Kleiner Motor -> Mehrverbrauch bei Steigungen?

Hallo zusammen!

Laut Herstellerangaben verbrauchen Autos mit grösserem Motor im gleichen Modell meistens etwas mehr als die mit kleineren Motorvarianten.

Wie ist das aber nun, wenn man auf seinem täglichen Arbeitsweg ein paar Steigungen hat?
Der kleinere Motor muss sich ja viel mehr quälen; oder man schaltet runter und fährt hochtouriger.
Das müsste man dann doch beim Verbrauch merken, oder?

Hintergrund ist, dass mein alter Wagen langsam aufgibt und mir eine A-Klasse 140 (altes Modell) angeboten wurde.
Ich denke ein A 160 packt das besser, oder liege ich da falsch?
Hab jetzt einen alten Renault 1,7l mit 73PS bei 5000rpm, der steckt das ganz gut weg, nur ganz geringer Mehrverbrauch.

Gruss Froggie

Hallo,

so einfach dürfte das nicht zu beantworten sein. Deine Theorie ist weitgehend richtig, aber das hängt natürlich davon ab, ob Du nun täglich mehrfach die Kasseler Berge hoch- und runter fährst, oder ob Du nur eine bessere steile Hofeinfahrt vor Dir hast.

Grundsätzlich sollte dies aber keine wirklich gewichtige Rolle spielen. Auswahlkriterien für die Motorisierung sind eher subjektiv, und die kleinste angebotene Motorisierung ist bei den meisten Modellen sehr mager.

Wenn Du eine A-Klasse kaufst, hast Du so viele Reparaturen zu bezahlen, da vergisst Du bestimmt den 1/4 Liter Sprit, den Du deswegen mehr oder weniger brauchst.

Dein Renault ist leicht, der Motor ein ausgesprochen dreh- und leistungsfreudiges Gerät. Ich war damals ehrlich erstaunt über die Performance dieses Motors. Da musst Du bei einem halbwegs modernen Fahrzeug locker 100PS rechnen, um hinzukommen.

Grüße
formica

Hallo,

ganz einfache Sache: Fährst Du viel Konstante Geschwindigkeit, fällt der kleinere Motor bei den Steigungen nicht sehr ins Gewicht. Hast Du viel Stadtverkehranteil, nimm den größeren Motor. Die ständige Änderung der kinetischen Energie erfordert mehr Kraft und Sprit, nicht das konstante Fahren.

Beispiel: Ein Reisebus braucht 90PS in der Ebene um 100km/h zu halten. Die restlichen 290PS eines durchschnittlich motorisierten 12m-Reisebusses sind zum Beschleunigen und für die Steigungen. Wären also die „unwägbarkeiten des Einsatzgebietes“ und die erforderliche Beschleunigung auf dem Seitenstreifen der BAB (als Beispiel) nicht notwendig, könnte man theoretisch beispielsweise einen 2,2l Toyota-D4D Motor mit 400Nm und 177PS in den Reisebus setzen.

gruß

dennis

Hallo formica!

die Kasseler Berge hoch- und runter fährst

Naja, die sind’s nicht, aber immerhin Sauerland.
Bei einem 75PS-Golf muss auch da schon ziemlich häufig runterschalten und ordentlich Gas geben.

Wenn Du eine A-Klasse kaufst, hast Du so viele
Reparaturen zu bezahlen, da vergisst Du bestimmt den 1/4 Liter
Sprit, den Du deswegen mehr oder weniger brauchst.

Okay, bei dem mir angebotenen war bisher noch nichts.
Aber die A’s, die wir in der Flotte hatten, hatten schon öfter mal was .

Dein Renault ist leicht, der Motor ein ausgesprochen dreh- und
leistungsfreudiges Gerät.

Stimmt, 975kg, hatte ich vorher gar nicht drauf geachtet.
Danke - das baut mich jetzt auf, auch wenn meiner mittlerweile ordentlich rostet, verbeult ist und verblassten Lack hat :wink:

Da musst Du bei einem halbwegs modernen Fahrzeug locker 100PS :rechnen, um hinzukommen.

Das deckt sich ja jetzt mit dem oben erwähnten Golf.

Gruss Froggie

Hallo Dennis!

ganz einfache Sache: Fährst Du viel Konstante Geschwindigkeit,
fällt der kleinere Motor bei den Steigungen nicht sehr ins
Gewicht.

Der grösste Teil der Strecke geht über die A45, also eher konstante Geschwindigkeit.
Allerdings muss man bei den Steigungen schon ganz gut ins Gas gehen, um die Geschwindigkeit zu halten.
Bin da schonmal mit Autos hergefahren, die echt Schwierigkeiten hatten trotz durchgedrücktem Gaspedal (z.B. ein aktueller Fiesta mit einer kleinen Maschine). Ich meine, wenn man da Vollgas geben muss, dann geht doch auch der Verbrauch hoch.

Beispiel: Ein Reisebus braucht 90PS…

Interessante Darstellung.
Viele LKW schaffen bei den Steigungen nur 60km/h. Mir ist aufgefallen, dass das oft holländische sind. Das lässt vermuten, dass die schwächer motorisierte Zugmaschinen haben als andere. Entsprechend Deiner Theorie wäre das ja nachvollziehbar: In den Niederlanden (zumindest die Gebiete die ich kenne) gibt’s kaum Steigungen, also reicht ihnen normalerweise die kleinere Maschine.

Gruss Froggie

Hallo zusammen!

Laut Herstellerangaben verbrauchen Autos mit grösserem Motor
im gleichen Modell meistens etwas mehr als die mit kleineren
Motorvarianten.

Wie ist das aber nun, wenn man auf seinem täglichen Arbeitsweg
ein paar Steigungen hat?
Der kleinere Motor muss sich ja viel mehr quälen; oder man
schaltet runter und fährt hochtouriger.
Das müsste man dann doch beim Verbrauch merken, oder?

Nicht notwendigerweise, siehe mein Kommentar unten.
Woher weisst Du, ob der Motor sich „gequält“ fühlt ? Solange er nicht ins Stuckern kommt, ist’s ihm egal.

Hintergrund ist, dass mein alter Wagen langsam aufgibt und mir
eine A-Klasse 140 (altes Modell) angeboten wurde.
Ich denke ein A 160 packt das besser, oder liege ich da
falsch?

Hallo,
tendenziell hat ein (richtig) größerer Motor den höheren Verbrauch, wegen größerer „innerer“ Reibung und höherem Gewicht. Bei einer Differenz von nur 0,2 l Hubraum evtl noch nicht, da der Motor, außer dem längeren Hub, denselben „Grundkörper“ hat.
Darüber hinaus unterscheiden sich Motoren was den spezifischen Krafstoffverbrauch betrifft, d.h. wieviel Kraftstoff wird für welche Leistung (je nach Drehzahl und Lastzustand/Gaspedalstellung) .
Selbst wenn es einem gelingt, an all die nötigen Daten für einen Berechnung heranzukommen, ist letztere umfänglich.
Den entscheidenden Einfluss auf das, was wirklich verbraucht wird, hat letztlich der Fahrer, der nicht gleichmäßig/reproduzierbar fährt. Ein leistungsfähigerer Motor verleitet gerne dazu, die höhere Leistung auch auszunutzen. Da die schließlich idR aus mehr Kraftstoff kommt, muss das allerdings bezahlt werden.
Ohne Frage fährt sich ein Fahrzeug höherer Leistung (besonders Drehmoment) angenehmer.
Fazit : erster grober Anhalt für Verbrauchswerte sind die Herstellerangaben, ansonsten sollte man - bevor man selber seinen Verbrauch „erfährt“ - viel herumfragen.
Gruß
Karl

Hab jetzt einen alten Renault 1,7l mit 73PS bei 5000rpm, der
steckt das ganz gut weg, nur ganz geringer Mehrverbrauch.

Gruss Froggie

Dein Renault ist leicht, der Motor ein ausgesprochen dreh- und
leistungsfreudiges Gerät.

Stimmt, 975kg, hatte ich vorher gar nicht drauf geachtet.

Hallo,
das ist der „Knackpunkt“ im Automobilbau : Die Verbrauchsverbesserungen, die es bei den Motoren in den letzten Jahrzehnten gab, wurden zu einem großen Teil durch den Zuwachs an Gewicht (+ 50-75%, für mehr Sicherheit und Komfort) aufgezehrt. Luftwiderstand (der besonders bei höheren Geschwindigkeiten,ab 60-80 km/h, zum Tragen kommt) etwa -25% .
Mit meinem ersten Käfer vor vierzig Jahren verbrauchte ich rund 7 ltr/100 km (30 PS, ca 700 kg Leergewicht).
Unser neuer Polo ( 55 PS, ca 1100 kg Leergewicht ) kommt aufs selbe.
Gruß
Karl

Interessante Darstellung.
Viele LKW schaffen bei den Steigungen nur 60km/h. Mir ist
aufgefallen, dass das oft holländische sind. Das lässt
vermuten, dass die schwächer motorisierte Zugmaschinen haben
als andere. Entsprechend Deiner Theorie wäre das ja
nachvollziehbar: In den Niederlanden (zumindest die Gebiete
die ich kenne) gibt’s kaum Steigungen, also reicht ihnen
normalerweise die kleinere Maschine.

Hallo,

eine interessante Theorie, allerdings bezweifle ich, dass sich holländische LKW vorzugsweise auch in NL bewegen.

Nach meiner Erfahrung sind sie hauptsächlich auf deutschen Autobahnen, in der Regel auf der linken Spur (Steigungen begünstigen dieses Phänomen), und besonders vor mir unterwegs.

Belgische und niederländische Reisebusse hingegen treffe ich in der Regel in engen Talstraßen in meiner alpendurchsetzten Heimat. Meist in Kurven verkeilt, mit panisch wirkenden Fahrern.

Und nun bitte keine Grundsatzdiskussion darüber - hat nur gerade so schön gepasst…;~)

Grüße
formica