse-Systeme. Die gab es bei den ersten Direkteinspritzer-Dieseln noch nicht.

Ciao, Christoph.

Hi an alle,

ist das normal, daß Diesel-Turbos mit Ladedruck von 2-3 bar fahren? Das ist ja doch eine völlig andere Größenordnung als bei Benzinern (meiner wird mit gerade mal 0,8 zwangsbeatmet). In der Formel 1 wurde 87/88 der ladedruck erst auf 4,0 bar, dann auf 2,5 bar begrenzt.

etwas verblüfft über die Relationen
Tomcat

Hi!

Der erste 1,9 TDI basierte wohl auf dem 1,9 TD aus Golf 2 /
Audi 80 mit 60/75/80 PS. Daher ist man bei der letzten
Ausbaustufe mit 150 PS im Golf 4 4Motion locker beim doppelten
Wert, was die schlechte Haltbarkeit der VW TDIs mit 4
Zylindern zumindest teilweise erklären dürfte.

Es liegen schon ein paar Entwicklungsstufen und bauliche
Veränderungen dazwischen. Unter anderem handelt es sich beim
150 PS-TDI um Pumpe-Düse-Systeme. Die gab es bei den ersten
Direkteinspritzer-Dieseln noch nicht.

Das ist klar.
Es geht mir vielmehr um den Rumpfmotor, der mit der Zeit durch verbesserte Turbolader, höhere Ladedrücke sowie über verschiedene Ausbaustufen des Einspritzsystems aufgeputscht worden ist.
Natürlich ist dies kein reines VW-Problem. BMW hat die Leistung des 2,5 Liter Turbodiesels mit den Jahren auch von 88 auf 177 PS entwickelt.
Nur in diesem Fall funktioniert es…

Grüße,

Mathias

Hi!

ist das normal, daß Diesel-Turbos mit Ladedruck von 2-3 bar
fahren? Das ist ja doch eine völlig andere Größenordnung als
bei Benzinern (meiner wird mit gerade mal 0,8 zwangsbeatmet).

Ist der Dieseldruck nicht weitaus hoeher? Der Benziner mit 0,8 kommt hin. Ein RS6 faehrt mit einem Ladedruck von 0,9bar. Durch chippen werden diese Werte auf (sinnvoll MAX) 1,3-1,5bar erhoeht. Extrem: 3,0bar meistens aber mit vielen Umbauten. Zylinder Koepfe, Zylinderblock, Kupplung etc. pp.
Guckst Du hier: address:http://www.mtm-online.de

S3 mit knapp 500PS und 3 bar. Die Liste der entsprechenden Anpassungen ist dementsprechend lang und der Preis hoch.

In der Formel 1 wurde 87/88 der ladedruck erst auf 4,0 bar,
dann auf 2,5 bar begrenzt.

In der Formel 1 ist der Turbolader schon seit langer Zeit abgeschafft. Wenn die heute noch mit Lader fahren duerften, dann haetten wir wohl eine Leistung von nicht unter 1000PS, sondern duerften wohl eher in einer Liga drueber mitspielen so 2000-3000PS?

etwas verblüfft über die Relationen

3bar ist EXTREM und wird so fuer die Serientechnik bei Benzinern nicht angewandt.

TapouT