Warum keine überlangen Gänge?

Moderne Motoren haben oft bereits bei Leerlaufdrehzahl einige Dutzend PS.
Einige Dutzend PS sind bei modernen Karosserien und Windstille gut für reichlich 100 km/h.
Warum haben sind normale 'Schaltgetriebe nicht so gebaut, daß man z.B. bei 50 in den 6. und bei 80 km/h nochmal in den 7. hochschalten kann?

Hallo Wolfgang,
bei 50 in den 6.ten und bei 80 in den 7.ten Gang?
Wenn die Kiste über 200 läuft brauchst Du locker noch den
8./9./10./11. etc. oder soll der 7.Gang bis Vmax. gehen?
Dann bräuchtest Du zum beschleunigen von z.B.150 auf 180 einen
dermassen Drehmomentstarken Motor,den es heute noch nicht gibt.
Ausserdem:sicher sind heute selbst Kleinwagen mit 100 und mehr PS
fast schon Standard,aber die Autos werden auch immer schwerer.
Nimm nur mal den guten alten Golf 1 GTI.Leergewicht unter 1000kg
bei 118PS (ohne Kat).Mein Zafira:knapp 1500kg bei 115PS.
Meine Erfahrung:selbst heutige Autos mit 150PS begeistern vom
Durchzug nicht so,wie z.B. ein alter BMW 2002 tii.Wenn Du bei modernen Autos dann noch die effekive Leistung mißt,dann kommt
nach Abzug von Klimaanlage und der Vielzahl der elektrischen Verbraucher sowie der Servolenkung deutlich weniger raus.
Gruss Sebastian

Motoren im Leerlauf geben gar keine Leistung ab, deswegen heißt es ja Leerlauf. Es ist aber möglich bei geringer Drehzahl schon beachtlich Leistungen zu erzeugen.
Dazu ein paar Gedanken:
Motoren sind nur bei mittleren bis höheren Drehzahlen effizient, will heißen, daß bei fast gleicher Verlustleistung (Reibung, Nebenaggregate) mehr Nutzleistung abgegeben wird. Das steigert den Wirkungsgrad.
Ein kleiner leichter hochdrehender Motor ist im Verbrauch effizienter, als ein 8 Liter V8 (zumindest im Auto bei ständig wechselnder Belastung)

Getriebe sind teuer. Deshalb versucht man so wenig Gänge wie möglich einzubauen.
-höheres Gewicht
-mehr Platzbedarf
-mehr Verluste (es laufen immer alle Zahnräder im Eingriff)
-mehr Schaltvorgänge (unbequem)
Vorteil von vielen Gängen: der Motor läuft immer im optimalen Drehzahlbereich.
Da muß ein Kompromiß gefunden werden.

Außerdem ist fehlt im unteren Drehzahlbereich die Durchzugskraft.
Du müßtest als schon bei geringsten Steigungen, oder Beschleunigungsmanövern runterschalten. Ich denke mal, das kann die Automobilindustrie ihren Kunden nicht zumuten.

Du kannst ja mal versuchen bei 50 km/h im fünften Gang zu fahren. Ich finde das selbst bei elegantem Dahingleiten sehr nervig, weil praktisch keine Reaktion auf das Gaspedal erfolgt.

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Motoren im Leerlauf geben gar keine Leistung ab, deswegen
heißt es ja Leerlauf. Es ist aber möglich bei geringer

Ja, das hatte ich schlampig ausgedrueckt. Ich meinte, daß (jedenfalls mein) Auto mit auf 750 eingestellter Leerlaufdrehzahl erstens ab 500 Upm fahren kann, ohne zu schuetteln, und zweitens ohne Betätigung des Gaspedals auf über 25 km/h beschleunigen kann.
Bei 40 km/h liegen im 5. Gang 1000 Upm an, und zum benzinsparenden Fahren muesste man speatestens bei knapp 50 km/h nochmal hochschalten, weil sonst die Drehzahl zu hoch wird.

Motoren sind nur bei mittleren bis höheren Drehzahlen
effizient, will heißen, daß bei fast gleicher Verlustleistung
(Reibung, Nebenaggregate) mehr Nutzleistung abgegeben wird.

Das glaube ich nicht zur Gänze, und hier liegt wohl auch mein Verständnisdefizit.

Einerseits hat jeder Motor eine Lieblingsdrehzahl, wo er sein höchstes Drehmoment kann. Andererseits ist die Leistung, die der Triebstrang selber wieder verbraucht (in Verschleiß umsetzt), sicherlich quadratisch proportional zur Drehzahl.

Für meine Vorstellung muessten also Motor und Tank je länger halten, umso niedertouriger man fährt.

Das steigert den Wirkungsgrad.
Ein kleiner leichter hochdrehender Motor ist im Verbrauch
effizienter, als ein 8 Liter V8 (zumindest im Auto bei ständig
wechselnder Belastung)

Ob das wohl soviel ausmacht? Wenn man an einen Vierzylinder nochmal vier Zylinder anbaut, dann verdoppelt das die Verluste vom vorderen Ende bis zum Schwungrad, außerdem wird das Auto dadurch schwerer. Wenn ich aber den Leistungs- und Drehmomentgewinn nutze, indem ich die Drehzahl halbiere, dann habe ich die Verluste bis zur Getriebe-Hauptwelle demgegenüber auf ein Viertel reduziert.

Getriebe sind teuer. Deshalb versucht man so wenig Gänge wie
möglich einzubauen.
-höheres Gewicht
-mehr Platzbedarf
-mehr Verluste (es laufen immer alle Zahnräder im Eingriff)

Ob das wirklich so viel ausmacht, daß man anstelle dessen lieber ein Zehntel mehr Benzin verbrennt?

-mehr Schaltvorgänge (unbequem)

Man kann doch die langen Gänge ab dem 5. verschmaehen, wenn man den Ölmultis Geld schenken will, oder es extrem eilig hat.

Du kannst ja mal versuchen bei 50 km/h im fünften Gang zu

Wenn ich es nicht eilig habe, schalte ich bei 1000 Upm hoch.
Das genügt, um nicht als Schleicher angesehen zu werden.

Hallo Wolfgang,
bei 50 in den 6.ten und bei 80 in den 7.ten Gang?
Wenn die Kiste über 200 läuft brauchst Du locker noch den
8./9./10./11. etc. oder soll der 7.Gang bis Vmax. gehen?

Nein, Vmax. soll im 4. Gang erreicht werden. Ich will überlange Gänge, um konstante 60km/H oder 80km/h oder 110 km/h sparsam und leise zu fahren.

Hallo Wolfgang,

hatte mal einen Audi 80, Bj. 83 mit dem damals so hochgelobten „E-Gang“.

Das war manchmal gar nicht so schlecht, man hatte bei 120 km/h gerade mal 3000 U/min, mußte aber öfters runterschalten. Der 4. Gang reichte für die Höchstgeschwindigkeit, war aber fast wieder zu kurz übersetzt. Besser wäre es gewesen, einen „normalen“ 5. Gang zu machen und den „E“-Gang zusätzlich (Kosten usw.)

Der „E-Gang“ hat sich damals aber nicht durchgesetzt

Ich hoffe, dass mit Einführung des stufenlosen Getriebes eine Lösung gefunden ist.

Grüsse

Sven

die guten alten 70er jahre…

Durchzug nicht so,wie z.B. ein alter BMW 2002 tii.

Hähähä, der gute alte 2002 tii… Kugelfischer Einspritzung und KKK-Turbo.

Sebastian, Ich beneide Dich um die Erfahrung so einen Wagen gefahren zu haben… Bei mir hat’s NUR für einen 635CSi gelangt, ohne KAT mit 217PS… auch sehr schön…

dennis

Hi Dennis,

Sebastian, Ich beneide Dich um die Erfahrung so einen Wagen
gefahren zu haben… Bei mir hat’s NUR für einen 635CSi
gelangt, ohne KAT mit 217PS… auch sehr schön…

Wie, es gab bei Dir auch ein Leben vor den Japanern ??? Das gibt es ja gar nicht ! :wink:)))
Der alte Maybach hat schon recht gehabt (Ich will 'nen 6.9er !)

Bis denn dann,

Felix
240 TD, 347.500km

Hi Felix,

Wie, es gab bei Dir auch ein Leben vor den Japanern ??? Das
gibt es ja gar nicht ! :wink:)))

Ich muß gestehen, ja. Aber: Ein Toyota 2000GT Bj68, wäre auch nicht schlecht… Zeitwert momentan: ca. 250 000 DM es gibt nur noch ganz wenige (

Hi Wolfgang

Nein, Vmax. soll im 4. Gang erreicht werden. Ich will
überlange Gänge, um konstante 60km/H oder 80km/h oder 110 km/h
sparsam und leise zu fahren.

Hast du schon mal 'nen Automatik in Erwägung gezogen? Die sind doch meist recht lang übersetzt… vor allem die etwas älteren mit der Drei- und Viergangautomatik.

Gruß
Frank K.

Hallo Wolfgang,

schlag mal ein Automobilhandbuch auf (wenn Du eines zur Hand hast)
Dort findest Du unter Muscheldiagramm eine Antwort.
Auf der X-Achse ist die Drehzahl angegeben und
auf der Y-Achse das Drehmoment.

Ein Mittelpunkt (der etwa bei 1/3 MaxDrehzahl und 2/3 MaxDrehmoment) ist von runden (oder eierförmigen) Kreisen umgeben die den jeweiligen Benzinverbrauch in g/kWh angeben.

Was man dort sieht ist: Ein Motor hat seinen besten Wirkungsgrad bei dem Beschriebenen Punkt (1/3 Nmax 2/3 Last)(Faustformel)
Den Motot bei geringerer Drehzahl zu fahren liefert deshalb keinen Vorteil.

Ciao,

Bernd

Ich meinte, daß (jedenfalls mein) Auto mit auf 750 :eingestellter
Leerlaufdrehzahl erstens ab 500 Upm fahren kann, ohne zu
schuetteln, und zweitens ohne Betätigung des Gaspedals auf
über 25 km/h beschleunigen kann.

Du beschleunigst, weil der Leerlaufregler die Drehzahl wieder auf 750 bringt. Das sollte eigentlich kein Betriebspunkt sein.

Bei 40 km/h liegen im 5. Gang 1000 Upm an, und zum
benzinsparenden Fahren muesste man speatestens bei knapp 50
km/h nochmal hochschalten, weil sonst die Drehzahl zu hoch
wird.

Hast Du eine Verbrauchsanzeige? Dann wirst Du sehen, daß du bei 40 der dritte oder vierte Gang den niedrigsten Verbrauch bringt.

Motoren sind nur bei mittleren bis höheren Drehzahlen
effizient, will heißen, daß bei fast gleicher Verlustleistung
(Reibung, Nebenaggregate) mehr Nutzleistung abgegeben wird.

Das glaube ich nicht zur Gänze, und hier liegt wohl auch mein
Verständnisdefizit.

Da solltest du nochmal ansetzen. In einer anderen Antwort war vom Muscheldiagramm die Rede. Versuch mal dir sowas zu besorgen.
Man nennt es auch Kennlinienfeld eines Motors. Da sind dann noch mehr Parameter (Moment/Leistungslinen/Schadstoffaußstoß) enthalten.

Einerseits hat jeder Motor eine Lieblingsdrehzahl, wo er sein
höchstes Drehmoment kann. Andererseits ist die Leistung, die
der Triebstrang selber wieder verbraucht (in Verschleiß
umsetzt), sicherlich quadratisch proportional zur Drehzahl.

Eben nicht. Bei maximalen Moment hast Du übrigens einen sehr hohen Verbrauch.

Für meine Vorstellung muessten also Motor und Tank je länger
halten, umso niedertouriger man fährt.

Das stimmt nur bedingt. Außerdem setzt es voraus, daß man eine konstante Geschwindigkeit auf ebener Strecke fährt. Das ist für die Allgemeinheit abseits jeder Realität. Niedertourig fahren bringt eine Einsparung, untertourig fahren bedeutet aber wieder Mehrverbrauch.

Das steigert den Wirkungsgrad.
Ein kleiner leichter hochdrehender Motor ist im Verbrauch
effizienter, als ein 8 Liter V8 (zumindest im Auto bei ständig
wechselnder Belastung)

Ob das wohl soviel ausmacht? Wenn man an einen Vierzylinder
nochmal vier Zylinder anbaut, dann verdoppelt das die Verluste
vom vorderen Ende bis zum Schwungrad, außerdem wird das Auto
dadurch schwerer. Wenn ich aber den Leistungs- und
Drehmomentgewinn nutze, indem ich die Drehzahl halbiere, dann
habe ich die Verluste bis zur Getriebe-Hauptwelle demgegenüber
auf ein Viertel reduziert.

So einfach ist es leider nicht.

Getriebe sind teuer. Deshalb versucht man so wenig Gänge wie
möglich einzubauen.
-höheres Gewicht
-mehr Platzbedarf
-mehr Verluste (es laufen immer alle Zahnräder im Eingriff)

Ob das wirklich so viel ausmacht, daß man anstelle dessen
lieber ein Zehntel mehr Benzin verbrennt?

Das ist eine wirschaftlich/firmenpolitische Entscheidung

-mehr Schaltvorgänge (unbequem)

Man kann doch die langen Gänge ab dem 5. verschmaehen, wenn
man den Ölmultis Geld schenken will, oder es extrem eilig hat.

Das werden sehr Viele auch tun, die fahren dann ein paar Zahnräder unnütz spazieren und wollen diese auch nicht unbedingt bezahlen.

Wenn ich es nicht eilig habe, schalte ich bei 1000 Upm hoch.
Das genügt, um nicht als Schleicher angesehen zu werden.

Was für ein Auto hast Du denn? Bei 5Liter Hubraum könnte ich das verstehen.

Hi Dennis,
wo wir gerade bei Japanern sind:
Mein Bruder hat noch so einen Mitsubishi Starion-Turbo aus erster
Hand von einer Oma (!!).
Säuft wie ein Loch aber geht wie die Sau.
(Der Isuzu-Trooper von meiner Frau säuft auch ohne Ende,reisst dafür aber Bäume aus hähä)
Gruß Sebastian

Automatik ist gut

Nein, Vmax. soll im 4. Gang erreicht werden. Ich will
überlange Gänge, um konstante 60km/H oder 80km/h oder 110 km/h
sparsam und leise zu fahren.

Hast du schon mal 'nen Automatik in Erwägung gezogen? Die sind
doch meist recht lang übersetzt… vor allem die etwas älteren
mit der Drei- und Viergangautomatik.

Genau Frank,
der Geländewagen meiner Frau hat 4-Gang Automatik mit zuschaltbarem Overdrive.1500 Rpm bei 120 Kmh,absolut super.
Gruß Sebastian

Für jeden Zweck seinen Japaner…
Hi Sebastian,

wo wir gerade bei Japanern sind:
Mein Bruder hat noch so einen Mitsubishi Starion-Turbo aus
erster
Hand von einer Oma (!!).

DIE Oma möcht Ich mal sehen… Sag nicht ist die Mutter von Niki Lauda… übrigens sag Deinem Bruder, er solle das Auto nicht wegwerfen. Es gibt bestimmt Freaks die so eine Rarität gerne aufheben würden. Weil im Gegensatz zu einem C-Kadett sind die WIRKLICH selten…

Säuft wie ein Loch aber geht wie die Sau.
(Der Isuzu-Trooper von meiner Frau säuft auch ohne Ende,reisst
dafür aber Bäume aus hähä)

Für jeden Zweck seinen Japaner… meinen neuen zum Heizen, den alten für auf’n Nürburgring…

Gruß Sebastian

Gruß

Dennis

Overdrive ??
STICHWORT: OVERDRIVE

zuschaltbarem Overdrive.1500 Rpm bei 120 Kmh,absolut super.

Gruß Sebastian

WAS GENAU ist dies in der Automatik, und WIE GENAU funktioniert dies. Meine Automatikkenntnisse sind dank eines Reparaturhandbuches für Omnibusautomatik, welches Ich besitze, nicht schlecht, aber Overdrive haben die Dinger nicht…

Dennis

Hey Dennis,

Overdrive ist nix weiter als eine zusätzliche lastschaltbare Getriebestufe, die meistens manuell (per Knöpfchen am Schalthebel) geschaltet wird. Bei den Automatikgetrieben ist es einfach nochmal ein Planetenradsatz mit eigener Bremse, bei den Schaltgetrieben manchmal auch eine Stirnradstufe mit Lamellenkupplung.
Solche Dinger sind auch bei Omnibussen und Lkws eingesetzt, da werden sie allerdings eher als lastschaltbare Splitgetriebe bezeichnet.

Markus

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Achsooooo…

Trotzdem Danke

Dennis

Zu Overdrive:

Opel hatte solche Overdrives im Rekord D.
Diese gibt es noch sehr dünn gesät auf Schrottplätzen.
Habe selbst 2 dieser Getriebe in andere Opels eingebaut.

Allerdings ist diese Getriebestufe etwas zu lang für meinen Geschmack.
Bei „Last am Berg“ geht der Motor sehr schnell in die Knie.
Aber ansonsten kann man die Drehzahl damit kraß senken. Zum Dahinrollern ists allemal gut.

Gruß
J

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

du sollst ja auch nicht damit auf den berg fahren sondern gemütlich dahingleiten…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]