... es gibt keine doofen Fragen

Hallo Claus,
beim O 405 GN (Omnibus Typ 405 Gelenk Niederflur) ist die
hinterste Achse (im „Anhänger“ angetrieben). Das kann man
unter anderem von außen feststellen, den diese Achse hat im
Gegensatz zur mittleren Achse ein Außenplanetengetriebe, das nur angetriebene Achsen haben und das in der Radschüssel sichtbar ist (sieht aus wie ein Topf mit einem Ablaufstopfen).
Der Trick bei der Sache steckt im Gelenk, das relativ
aufwändig mit hydraulischen Gliedern das Fahrzeug „streckt“,
wie das genau funktioniert müsste ich erst nachschauen, aber
vielleicht reicht Dir das bisherige als Antwort.
Im übrigen wäre es auch ziemlich kompliziert, die Kraft vom
querstehenden 6-Zylinder-Motor vorbei am Gelenk (das ja
ziemlich starke „Knicke“ zuläßt) auf die mittlere Achse zu
lenken, zumal beim Niederflurbus der Boden schon ziemlich tief
liegt. Es gab/gibt auch Busse (ich glaube von Neoplan), die
quasi den Anhänger mit sich ziehen und Motor und Antrieb im
vorderen Fahrzeugteil haben, aber die sind sehr selten und in
der Regel keine Stadtbusse sondern Spezialanfertigungen z.B.
für Präsentationen auf Messen. Früher als Motor und Getriebe
noch vorne beim Fahrer lagen gab es auch solche
„Anhängerbusse“, die natürlich „konventionell“ angetrieben
wurden.

Gruß
hps

Genau… nur klare Antworten hier !!
Hallo beide,

Es gab/gibt auch Busse (ich glaube von Neoplan), die
quasi den Anhänger mit sich ziehen und Motor und Antrieb im
vorderen Fahrzeugteil haben, aber die sind sehr selten und in
der Regel keine Stadtbusse sondern Spezialanfertigungen z.B.
für Präsentationen auf Messen.

Nicht ganz,

Setra hat früher viele von den Kisten gebaut. Wir hatten auch mal einen von 1977 bis 1990. Der hatte wie gesagt Mittelmotor mit Antrieb der mittleren Achse und der Anhänger hatte gelenkte Einzelräder, welche beim Einknicken des Gelenkes über ein über kreuz gespanntes Seil leicht zum Einschlagen in Gegenrichtung der Vorderräder bewegt wurden, was den Anhänger einen größeren Bogen machen ließ. (Uff, wie kompliziert)

Wir selbst haben 3 Gelenkbusse im Betrieb: 2 alte O 305 G (Vorgänger vom 405) und einen nagelneuen O 530 GN (Citaro).

Die Gelenkbusse lassen sich auch leicht um die Kurven fahren, trotz daß die dritte Achse starr ist und schiebt. Man hat aber eine sehr ausgeklügelte Gewichtsverteilung angestrebt. So ist z.B. der Kraftstofftank zwischen Gelenk und Antriebsachse um Gewicht auf das Gelenk zu bringen, damit der Bus beim Beschleunigen mit der mittleren Achse nicht „abhebt“. Auch wie „hps“ erwähnte wird in den Kurven mittels einer Hydraulik versucht den Zug zu strecken, damit er nicht einknickt beim Gasgeben. Erreicht man den Knickpunkt, wo der Summer ertönt, wird die Hydraulik sogar noch stärker.

Das Rückwärtsfahren ist wie mit einem PkW mit Anhänger. Auch sehr einfach.

Im übrigen hatten die IKARUS-Buss aus dem Osten eine freinachlaufende Achse am Anhänger. Diese wurde NICHT über ein Seil am Gelenk „gesteuert“. Fuhr man damit Rückwärts, fuhr der Anhänger voraus wohin ER wollte.

Maße der alten 305er: 17,43m x 2,50m bei 13,75t Leergewicht und 240PS

Der neue Citaro: 17,995m x 2,515m bei 16t Leergewicht und (bei uns) 300PS

Dennis

Moin Dennis,

Das mit den Ikarus stimmt nicht ganz, die hatten auch gegensätzlich lenkende Achsen im „Anhänger“. Allerdings fuhren sie trotzdem mitunter, wohin sie wollten, dann da Erstzteile quasi nicht existierten wurde improvisiert, was nicht immer zu ganz exakten Einschlagwinkeln und Nachläufen führte und beim Rückwärtsfahren dann Glücksspiel war.

Liebe Grüße
Toralf

Oh Gott,

ich hätte ja nie geahnt, daß meine Frage zu solch komplizierten technischen Exkursen führt *lach*
Die Dinger sind ja ein Meisterwerk an Technik.

Aber auf jeden Fall hochinteressant!!
Haben die Dinger dann nicht im Winter große Porbleme an Steigungen? Wenn ich da nur an meinen alten VW T3 denke…

Faszinierte Grüße, Claus

Naja, das sollte Dir wohl lieber Dennis beantworten, der fährt ja schließlich mit solchen Dingern durch die Gegend…

Gruß
Toralf

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hier noch was zu Deiner Frage…

Oh Gott,

Nein, kein Gott hat Die Dinger entworfen ein Ingenieur !!

ich hätte ja nie geahnt, daß meine Frage zu solch
komplizierten technischen Exkursen führt *lach*
Die Dinger sind ja ein Meisterwerk an Technik.

Irgenwo schon.

Aber auf jeden Fall hochinteressant!!
Haben die Dinger dann nicht im Winter große Porbleme an
Steigungen? Wenn ich da nur an meinen alten VW T3 denke…

Nun ja, wir haben hier eine Ortsgruppe (Römerberg) nahe Speyer, wo unsere Firma schon seit dem Krieg die Schüler nach SP in die Schulen transportiert. Der letzte Ort heiß Mechtersheim und liegt in einer Senke. Die Ortsausgangstraße macht am Ende eine starke Steigung (4-6% ??). Wenn es da glatt ist, ist schluß mit Lustig. Der Wagen ist dann schlicht zu schwer und die Räder drehen durch. Der neue hat ASR, was die Sache aber nicht besser macht. Die Physik setzt alle ESP, ASR, ESD, ABS und wie sie heißen außer Kraft.

Ist die Straße eben aber „bucklig“ und glatt, hast Du das Problem, daß der schiebende Anhänger im rechten Außenspiegel erscheint, weil er der Schwerkraft folgt und etwas von der Straßenmitte weg zum Rand runterrutscht. Überholen kann er allerdings nicht :wink:

Ist die Straße griffig ist das alles kein Problem und die Fahrzeuge lassen sich wunderbar fahren.

Faszinierte Grüße, Claus

Kannst ja mal zu einer Probefahrt vorbeikommen…

dennis