Hallo Leute,
also nachdem ich mich im Plauderbrett orientiert hab wo ich mein Thema am besten poste bin ich hier gelandet.
Was ich möchte ist mir damit mal etwas Luft zu verschaffen und eine hoffentlich rege Diskussion anzuregen die auch hoffentlich nachdenklich macht.
Aber zunächst zur Vorgeschichte, mein Vater hat ein halbes Jahr vor seiner Rente einen schweren Unfall mit seinem LKW gehabt(er war Berufskraftfahrer, 40 Jahre unfallfrei!). Als Folge dieses Unfalls sitzt er seitdem im Rollstuhl mit einer Lähmung ab hals abwärts und Teilfunktionen in den Armen. (Für die die es genauer möchten Lähmung ab C5 und Teilfunktionen bis C8, schaut selbst nach)
Mein Vater war trotz 40 jähriger Unfallfreiheit sicher kein Engel im Verkehr und ich kann mich dran errinnern das ich auch ganz gespannt nebenbei gesessen habe beim Brummirennen in den Kasseler Bergen, aber sein Temperament hat sich berughigt und er hat viele Dinge nicht mehr getan die er früher getan hat. Schon aufgrund der Verkehrsdichte.
Um so tragischer ist es das er, trotz mehr als ausreichenden Sicherheitsabstands und vorgeschriebener Geschwindigkeit wegen des Ungeduld eines anderen LKW Fahrers, diesen Unfall hatte.
Er führ auf der Autobahn bei Neuss hinter einem Blumenlaster hinterher, an einer Abfahr weiter vorraus fing sich der Verkehr an zu stauen und somit wurde alles zähfließender. Ein niederländischer LKW-Fahrer war wohl ungeduldig und scherte aus zum überholen, als er auf Höhe meines Vaters war erkannte er wohl erst das es sich um einen Stau mit mittlerweile stehenden Verkehr handelte und drängelte sich vor meinen Vater auf die rechte Spur und machte dann eine Vollbremsung bzw. eine sehr starke Bremsung. Leider war er so kurz vor meinem Vater eingescherrt das dieser trotz Vollbremsung absolut keine Chance hatte. Er führ auf und das Schiksal wollte es noch schlimmer. Der Kofferauflieger meines Vaters war mit losen Kartoffeln beladen, direkt vom Bauern, und dieser Auflieger gehörte zur älteren Generation die wo der Koffer nur mit Klammern befestigt war. Durch den Aufprall löste sich der Koffer vom Auflieger und rutschte mit voller Wucht von hinten ins Fahrerhaus.
Da die obere Liege rutergeklappt war war dies der Genickbruch für meinen Vater.
Es gibt Bilder von der Zugmaschine bei denen man nicht glauben mag das er da überhaupt lebend rausgekommen ist.
Mittlerweile sind drei Jahre ins Land gegangen und ich hatte ein großes Augenmerk auf jeden ähnlich gelagerten Unfall. Und immer wieder heißt es da das der Sicherheitsabstand nicht korrekt war oder das die Fahrzeuge vorher geschnitten wurden beim wiedereinscheren. Wenn ich selber auf der bahn fahre macht mich das Verhalten mancher Kraftfahrer (egal ob Krad,PKW oder LKW) fast wahnsinnig.
Mit welchem Egoismus und welcher Rücksichtslosigkeit hier teilweise bei Überholvorgängen vorgegangen wird. Obwohl massig Platz nach vorne ist oder wenn eben wenig Platz da ist und sich reingedrängelt wird.
Manchmal denke ich ich sollte mir ne Kamera im Auto installieren und das mal filmen und dann anzeigen, aber das würde nichts bringen da kein rechtskräftiger Beweis.
Hier mal ein paar Beispiele was ich da so sehe:
- schneiden des überholten Fahrzeuges
- überholen trotz Gegenverker
- geringer Sicherheitsabstand trotz hoher Geschwindigkeit
- Ausbremsen
Ich weiß das viele LKW Fahrer lieber einen geringen Sicherheitsabstand wählen weil ihnen sonst immer wieder eine vor die Nase fährt und sie zum bremsen zwingt. Mehr als 40t sind nun mal nicht so leicht zu beschleunigen, klar, aber der eigenen Sicherheit zuliebe sollte einem das egal sein. Andererseit beobachte ich oft das viele oftmals viel zu dicht vor einem Fahrzeug einscheren, was haben die bloß in der Fahrschule gelernt? Schulterblick und überholtes Fahrzeug komplett im Rückspiegel scheint ein Fremdwort zu sein…
Weiterhin ist zu beobachten das sich die Leute anscheinend je größer ihr Fahrzeug ist sich sicherer fühlen und meinen schneller bzw. unvorsichtiger fahren zu dürfen. Frei nach dem Motto ich throne ja über dem Verkehr und sehe auch mehr mir kann nichts passieren.
Sorry absoluter Trugschluß, während des Jahres wo mein Vater in der Berufsgenossenschaftlichen Klinik war wurden diverse LKW Fahrer die dies geglaubt haben mit schweren Verletzungen eingeliefert, zwei sind sogar an der Unfallstelle verstorben wie man in der Presse lesen konnte.
Ach ja dazu fällt mir dann noch die Gurtpflicht ein, so manch einer scheint zu glauben das je größer das Fahrzeug ist er es weniger nötig hat sich anzuschnallen, auch so ein Phänomen. bei LKWs ist das ganze eh etwas verpönt wie es scheint. Dabei kann der Gurt leben retten. Die beiden toten LKW Fahrer hätten auch davon profitiert. Mein Bruder hat davon profitiert und hat es seinem Schutzengel zu verdanken das es ihm nicht so wie seinem Vater ergangen ist.
Ja mag jetzt wie ein Märchen klingen, auch er ist auf einen LKW aufgefahren, sein Glück war der Gurt und die Tatsache das es ein Möbel-LKW mit Verladeschienen war, die Schienen haben seine Zugmaschine regelrecht aufgespiest und der Gurt hielt ihn im Sitz. Er hatte nur ne Prellung vom Gurt und einen leichten Schock(Seine geliebte Lotte war Schrott).
Ich glaub ich könnt noch ellenlang schreiben aber ich werde das ganze jetzt mal mit meinem Appell an die Vernunft aller Kraftfahrenden beenden.
Also bitte haltet Sicherheitsabstand nicht nur zum Vorrausfahrenden sondern nach einem Überholvorgang auch zu eurem Hintermann. Dies schützt euer bzw. das Leben anderer.
Schnallt euch an, auch wenns unbequem ist es könnte im Bedarfsfall eurer Leben retten.
Und bitte glaubt nicht das ein großes Fahrzeug durch die hohe Sitzposition euch mehr Sicherheit bietet, dies könnte dann mal schlimm enden. Es muss nicht mal euer Fehler gewesen sein, ihr musst ihn durch eurer Fahrverhalten nur provoziert haben.
Sehe ich das nun zu eng? Oder, gibt es da noch andere Sichtweisen?
Danke fürs lesen jedenfalls
Schöne Grüße
Andrea