Auto: Mietkauf - was, wie, wo

Hallo,

was ist bzw. wie funktioniert genau Mietkauf in Sachen Auto und was ist der Unterschied zu Leasing z.B.?

Was ist bei Mietkauf z.B. im Reparaturfall, zahlt man das selbst?
Angeblich zahlt das der Autohändler?

Besteht die Pflicht zur jährl. Inspektion?
Wer bezahlt die?

Was bekommt der Händler als „Sicherheit“?

Braucht es eine Anzahlung?

Wo ist eigentlich der Haken an der Sache?

Ich hab über zig Ecken (daher leider nur ungenau) gehört, dass sich Leute für angeblich 125 Euro im Monat für 3 Jahre ein neues Auto holen, keinerlei Reparaturen zahlen müssen und nach 3 Jahren einen neuen Vertrag abschließen - mehr weiß ich leider auch nicht.

Danke für eure Tips.
Christina

Auto Leasing Finanzierung Mietkauf
Hi!

was ist bzw. wie funktioniert genau Mietkauf in Sachen Auto
und was ist der Unterschied zu Leasing z.B.?

Es gibt üblicherweise auf dem Markt drei Möglichkeiten der Autofinanzierung/Miete:

1.) Finanzierung:
der gesamte Kaufpreis wird mit einem gewissen Zinssatz zwischen zumeist 0 - 8% über einen zu definierenden Zeitraum, meistens 36 Monate, abgestottert. Manchmal gibt es eine Anzahlung (in geld oder über die Inzahlungnahme des Altwagens).

2.) Leasing:
das Fahrzeug wird quasi gemietet. Manche Leasingverträge enthalten die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Ablauf der Mietzeit zu einem Restwert zu übernehmen, meistens besteht jedoch nicht die Verpflichtung des Leasinggebers, dem Leasingnehmer das Fahrzeug nach Ablauf des Vetrages zu verkaufen, schon gar nicht zu einem festen Preis. Leasing lohnt sich m.E. nur für gewerbliche Nutzer.
Leasingverträ#ge bewegen sich, genau wie die nachfolgend beschriebenen Mietkaufmöglichkeiten, innerhalb einer fest vorgegebenen Kilometergrenze. Niedrige Raten in Lockangeboten ermöglichen dem Leasingnehmer oft nur 10.000 Km pro Jahr. Fährt man mehr, muss man zahlen. Pro gefahrenem Mehr-Kilometer eine Gebühr, meistens so um die 15-30 cent.

3.) Mietkauf/Ballonfinanzierung:
eine Mischform aus 1. und 2.
Eigentlich handelt es sich um einen Leasingvertrag, nach dessen Ablauf der Leasingnehmer ein Vorkaufsrecht auf das Fahrzeug zu einem bei Vertragsabschluß definierten Preis hat. Die Leasingraten werden in diesem Fall als Finanzierungsraten anerkannt.

Was ist bei Mietkauf z.B. im Reparaturfall, zahlt man das
selbst?
Angeblich zahlt das der Autohändler?

Üblicherweise muss man selbst für die Reparaturen aufkommen.
Bei allen drei Finanzierungsformen ist es jedoch manchmal auch möglich, ein „all inclusive“ Paket mitzuerwerben, welches dann natürlich die monatliche Rate erhöht. In diesem Paket ist üblicherweise alles eingeschlossen außer Reifen, Versicherung und Steuer.
Es gibt bei BMW auch ein Paket inklusive Versicherung und Steuer, allerdings m.W. nur für Leasing.

Besteht die Pflicht zur jährl. Inspektion?
Wer bezahlt die?

s.o.
Die Pflicht zur jährlichen Inspektion besteht generell.
By the way: auch oder gerade die ältesten Autos sollten einmal jährlich gecheckt werden.
Neue Autos sowieso, denn es werden in den ersten Jahren, oft natürlich ohne den Kunden zu informieren, in den Vertragswerkstätten während der Inspektionen diverse Nachbesserungen vorgenommen.

Was bekommt der Händler als „Sicherheit“?

Du unterschreibst einen Vetrag. Vor Abschluß wird eine sog. Schufa-Prüfung Deiner finanziellen Situation durchgeführt. Ferner musst Du einen Job und ein Einkommen haben, welches es Dir realistisch ermöglicht, die Rate auch zu bezahlen.
Eine Krankenschwester wird bei Mercedes wohl kaum einen SL verleast bekommen…

Braucht es eine Anzahlung?

Das ist Vereinbarungssache.
Eine Anzahlung halte ich persönlich nur dann für sinnvoll, wenn ein Altwagen, der sonst nirgends mehr verkauft werden kann, in Zahlung gegeben wird.
Da die Zinsen aktuell sehr niedrig sind, sollte man ansonsten von einer Anzahlung absehen, es lohnt sich bei den meisten Herstellern, die niedrigen Finanzierungszinsen voll auszunutzen.

Wo ist eigentlich der Haken an der Sache?

Bei Leasing gehört einem der Wagen nach Vetragsablauf nicht, man hat ihn nur gemietet.
Beim Mietkauf hat man alle Optionen, die Raten sind jedoch oft etwas höher, als bei der reinen Finanzierung.
Ein Nachteil aller 3 Möglichkeiten ist natürlich, dass man Gebühren dafür zahlt, dass einem der Autoladen das Geld für den Kauf leiht. Das sind die Zinsen.
Da diese jedoch aktuell bei vielen Herstellern extrem niedrig liegen, lohnt sich eine Finanzierung oft durchaus.
Faustregel: wenn die Finanzierungszinsen unterhalb des Zinssatzes liegen, den ich auf der Bank für mein Kapital erhalte, lohnt sich die Finanzierung.
Wenn ich den Kaufpreis ohnehin nicht cash habe, muss ich ohnehin finanzieren. Dann ist es natürlich umso günstiger, je niedriger der Zinssatz liegt.
Die Händler benutzen das Argument einer Finanzierung oft dazu, nicht so viel Rabatt zu geben wie bei Barzahlung. Da jedoch der Händler den Kaufpreis sowieso sofort von der finanzierenden Bank erhält (der Händler arbeitet immer mit einer Bank zusammen, oft ist das eine herstellereigene Bank, z.B. die Volkswagen-Bank), kann man das Argument vergessen. Hart bleiben bei der Verhandlung, 10% sind heute bei gängigen Modellen immer drin und dem Kfz-Gewerbe geht es, v.a. auch wegen seiner ohnehin überhöhten Autopreise, aktuell nicht sonderlich gut.
Was sich in der Tat preissteigernd auswirken kann, ist die Inzahlungnahme eines Altwagens. Hier hat der Händler Kosten und Arbeit, die er auf den Kaufpreis aufschlagen wird. Daher sollte man sich überlegen, ob man seinen Altwagen nicht privat besser verkaufen kann.

Generell sei noch erwähnt, dass es im falle von 2. und 3. bei der Rückgabe des Fahrzeuges in so gut wie jedem Fall zu Diskussionen hinsichtlich des Zustandes kommt.
Der Wagen darf „übliche Gebrauchsspuren“ aufweisen. Was das dann im einzelnen ist, führt eigentlich immer zu einer unangenehmen Streiterei mit dem Leasinggeber und zu teilweise gesalzenen Kosten für den Leasingnehmer. Beispiel: ein mittlerer Kratzer im hinteren Seitenteil kann sehr schnell 800 Euro kosten. Total abgefahrene Reifen sind auch nicht drin. Das Fahrzeug muss zudem verkehrssicher sein, also alle Glasschäden müssen vorher repariert werden.

Daher kann ich prvaten Käufern nur raten, ein Auto günstig zu finanzieren.
Oft bieten die Hersteller Zinssätze von 0-1,9 % an, was geschenktem Geld gleichkommt. Und am Ende gehört der Wagen Dir, die Kratzer sind Deine Sache und Du kannst die Kiste verkaufen, behalten, ins Wohnzimmer stellen…

Ich hab über zig Ecken (daher leider nur ungenau) gehört, dass
sich Leute für angeblich 125 Euro im Monat für 3 Jahre ein
neues Auto holen, keinerlei Reparaturen zahlen müssen und nach
3 Jahren einen neuen Vertrag abschließen - mehr weiß ich
leider auch nicht.

Das kann schon sein, bei dem niedrigen Preis vermute ich jedoch einen Leasingvertrag. Und dieser hat eben die oben beschriebenen „Haken“.
V.a. bei der jährlichen Kilometerleistung betrügen sich die Kunden oft selbst und lassen sich von der niedrigen Rate locken.

Grüße,

Mathias

Hi!

Daher kann ich prvaten Käufern nur raten, ein Auto günstig zu
finanzieren.
Oft bieten die Hersteller Zinssätze von 0-1,9 % an, was
geschenktem Geld gleichkommt. Und am Ende gehört der Wagen
Dir, die Kratzer sind Deine Sache und Du kannst die Kiste
verkaufen, behalten, ins Wohnzimmer stellen…

ich hab mal gehört, daß diese günstigen Zinsen oftmals nur unter der Bedingung
gewährt werden, daß man zu einer vom Händler vorgeschriebenen teuren
Kfz-Haftpflichtversicherung wechselt (die natürlich entsprechende Provisionen
zahlt). Stimmt das?

Abgesehen davon würde ich niemals ein Auto auf Pump oder auf Leasing kaufen.
Sondern nur bar bezahlt aus vorhandenem Geld. Aber das muß natürlich jeder selbst
wissen.

Gruß vom T.

Hi!

Daher kann ich prvaten Käufern nur raten, ein Auto günstig zu
finanzieren.
Oft bieten die Hersteller Zinssätze von 0-1,9 % an, was
geschenktem Geld gleichkommt. Und am Ende gehört der Wagen
Dir, die Kratzer sind Deine Sache und Du kannst die Kiste
verkaufen, behalten, ins Wohnzimmer stellen…

ich hab mal gehört, daß diese günstigen Zinsen oftmals nur
unter der Bedingung
gewährt werden, daß man zu einer vom Händler vorgeschriebenen
teuren
Kfz-Haftpflichtversicherung wechselt (die natürlich
entsprechende Provisionen
zahlt). Stimmt das?

Ich kann nicht ausschließen, dass so etwas schon mal gemacht worden ist, habve jedoch noch nie etwas davon gehört. Üblich ist das keinesfalls.
Die besonders günstigen Zinsen sind manchmal nur für bestimmte Modelle möglich. Das ist aber auch schon alles, was ich an Einschränkungen kenne.

Abgesehen davon würde ich niemals ein Auto auf Pump oder auf
Leasing kaufen.
Sondern nur bar bezahlt aus vorhandenem Geld. Aber das muß
natürlich jeder selbst
wissen.

Kaufst Du auch Dein Haus bar?

Ich persönlich finanziere Autos dann, wenn die Kapitalkosten unterhalb der Rendite liegen, die ich auf der Bank für mein Geld bekommen würde.
Anedere machen das, um auch mit weniger Eigenkapital an ein brauchbares Gefährt zu kommen.

Grüße,

Mathias