Holla.
Hat jemand von Euch eine Idee, wieso bei mir die Bremsscheiben
eher runter sind, als die (ersten) Bremsbeläge.
Eine Idee schon - nur hätte ich gedacht, dass es diese Probleme schon recht lange nicht mehr gibt.
Irgendwann in den 80er Jahren verschwand das Asbest aus den Bremsbelägen, und es wurde mit diversen Mischungen herumexperimentoren. Man konnte tw. den Eindruck bekommen, als hätte das Asbestverbot die Hersteller aus heiterem Himmel getroffen - dabei hatte es sich eigentlich lange genug abgezeichnet.
Jedenfalls waren verschiedene Phänomene zu beobachten, die von gräßlichem Quietschen, verglasten Belägen über digitale Bremswirkung bis zu spangebender Bearbeitung der Scheiben (und Trommeln) reichten. Verursachte nicht ganz geringe Aufwendungen für Garantie und Kulanz.
Will sagen : Wenn die Reibpaarung nicht stimmt, kann durchaus der falsche Partner verschleißen.
Scheiben kommen - bei uns zumindest - als Rohteil an und werden nur noch ein bisschen per Hi-Speed-Cutting übergedreht; großartige Spanmengen werden da nicht mehr erzeugt. Sollte sich mal eine Charge zu weichen Stahls in die Fertigung verirren, würde man das, denke ich, an der Werkzeugstandzeit, aber vor allem an den entstehenden Spänen merken - mal vorausgesetzt, die Werkstoffprüfung hat nicht schon Alarm geschlagen.
Die andere Möglichkeit ist natürlich die, dass die Bremsen an Deinem Fahrzeug so albern eingebaut wurden, dass von Haus aus etwas schleift - im Laufe von 20000 km geht dann schon allerlei ab. Dass das nicht zu hören und zu spüren wäre, möchte ich aber bezweifeln. Es sei denn (Du schreibst ja von 21000 km in fünf Jahren), ein/e stocktaube/r O/m/p/a mit diversen Ausfallerscheinungen war der Vorbesitzer …
Vielleicht hat man bei Renault aber auch einen Kundenversuch losgetreten. Sagen wir mal, man will mit einem weicheren Werkstoff (oder härteren Belag) in kurzer Zeit breite Erfahrungen sammeln : Entweder man verballert Tausende von Scheiben auf Prüfständen, oder aber man riskiert den Einbau ins Kundenfahrzeug. Da man davon ausgeht, dass, bevor es kritisch wird, das Fahrzeug in einer Werkstatt oder bei der TÜ landet … aber das ist schon arg spekulativ.
Ansonsten fällt mir nur noch eine Erklärung ein : Bremsscheiben rosten in feuchter Luft ganz gut und gerne. Das ist - innerhalb gewisser Grenzen - auch gewollt. Wenn so ein Auto fünf Jahre lang nur zum Brötchenholen benützt wird und ansonsten dunkel im Mondschein helle parkt, summiert sich der Flugrost mit der Zeit auch. Das Gleiche gilt sinngemäß, wenn die Kilometers nur bei Urlaubsreisen gesammelt wurden und die Scheiben den Rest des Jahres fröhlich vor sich hinrosten durften. Bei einem Twingo denke ich eher an die erste Variante.
In jedem Fall dürfte sich die Firma Renault für diesen Sachverhalt interessieren - entweder ist die Misere schon bekannt und wurde klammheimlich („einlaufend“) längst umgestellt, oder aber das Phänomen hat natürliche Ursachen wie vor; da Twingos sehr gerne als Zweitwagen gefahren / gestanden werden, bestünde dann Handlungsbedarf.
Oder aber Du bist der einzige solchermaßen von bösen Mächten verfolgte Renaultfahrer auf dieser Welt. Dann sollte auf dem Kulanzwege wenigstens ein bisschen was zu machen sein.
Gruß Eillicht zu Vensre