Hallöchen.
Da hier schon die Reihen- und V6- Fraktion sowie die Vierzylinder- Fans unterwegs sind, teile ich meine Sicht der Dinge auch mal mit.
Dieses ist, vereinfacht gesagt, die Kraft, die der Motor auf die Kurbelwelle stemmt. Die Anzahl der Zylinder ist da weniger interessant als das Verhältnis von Bohrung und Hub. Ein kurzhubiger Motor wird tendenziell drehfreudiger, aber drehmomentschwächer sein als ein langhubiger. Die theoretisch mögliche Maximaldrehzahl hat ebenfalls etwas mit diesem Verhältnis zu tun, weil die Kolbengeschwindigkeit eines Langhubers bei gleicher Drehzahl und gleichem Hubraum größer sein muss als die eines Kurzhubers.- Leistung
Die Leistung eines (Benzin-) Verbrennungsmotors wird in erster Linie durch den Füllungsgrad bei gegebener Drehzahl bestimmt. Den Füllungsgrad wiederum kann ich beeinflussen, indem ich z.B. die Anzahl der Ventile pro Zylinder erhöhe, ggf. den Einspritzdruck verändere oder zusätzliche Luft in den Verbrennungsraum einführe. Ein Sechszylinder wird bei gleichen Ausgangsparametern dann einen höheren Füllungsgrad haben als der Vierer, wenn der Hub der Zylinder verkleinert wird. Damit verändert sich aber das Verhältnis Hub/Bohrung (wird kleiner) -> ergo sinkt das Drehmoment und steigt die Drehfreude. Eine Verkleinerung der Bohrung ist eher nicht zielführend, weil der Motor langhubiger wird, was den Füllungsgrad verschlechtert.
Damit ergibt sich, dass mit einem Sechszylinder des gleichen Volumens eine höhere Maximaldrehzahl erreicht werden kann, bei gegebener Drehzahl jedoch das Drehmoment eher sinken wird.
Zum Thema Verbrauch : macht es beim Vierzylinder viermal bumm, rappelt es beim Sechser sechsmal. Das heißt, dass die Anzahl der Verbrennungsvorgänge beim Sechser eineinhalb mal so hoch ist wie beim Vierer. Die eingespritzte oder angesaugte Kraftstoffmenge aber ist die gleiche (viermal x ist dasselbe wie sechsmal vier Sechstel x). Mehrere Dinge treten nun miteinander in Widerstreit : Die größere Masse des bewegten Einzelteils beim Vierer zur größeren Anzahl der Einzelteile beim Sechser; die Einspritz- oder Vergaseranlage des Sechsers, vor allem die Auspuffanlage, sind aufwendiger und der Motor damit tendenziell schwerer. Außerdem muss der Sechser mehr ausgedreht und somit häufiger geschaltet werden (das nutzbare Drehzahlband, nämlich der Unterschied zwischen max. Drehmoment und max. Leistung, ist schmaler).
Was heißt dieser lange Sums in Konsequenz?
Wer „sportlich“ (viel rühren, hoch drehen) will, ist mit dem Sechser besser bedient, muss das aber mit Sprit bezahlen. Schaltfaule Menschen und solche, die gern Sprit sparen, sollten zum Vierer greifen, bezahlen das aber mit einem Verlust an Laufkultur. Als Zugwagen wird ebenfalls eher der Vierer in Frage kommen …
meiner humpelnden Meinung nach stellt sich die Ausgangsfrage aber so nicht, weil der hubraumgleiche Sechser i.a. eine höhere Leistung als der Vierer haben wird - es sei denn, letzterer hat Turbo, Kompressor, mehr Ventile, ist höher verdichtet oder weißderuhuwas.
Gruß kw
*ei äm nott e dibbl intsch!*