Hallo Michael!
habe gehört beim Golf V gäbe es deutliche Qualitätsprobleme,
unter anderem sagte das auch jemand, der in einer
VW-Niederlassung arbeitet. Was ist da dran?
Das Auto ist ja nicht gerade preiswert … also würde ich auch
perfekte Qualität erwarten.
Über den Golf V kann ich nichts sagen, sehe nur am Passat, daß Qualität und Zuverlässigkeit bei VW nicht passen. Komfortabel und gut gedacht, aber anfällig. Die Summe der Kleinigkeiten wurde für mich inzwischen so lästig, daß ich mir keinen VW mehr kaufen würde.
Elektrische Steckverbindungen in Staubschutzkappen sind sicher zweckmäßig. Aber was nützt es, wenn an Kabelverlegung und Detailkonstruktion das letzte Finish fehlt, so daß die Staubschutzkappe betriebsmäßig überdehnt wird, irgendwann reißt und undicht wird. Es kostet keinen Cent, an der Stelle etwas mehr zu überlegen, aber das fehlt eben (das Beispiel der Steckverbindung am Luftmassenmesser ist repräsentativ für etliche weitere Stellen). Wenn sich plötzlich die geteilte Rückenlehne nicht mehr arrettieren läßt, weil im Schließmechanismus ein Kunststoffteil zu schwach dimensioniert ist und bricht, ist das ebenso wenig witzig wie die mangelhafte Qualität der Alcantara-Streifen in der sündhaft teuren Lederausstattung. Die Ladekante des Kombis ist mit einem robusten Profil geschützt, aber das ist brotlose Kunst, weil die hintere Stoßstange auf beinahe gleiche Höhe ungeschützt daliegt und rein nichts verträgt. Die Liste der konstruktiven Mängel, die von Lieblosigkeiten bis zu glatten Fehlern reichen, läßt sich beinahe beliebig fortsetzen.
Dazu kommen etliche Rückrufaktionen, die z. T. gravierende Fehler betreffen. Von der Gefahr einer nicht sauber einrastenden Anhängerkupplung bis zur Spannrolle des Zahnriemens, die zum Brechen neigt (ist mir auf der Autobahn passiert), wurde vor Serienanlauf offensichtlich nicht ausgiebig genug erprobt.
Einige Details sind schon fast belustigend. Die Lage des vom Schalthebel verdeckten Aschenbechers wurde offensichtlich von einem Nichtraucher geplant und der elegant ausschwenkende Becherhalter verdeckt den Aschenbecher vollends… Das ist zwar Pipifax, aber man merkt regelrecht, daß die Konstrukteure entweder keine Zeit oder keine Lust mehr hatten. Feinheiten, daß bei feuchter Witterung schon mal die Alarmanlage von alleine Rabatz macht, mag ich schon gar nicht mehr erwähnen.
Falls mal wieder eine Neuanschaffung ansteht, werde ich mich für Mazda, Toyota o. ä. oder Volvo entscheiden. Gegen einen hohen Kaufpreis gibt es nichts einzuwenden, wenn die Qualität stimmt. Wenn man aber eine Mängelliste gleich mitkauft und ein nicht bis ins Detail durchentwickeltes Produkt erhält, bin ich nicht mehr dabei. Die Herrschaften von VW müssen vermutlich erst wirtschaftlich grob etwas zwischen die Hörner bekommen, bevor sie die Lektion lernen.
Gruß
Wolfgang