Hallo Helge!
...zumal mir die (heutige) Autoindustrie eh am Arsch
vorbeigeht.
Die heute angebotenen Produkte unserer Autoindustrie halte ich für Auslaufmodelle. Eine langfristige Perspektive kann ich in Produkten nicht erkennen, die im Normalbetrieb mit einem Wirkungsgrad im einstelligen, allenfalls im unteren zweistelligen Prozentbereich unterwegs sind.
Dieses Auto kostet nur einen Bruchteil und kommt, gemessen an
heutigen Autos, mit deutlich weniger Ingenieursleistung aus...
Holz- und Lederausstattungen sind auch keine besonderen Ingenieurleistungen. Angefangen von Antriebskonzepten, über elektronische Fahrten- bzw. Unfallschreiber bis hin zu Verkehrsleittechnik sehe ich mehr Potential für Ingenieurleistungen, als bisher überhaupt geleistet werden kann. Es geht keineswegs darum, zu primitiven Blechkisten mit Seilzugbremsen zurück zu kehren. Ich sehe seit langer Zeit eher eine Industrie, die auf der technologischen Bremse steht und altes Zeug in immer neuen Kleidern verkauft. Seit Jahrzehnten sind es deutsche Hersteller, die bei technischen Entwicklungen erstmal zetern und behaupten, sie könnten bei Einführung neuer Technologie keine Autos mehr verkaufen. Als schon jede französische Nuckelpinne eine 12V-Anlage hatte, verlangte VW dafür Aufpreis. Als es um die Einführung des Katalysators ging, behauptete der damalige VW-Vorstandschef, daß die Technik unbezahlbar sei. Kurz darauf brachten Italiener (oder warens Franzosen) einen Kleinwagen mit Kat und ohne Aufpreis an den Markt. Mit Rußfiltern genau der gleiche Eiertanz. Hybridfahrzeuge gibts von japanischen Herstellern, während sich deutsche Hersteller mit Absichtserklärungen begnügen.
Große Teile unserer Autoindustrie sind satt und träge geworden. Anderweitig werden Fahrzeuge in gleicher oder besserer Qualität gebaut, so daß es mit der Wettbewerbsfähigkeit jetzt schon nicht mehr weit her ist. Die Hersteller leben im Inland noch von Legenden und vom "Image" - finde ich arg dürftig. Wenn hierzulande von "Modelloffensive" die Rede ist, sind andere Formen und Farben gemeint, aber kaum echte Innovationen. Wenn ein deutscher Vorstand in der Automobilindustrie von Technologieführerschaft fabuliert, meint er riesige PS-Boliden mit viel Holz und Polstern, die sich praktisch nicht verkaufen lassen und in ihrem Gesamtkonzept der Denkweise vergangener Jahrzehnte entspringen. Das Ganze läuft zudem in einem Umfeld mit sagenhaft niedrigen Arbeitszeiten und sagenhaft hohen Löhnen, so daß große Teile unserer Autoindustrie nach meiner Einschätzung dabei sind, sich selbst kaputt zu machen.
Gruß
Wolfgang