Hi,
habe eine Grundsatzfrage, wegen einer Diskussion auf Arbeit:
wenn ich während der fahrt, sagen wir im 5. gang bei 100 km/h vom gas gehe, lass ich quasi der motorbremse aufgrund der reibungswiderstände freien lauf, sprich der wagen wird ohne zu bremsen langsamer. soweit klar. aber was passiert im motor, ich habe nicht ausgekuppelt.
meiner meinung nach geht die einspritzpumpe auf nullförderung. heißt die ventile und alles laufen weiter aber der zylinder bekommen keinen sprit mehr, richtig? wenn dem so ist wie ich denke, was machen dann die zündkerzen? zündeln die weiter? zu entzünden gibt es ja in dem moment nichts… wenn ich recht habe.
und wie lief das beim trabant, wo die schmierung im sprit war. wenn er keinen sprit mehr bekommt, wie schmiert er dann?
Vielen Dank.
frank
Hallo Frank!
wenn ich während der fahrt, sagen wir im 5. gang bei 100 km/h
vom gas gehe, lass ich quasi der motorbremse aufgrund der
reibungswiderstände freien lauf, sprich der wagen wird ohne zu
bremsen langsamer. soweit klar. aber was passiert im motor,
ich habe nicht ausgekuppelt.
meiner meinung nach geht die einspritzpumpe auf nullförderung.
heißt die ventile und alles laufen weiter aber der zylinder
bekommen keinen sprit mehr, richtig? wenn dem so ist wie ich
denke, was machen dann die zündkerzen? zündeln die weiter? zu
entzünden gibt es ja in dem moment nichts… wenn ich recht
habe.
Ich weiss jetzt nicht so recht, ob es sich um einen Diesel-oder Benzinmotor handelt, weil Du Einspritzpumpe und Zündkerzen erwähnst.
Bei beiden Motorisierungen bekommt der Motor keinen Tropfen Kraftstoff im Schubbetrieb.
Vergaser haben im Leerlaufkanal ein Magnetventil, Schnellstoppdüse genannt, das wird über bischen simple Elektrik auch zur Schubabschaltung verwendet.
Benzin-Einspritzanlagen regeln das über die Motorelektronik.
Bei Diesel-Einspritzanlagen ist in der Einspritzpumpe ein Fliehkraftregler, der das in Verbindung mit der Gaspedalstellung regelt.
Bei modernen Diesel wird das nun auch elektronisch realisiert.
und wie lief das beim trabant, wo die schmierung im sprit war.
wenn er keinen sprit mehr bekommt, wie schmiert er dann?
Nun, der hatte keine Schubabschaltung,
hat dadurch und deshalb immer etwas Benzin-Öl-Gemisch über den Leerlaufkanal im Vergaser bekommen. Deshalb hat der im Schubbetrieb auch immer das lästige Schieberuckeln gehabt. Der hat also immer mal etwas gezündet und dadurch geruckelt.
Das beim Trabi ist eine wirklich berechtigte Frage,
aber die Erfahrung hat gezeigt, dass diese geringe Schmierung über den leerlaufkanal ausgereicht hat. Da gab es nie Probleme mit den Kolben, und da die Kurbelwelle Wälzlager hat, braucht diese noch viel weniger Öl.
Also das war beim Trabi kein Problem.
Und weiterhin war beim Trabi-Getriebe im 4. Gang ein Freilauf eingebaut, wie im Fahrrad.
Dadurch konnte mann lange Berge einfach hineinrollen,
und der Motor lief ganz normal im Leerlauf.
Bei den ganz alten Trabi´s von 1957 bis 1962 gab es ein Getriebe mit einer manuell betätigten Freilaufsperre, da konnte man bei allen allen Gängen den Freilauf sperren sperren oder nicht. Das haben dann aber die sozialistischen Ökonomen wegrationalisiert.
Alles klar?
Grüße, Steffen!
Ok soweit so gut.
Vielen Dank für die technische Darstellung.
aber was machen nun die zündkerzen (benziner) während der
schubabschaltung? wäre doch unsinn, wenn die weiter funken
geben?
gruss, frank
Hi Frank,
aber was machen nun die zündkerzen (benziner) während der
schubabschaltung? wäre doch unsinn, wenn die weiter funken
geben?
Ich weiß nicht ob das generell so ist, aber bei meinem Wagen wird auch im
Schubbetrieb weiter gezündet. Zumindest liegt am Diagnosestecker auch im
Schubbetrieb das Zündsignal an, und ein Fachmann hatte mir dieses auch mal
bestätigt.
Der Sinn dahinter ist wohl, z.B. bei defektem Einspritzventil den Katalysator
vor unverbranntem Kraftstoff-Luft-Gemisch zu schützen. Würde das Ventil durch
Defekt nicht vollständig schließen, würde der Kraftstoff im Katalysator
oxidiert und der Katalysator dadurch überhitzt.
Außerdem kann ich mir vorstellen, dass die Zündkerze dadurch möglicherweise von
im Schubbetrieb auftretenden Ölniederschlägen freigebrannt wird.
Würde bei der Schubabschaltung auch die Zündspannung abgeschaltet, würden
übrigens viele Nachrüst-Drehzahlmesser nicht mehr funktionieren, da diese
oftmals über einen Hallsensor die Zündimpulse detektieren und als
Drehzahlsignal verwenden.
Gruß
Stefan
klingt plausibel… so wirds sein ; )
Danke DIR!!!