Ich habe derzeit ein Fahrzeug eines Kunden in Behandlung,
mit einem sehr seltenem Motorproblem.
Mal von Anfang an:
Ist ein Opel Astra, 1,8 16V mit 100 PS.
Derjenige hatte ein Problem mit dem Motor, er lief nur noch auf 3 Zyl.
Der ist dann sicher so noch viele Km gefahren, was den zerstörten Katalysator erklärt, aber um den Kat. geht es mir erstmal weniger.
Jedenfalls kam dann der ADAC, und hat eine def. Zündkerze festgestellt,
und dass von der Mittelelektrodenisolierung der Kerze etwas abgebrochen ist.
Das soll angeblich irgend etwas im Motor beschädigt haben.
Nun gut, das Auto wurde zu mir geschleppt, und der eine Zylinder hatte tatsächlich keine Kompression.
Hab dann den Kopf abgebaut:
Eines der Auslassventile an dem entsprechenden Zylinder ist kaputt.
Und zwar fehlt da vom Ventilteller ein Stück !!
Etwa so gross und in der Form wie das A auf der PC - Tastatur,
das sieht so aus, als hätte das jemand schlampig mit dem Winkelschleiffer herausgeschnitten…
So etwas hab ich noch nie gesehen.
Ich wäre dankbar für irgendwelche Spekulationen, was zuerst war:
Also: Huhn oder Ei.
Oder hier:
Zuerst Ventil kaputt, dadurch dann die Zündkerze ?
oder: Zuerst Zündkerzenisolator abgebrochen, das Keramikzeugs hat einen Kratzer an das Ventil gemacht, was deshalb durchgebrannt ist?
Oder wie auch immer?
Schreibt mal, was Ihr vermutet!
Hi!
Das Teil findet sich sicher wieder.
Bau mal den Krümmer ab; hängt sicher irgendwo in der Gegend rum(hat wohl kaum den Kat durchschlagen…).Und lass Deinen Kunden danken, daß es ein Opel war.
Also: Huhn oder Ei.
Oder hier:
Zuerst Ventil kaputt, dadurch dann die Zündkerze ?
oder: Zuerst Zündkerzenisolator abgebrochen, das Keramikzeugs
hat einen Kratzer an das Ventil gemacht, was deshalb
durchgebrannt ist?
Oder wie auch immer?
Schreibt mal, was Ihr vermutet!
Das war früher bei Motorrädern gar nicht so unüblich. Die Kerze
wurde zu heiß und ein Stück von der Keramik ist abgeplatzt. Aufgrund
des Gewichts des Krümels, ist die Wahrscheinlich recht hoch, dass
er so ziemlich am Ende des Auspufftaktes versucht das Ventil zu
passieren. Haut das Ventil dann auf dieses Stückchen bricht in der
Regel etwas vom Ventil ab. In den aller meisten Fällen findet man
dann auch Kratzer am Ventilsitz.
Hi Steffen,
einen ähnlichen Fall hatte ich mal bei einem Fiat 128 (schon ein weilchen her).
Das Ventil muss einer abnormen Hitzebelastung durch deutlich zu knappes Ventilspiel ausgesetzt gewesen sein. Ist an dem Zylinder evtl. die Nockenwelle eingelaufen?
Ist das Ventil glatt gebrochen oder eher verbrannt?
Es gibt nichts was es nicht gibt. Natürlich kann auch eine abgebrochene Mittelelektrode im falschen Moment zwischen Sitz und Teller geraten sein. Das halte ich aber für eher unwahrscheinlich.
Dann müssten sich zumindest auch am Ventilsitz Beschädigungen sichten lassen.
Wenn Du magst, mail mir doch mal ein Foto.
Gruss Sebastian
Das Ventil könnte nach meiner Meinung auch gebrochen sein.
Bei einem Schleifen sollten charakteristische Riefen zu sehen sein.
Es sieht aber eher wie gebrochenes Porzellan aus.
Wie schnell geht denn ein Katalysator kaputt? Ich meine, das geht recht schnell, wenn die Verbrennung nicht im Verbrennungsraum, sondern im Kat stattfindet. Ich denke mal, fehlendes technisches Verständnis kommt bei Autofahrern öfters vor, so das er deswegen möglicherweise nicht sofort gestoppt hat.
Für eine Reparatur wird es wohl keine andere Möglichkeit geben, alle in Betracht kommenden Teile zu prüfen und ggf. zu ersetzen.
Einschließlich der Teile Steuerkette, Kolben, Pleuellager und Stange, bis zur Kurbelwelle, falls nämlich der Kolben gegen das behinderte Ventil geschlagen hat.
Bin selbst kein Automechaniker, habe aber früher viel gebastelt und selbst repariert und eingestellt.
Also, schaut euch das mal an,
ob gebrochen und nachträglich etwas angeschmolzen,
oder durchgebrannt ist die Frage.
Ich würde sagen abgebrannt, das Ding war extrem überhitzt. Das erklärt
auch warum die Keramik von der Zündkerze abgeplatzt ist.
Nach meiner Meinung ist da nichts abgebrochen, sonder wie mit einem
Brenner abgefackelt.
Sowas habe ich bisher nur bei hochgezüchteten Motoren gesehen die
über längere Zeit im Höchstleistungsbereich betrieben wurden und
denen man das Gemisch noch ein wenig nach mager gedreht hat, um noch
ein halbes PS mehr zu bekommen.
Der Ventilsitz ist völlig unbeschädigt,
ich hab heute das neue Ventil schon eingebaut.
Beim Einschleifen war alles ganz normal.
Irgendwo muß die enorme Hitze hergekommen sein, irgendwie hätte
ich ein flaues Gefühl im Magen lediglich das Ventil zu ersetzen.
Hallo,
ich weiss ja nicht, was die vielen ??? sollen, aber beim Auslassventil(also quasi das A…loch des Zylinders) spielt der Luftfilter eher eine untergeordnete Rolle…was Motorschäden angeht.
mfG der Mann von Regina
Nein,
das wäre wirtschaftlicher Unsinn.
Heute Nachmittag wird das Auto soweit wieder fahrbereit sein,
mit neuer Kopfdichtung,Dehnschrauben, Ventil, Ventilschaftabdichtung.
Das wird dem Kunden so 400 € kosten,
und wenn dann wieder was am Motor auftreten sollte, kommt einer von der Autoverwertung rein.
Ich bin mir aber recht sicher, dass der Motor in Zukunft keinen Ärger mehr macht, weil das 2. Auslassventil in dem Zylinder unbeschädigt ist.
Auch wenn ich sicher nie erfahren werde, was da genau passiert ist.
Vielleicht finde ich aber noch ein Stück Ventil im Auspuff, wenn ich den Kat erneuere.
Und, den Kat hat der Fahrer sicherlich getötet, weil er noch viele Km nach dem Ventilschaden weitergefahren ist. Selbst dran dumm…
Grüße, Steffen!
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Also, schaut euch das mal an,
ob gebrochen und nachträglich etwas angeschmolzen,
oder durchgebrannt ist die Frage.
Stefan hat m.E. sehr recht - es sieht aus, als hätte jemand mit einer Acetylenflamme gebrutzelt.
Der Ventilsitz ist völlig unbeschädigt,
Das scheint mir darauf hinzuweisen, dass der Brennvorgang so schnell vor sich ging, dass das Loch im Ventil da war, bevor ein größerer Schaden entstehen konnte. Schwein gehabt beim Schlachten.
Dennoch würde ich den Kopf abnehmen und mir die Kanäle genauestens begucken. Ich kann mich dumpf entsinnen, dass mein erster Fiesta (Anno 1981) mehr Zündkerzen als Benzin brauchte - bei Vollast verbrannte immer die gleiche Elektrode. Außer, dass die Kiste dann auf drei Pötten lief, passierte nix weiter. Nachdem ich dieses Spielchen eine Weile mitgemacht hatte, kam der Kopf runter, und es stellte sich heraus, dass ein Span im für diesen Zylinder zuständigen Kanal hing und den Querschnitt nahezu verstopfte. Das reduzierte die Kühlung dieses Zylinders erheblich, und bei Vollast machte die Kerze die Grätsche. Vielleicht liegt bei Dir etwas Ähnliches vor … auf jeden Fall würde ich die Kiste nicht einfach so wieder in Betrieb nehmen.
ich beschäftige mich beruflich mit der Klärung von Motorschäden und kenne das Schadbild durchaus. Für mich sieht der Schaden an dem Ventil wie ein typischer Durchbläser am Auslassventil aus. Zu dem Schaden kommt es, wenn aufgrund von ungleichmäßigem Verschleiß des Ventilssitzes lokal das Ventil nicht mehr exakt schließt und dann heißes Abgas wie in einem Schusskanal durchbläst. Dadurch wird die Festigkeit des Ventilsitzes deutlich reduziert und es kommt zu einem radialem Ermüdungsanriss und in weiterer Folge zu einem Ausbruch des Ventiltellers. Dieses ausgebrochene Stück dürfte dann auch die Zündkerze beschädigt haben. Um dies genauer zu verifizieren müsste man sich aber die Bruchfläche des Ventil genauer (mikroskopisch) ansehen um festzustellen, ob Strukturen eines Ermüdungsbruches erkennbar sind.
Gruß
Martin
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Hi Steffen,
ich würde auf eine Kombination von Materialschwäche und Überhitzung tippen. Die Kanten sind definitiv nicht gebrochen. Es scheint eher so, das der Materialfehler erst durch die Überhitzung zum Tragen kam.
Zieht der entsprechende Zylinder irgendwo Falschluft?
Gruss Sebastian
ich weiss ja nicht, was die vielen ??? sollen, aber beim
Auslassventil(also quasi das A…loch des Zylinders) spielt
der Luftfilter eher eine untergeordnete Rolle…was
Motorschäden angeht.
Das ist mir schon klar
Was m.E. nur Unsinn ist:
Ein abgebrochenes Teil eines Ventil wird wohl kaum durch das geöffnete Ventil richtung Auspuff wandern sondern entweder beim nächsten Takt zwischen Kolben und Kopf zermalmt oder es klemmt sich zwischen Kolben und Zylinderwand. Aber es wird niemals durch den schmalen Schlitz zwische zwischen Teller und Sitz in den Auspuff gejagt. Und das gerade in dem Moment wo das Ventil ganz offen ist
Gruss Sebastian
ich beschäftige mich beruflich mit der Klärung von
Motorschäden und kenne das Schadbild durchaus. Für mich sieht
der Schaden an dem Ventil wie ein typischer Durchbläser am
Auslassventil aus. Zu dem Schaden kommt es, wenn aufgrund von
ungleichmäßigem Verschleiß des Ventilssitzes lokal das Ventil
nicht mehr exakt schließt und dann heißes Abgas wie in einem
Schusskanal durchbläst. Dadurch wird die Festigkeit des
Ventilsitzes deutlich reduziert und es kommt zu einem radialem
Ermüdungsanriss und in weiterer Folge zu einem Ausbruch des
Ventiltellers. Dieses ausgebrochene Stück dürfte dann auch die
Zündkerze beschädigt haben. Um dies genauer zu verifizieren
müsste man sich aber die Bruchfläche des Ventil genauer
(mikroskopisch) ansehen um festzustellen, ob Strukturen eines
Ermüdungsbruches erkennbar sind.
Gruß
Martin
Hallo Martin!
Danke für die kompetente Auskunft.
Inzwischen ist der Motor wieder zusammengebaut, und das Auto hat auch die erste Probefahrt vorbildlich bestanden.
Deine Theorie klingt sehr einleuchtend,
aber beim Einschleifen des neuen Ventiles hatte ich keine Probleme.
Ich hab wirklich nur einige Sekunden geschliffen, und sofort ein einwandfreies Tragebild. Am Ventil und am Sitz. Wirklich perfekt…
Nach meiner Meinung, wenn irgendetwas mit dem Ventilsitz nicht OK ist,
dürfte ich ja kein so gutes Tragebild beim Einschleifen bekommen,
oder? Das Tragebild war wirklich auffallend gut, wie man es selten sieht.
Solche Ventile habe ich schon zuhauf gesehen, bei einem bestimmten Motor eines hier nicht genannten Modells passiert das regelmäßig.
Die Ursache kann Falschluft, und dadurch zu magere Verbrennung sein.
Übermäßige Ölverbrennung kann auch zu Schäden an Auslassventilen führen, die genau so wie auf deinem Bild aussehen. Je nach Auslegung der Motorentlüftung kann ein undichter Zylinder wiederum über zuviel Druck im Kurbelgehäuse dann auch zu Falschluft führen.
Bei zu starker Ölverbrennung brennt übrigens auch der Kat schnell durch.
Außerdem kann zu geringes Spiel einen Ventilschaden verursachen.
Es kommt vor, dass z.B. ein Hydrostössel in sich selbst festfrisst und sich nicht mehr zusammendrücken lässt. Das hatte ich erst neulich, zum Glück war’s aber nur am Einlass, wo das Ventil mit Frischluft gekühlt wird. Am Auslass hätte das dein Bild ergeben können.
Apropos Zündkerze:
Verbrannte Zündkerzen gibt’s gerne durch Ölverbrennung, da kokt die Kerze erstmal zu, kann die Wärme an den Elektroden nicht mehr abführen, hört dann nicht mehr mit glühen auf, irgendwann brennen Koks&Kerze&Ventil dann quasi miteinander durch.
Von wegen Bruchstücke im Brennraum: Ich habe genug Motoren gesehen, in deren Brennraum Kleinteile solange rumgeschüttelt worden sind, bis sie endlich klein genug gemahlen waren, um durch den Auslass spurlos zu entschwinden. Es ist erstaunlich, wie oft Kolbenböden und Ventile sowas abkönnen, und trotz Macken und Dellen noch lange ‚normal‘ weiterlaufen.
Gruß,
Peter
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Dein Posting stimmt so ziemlich mit meinen Vermutungen überein.
Von wegen Bruchstücke im Brennraum: Ich habe genug Motoren
gesehen, in deren Brennraum Kleinteile solange rumgeschüttelt
worden sind, bis sie endlich klein genug gemahlen waren, um
durch den Auslass spurlos zu entschwinden. Es ist erstaunlich,
wie oft Kolbenböden und Ventile sowas abkönnen, und trotz
Macken und Dellen noch lange ‚normal‘ weiterlaufen.
Auch das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Bei dem von mir genannten Beispiel mit dem Fiat 128 entdeckte ich nach dem Abnehmen des ZK, das zig Teile des zerstörten Kolbenringes im Brennraum steckten wie mit einer Kanone dort reingeschossen. Der Kolben sah übel aus und eben auch das Auslassventil. Aufgefallen war das ganze dadurch das der Motor im Leerlauf unruhig lief. Nach dem Messen der Kompression stellte sich ein schwacher Zylinder heraus.
Wenn man den Schaden nur für sich betrachtete, wäre man davon ausgegangen das der Motor nicht mehr laufen würde.
Über kurz oder lang wäre dann sicherlich das Auslassventil vollständig gebrochen und hätte damit dem Motor den Rest gegeben. Aber bis dahin war halt nur ein unrunder Leerlauf zu bemängeln.
Seitdem werde ich bei einem unruhigen Leerlauf selbst immer etwas unruhig
Gruss Sebastian
Gruss Sebastian
Gruß,
Peter
Hallo!
Ich habe derzeit ein Fahrzeug eines Kunden in Behandlung,
mit einem sehr seltenem Motorproblem.
Mal von Anfang an:
Ist ein Opel Astra, 1,8 16V mit 100 PS.
Derjenige hatte ein Problem mit dem Motor, er lief nur noch
auf 3 Zyl.
Der ist dann sicher so noch viele Km gefahren, was den
zerstörten Katalysator erklärt, aber um den Kat. geht es mir
erstmal weniger.
Jedenfalls kam dann der ADAC, und hat eine def. Zündkerze
festgestellt,
und dass von der Mittelelektrodenisolierung der Kerze etwas
abgebrochen ist.
Das soll angeblich irgend etwas im Motor beschädigt haben.
Nun gut, das Auto wurde zu mir geschleppt, und der eine
Zylinder hatte tatsächlich keine Kompression.
Hab dann den Kopf abgebaut:
Eines der Auslassventile an dem entsprechenden Zylinder ist
kaputt.
Und zwar fehlt da vom Ventilteller ein Stück !!
Etwa so gross und in der Form wie das A auf der PC - Tastatur,
das sieht so aus, als hätte das jemand schlampig mit dem
Winkelschleiffer herausgeschnitten…
So etwas hab ich noch nie gesehen.
Ich wäre dankbar für irgendwelche Spekulationen, was zuerst
war:
Also: Huhn oder Ei.
Oder hier:
Zuerst Ventil kaputt, dadurch dann die Zündkerze ?
oder: Zuerst Zündkerzenisolator abgebrochen, das Keramikzeugs
hat einen Kratzer an das Ventil gemacht, was deshalb
durchgebrannt ist?
Oder wie auch immer?
Schreibt mal, was Ihr vermutet!