Eisregen

Von: , Frage gestellt am Mo, 5. Feb 2001

Hallo zusammen,

nachdem ich gerade etwa fünf Stünden von Lübeck nach Braunschweig geschlichen bin, wolllte ich mal Eure Meinung zu den Dingen einholen, die mir unterwegs (ich hatte ja viel Zeit zum Beobachten ;-)) ) aufgefallen sind.

Die Straßen hier bei uns sind angesichts der starken Schneefälle der letzten Tge doch recht dicht mit Schnee. Auch auf den Autobahnen war teilweise durch anhaltende Schneefälle eine dichte Schneedecke anzutreffen. Das ist auch gleich der erste Punkt, der mir aufgefallen ist: warum wird angesichts solcher Verhältnisse nicht schon rechtzeitig damit begonnen, die Fahrbahnen zu räumen. Mir ist schon kalr, daß die Straßenmeistereien bei solchen Witterungsverhältnissen ununterbrochen im EInsatz sind und wirklich nicht überall sein können, aber ich habe auf der ganzen Strecke wirklich kaum mal ein Räumfahrzeug gesehen und von geräumten Straßen waren wir ziemlich weit entfernt. Das hat mir doch ein wenig zu denken gegeben...

Ein weitere Punkt in diesem Zusammenhang waren die stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Von den rund 260km, die ich gefahren bin, waren etwa 150 km mit mehr oder weniger starkem Eisregen. Dennoch sind relativ viele Autofahrer mit Geschwindigkeiten deutlich über 80 km/h unterwegs gewesen. Am merkwürdigsten waren aber die LKWs. Die lieben Kollegen sind - der Zeitdruck in der Branche machts möglich - fast alle mit normaler Geschwindigkeit, also etwa 80 km/h, gefahren. Kaum mal ein Brummi, der unter 60 gefahren ist. Also, linke Spur und reichlich Schub. Ich bin zwar immer freundlich auf der rechten Spur gefahren (Durchschnitt so um die 50 km/h), aber wenn so ein Zug von hinten bei den Verhältnissen im Rückspiegel auftaucht, wird einem schon anders.

Mich würde interessieren, wie Eure Erfahrungen mit solchen Verhältnissen sind. Mir war die ganze Zeit ziemlich mulmig und bin - ehrlich gesagt - froh, jetzt zu Hause zu sein.

Gute Nacht Euch allen !

Bis denn dann,

Felix
250 TD, 184 TKM

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Re: Eisregen

    Hallo zusammen,
    Moin auch, Die Straßen hier bei uns sind angesichts der starken
    Schneefälle der letzten Tge doch recht dicht mit Schnee. Auch
    auf den Autobahnen war teilweise durch anhaltende Schneefälle
    eine dichte Schneedecke anzutreffen. Das ist auch gleich der
    erste Punkt, der mir aufgefallen ist: warum wird angesichts
    solcher Verhältnisse nicht schon rechtzeitig damit begonnen,
    die Fahrbahnen zu räumen.
    Warum - keine Ahnung, aber vielleicht 'ne Idee. Wenn es nur schneit, dann ist der Grip der Winterreifen (sollte jeder haben!) bei angepasster Geschwindigkeit recht ordentlich. Auch bei 20cm Neuschnee ;-) ! Außerdem ist auf vielbefahrenen Straßen der Schnee eher wieder von Otto normal Pkw abgefahren, als auf der Landstraße. Zusätzlich wird schon vor einer möglichen Schnee- oder Eiskatastrophe Salz gestreut. Mir ist schon kalr, daß die
    Straßenmeistereien bei solchen Witterungsverhältnissen
    ununterbrochen im EInsatz sind und wirklich nicht überall sein
    können, aber ich habe auf der ganzen Strecke wirklich kaum mal
    ein Räumfahrzeug gesehen und von geräumten Straßen waren wir
    ziemlich weit entfernt. Das hat mir doch ein wenig zu denken
    gegeben...

    Ein weitere Punkt in diesem Zusammenhang waren die stark
    unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Von den rund 260km, die
    ich gefahren bin, waren etwa 150 km mit mehr oder weniger
    starkem Eisregen. Dennoch sind relativ viele Autofahrer mit
    Geschwindigkeiten deutlich über 80 km/h unterwegs gewesen. Am
    merkwürdigsten waren aber die LKWs. Die lieben Kollegen sind -
    der Zeitdruck in der Branche machts möglich - fast alle mit
    normaler Geschwindigkeit, also etwa 80 km/h, gefahren. Kaum
    mal ein Brummi, der unter 60 gefahren ist. Also, linke Spur
    und reichlich Schub. Ich bin zwar immer freundlich auf der
    rechten Spur gefahren (Durchschnitt so um die 50 km/h), aber
    wenn so ein Zug von hinten bei den Verhältnissen im
    Rückspiegel auftaucht, wird einem schon anders.
    Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Damals war ich nocht mit meinem Kadett D unterwegs und der Eisregen war so stark, das sogar meine Innenraumheizung es nicht schaffte, die Windschutzscheibe ordentlich eisfrei zu halten. Demzufolge schlich ich auch mit ca. 30 über die Bahn und auf einem Rastplatz zugs mir dann auch die Beine weg. Na ja. Aber die LKW rauschten trotzdem so an mir vorbei, als wäre nichts! Ich kann's mir nur erklären, das das große Fahrzeuggewicht auf der kleinen Reifenaufstandsfläche mehr Haftung erzeugt als ein Pkw. Das hatte sich bestätigt, als ein Kumpel und ich in seinem Vectra 4*4 im Hunsrück unterwegs waren - auch bei Schnee. Nun kam da ein etwas steilerer Berg an dem sich unten schon die BMWs dann der Rest der Einachstriebler die Zähne ausbiss und als dann ein Stück kam, das noch etwas steiler war, kamen auch wir nicht mehr weiter (blöde Viscokupplung). Beim aufziehen der Schneeketten an dem steilen Stück mußten wir aber aufpassen, das uns die LKWs nicht den Ar... abfahren. Die sind nämlich ohne Ketten und sonstigen Schnickschnack da hoch gekommen (hängt vielleicht auch mit einem Sperrdiff zusammen).
    Bis dahin mal. Mich würde interessieren, wie Eure Erfahrungen mit solchen
    Verhältnissen sind. Mir war die ganze Zeit ziemlich mulmig und
    bin - ehrlich gesagt - froh, jetzt zu Hause zu sein.

    Gute Nacht Euch allen !

    Bis denn dann,

    Felix
    250 TD, 184 TKM

  2. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Re: Eisregen

    Na hör mal!
    Anfang Februar mit einem Wintereinbruch zu rechnen - Du traust unseren Straßendiensten ja einiges zu ;-)))

    Ironische Grüße,
    Micha

  3. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Eisregen

    Hallo,

    vor ein paar Tagen bin ich von Stuttgart nach Karlsruhe. Temp nach Autothermometer (stimmt recht genau) lag bei 0 bis -1 Grad Celsius. Es ging ein leichter Schneeregen runter und ein maessiger Wind bliess. Unterwegs den Schneepflug ueberholt, auf dem fogenden Stueck war also nicht gestreut!
    Ich bin 80 gefahren und dachte das sei schon zuviel. Aber ich war der Langsamste auf der Strecke (ausser dem Pflug). Teilweise rasten die PKW an mir vorbei mit geschatzt mindestens 150.

    Offensichtlich rechnet keiner mit einer vereisten Stelle auf einer Bruecke. Da genuegen 10 Meter Eis auf einer Fahrzeugseite und man kommt ins Schlingern. Dann Teilweise das dichte Auffahren. Sind eben alles Wahnsinnige..

    Gruss, Niels

    • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
      Re^2: Eisregen

      Offensichtlich rechnet keiner mit einer vereisten Stelle auf
      einer Bruecke. Da genuegen 10 Meter Eis auf einer
      Fahrzeugseite und man kommt ins Schlingern. Dann Teilweise das
      dichte Auffahren. Sind eben alles Wahnsinnige..

      Gruss, Niels
      Das sehe ich genau so! *g* Selbst wenn man sich selbst auf die Witterung einstellt und angemessen fährt, sinkt die Unfallgefahr nicht, weil einige "Idioten" dann meinen, auch besonders dicht auffahren zu müssen. Einmal als ich morgens zur Arbeit fuhr und die Straße von einer dichten Eisdecke überzogen war, nahm ich eine Folge von zwei leichten Linkskurven der Hauptstraße mit ca. 20 km/h. Im Rückspiegel sah ich ein Fahrzeug schnell näher kommen. Die erste Kurve hat er noch geschafft und bei der zweiten ist er dann in die am Straßenrand liegende Bushaltestelle hineingeschlittert (die zum Glück um diese Zeit noch menschenleer war). Einige fahren vielleicht zur vorsichtig, einige leichtsinnig, aber im Prinzip kann es jeden treffen und sich hetzen lassen darf man auf keinen Fall!
      Gruß
      Michael

  4. Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
    Re: Eisregen

    Moin Felix,

    ja, der Zustand unserer Straßen läßt sehr zu wünschen übrig, und man hat immer den EIndruck, der WInter wäre etwas völlig Neues, nie Dagewesenes...
    Ich habe heute auch noch kein Räumfahrzeug gesehen, dafür jede Menge Eis und Schnee...
    Ich bin ja nun, wie Du weißt, auch einiges unterwegs, egal was für Wetter wir haben. Generell wird bei diesem Wetter zu schnell gefahren, das mal vorneweg. Bei vielen, auch Berufskraftfahrern, ist da sicher das "ich bin immer unfallfrei gefahren und außerdem sehe ich hier oben mehr" nicht ganz unschuldig. EInen Großteil der Schuld liegt aber auch im Zeitdruck, da wird eben gefahren auf Teufel flieg raus... Fest steht: Ein LKW hat, zumindest beladen, durch seine hohen Achslasten einen guten Stand und je höher man sitzt, desto weiter kann man normalerweise sehen. ABER: wenn es ans Bremsen geht, müssen 40 Tonnen zum Stehen gebracht werden, was zwar dank hoher Achslast nicht so schnell rutscht, aber eben dann doch rutscht. Und nicht wenige haben sich dann im Straßengraben oder auf dem Vordermann wiedergefunden. Denn Physik gilt auch für LKW's und auch unter Zeitdruck.
    Ich habe mal ein Fahrsicherheitstraining für LKW mitgemacht, da lernt man erst mal, was die Dinger wirklich können, sieht aber auch die Probleme, die man vorher entweder nie erlebt hat oder sich sicher war, sie zu meistern. Auch alte Hasen haben da gestaunt, was man nicht so alles in Routine für machbar hält... und durften dann aus dem Kiesbett befreit werden...

    Allen eine gute und sichere Fahrt und bitte nie vor einem 40 Tonner ohne Grund bremsen, das geht bei dem Wetter nicht gut...

    Liebe Grüße
    Toralf

  5. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Kein richtiger Winter; zuviel verläßlichkeit

    Hallo zusammen zurück,

    1.: die Autobahnmeistereien können bei starkem Schneefall nicht sofort wieder am Anfang der zu streuenden Strecke sein, da Sie ja zwischendurch auch wieder laden müssen.

    2.: Die heutigen Autofahrer sind viel zu sehr verwöhnt, daß immer alles piccobello sauber ist. Es ist nun mal eben Winter und da schneit es eben. Zu meinem Bedauern haben wir keinen "richtigen" Winter mehr, was uns Schneebedeckte Straßen am Stück beschert und mehr Sicherheit bietet wie diese Eisregnerei

    3.: Wie sehr sich die Leute darauf verlassen, daß gestreut ist, anstelle sich den Straßenzustand anzuschauen, bewies letzte Woche die A65 bei Landau: Auffahrunfall, weil die zuständige AB-Meisterei vergaß zu streuen und die Leute über die Reif/,- Spiegelglatte piste donnerten und keinen Abstand hielten.

    gruß

    dennis

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