Scharfe Nockenwellen, und Schaltwegverkürzung ?

Hallo !
ich hab mal gehört, das ich bei meinem Auto, scharfe Nockenwellen einbauen lassen kann, meine Frage wäre jetzt, was bringt das, und was wird dort gemacht, und vielleicht noch mit ungefährem Preis, danke erstmal. Zu meiner 2.Frage, Schaltwegverkürzung, ich möchte bei meinem Auto eine Schaltwegverkürzung machen lassen, was es bringt, ist ja klar, besseres schalten etc., aber meine Frage wäre auch hier, was wird da gemacht, und was für Kosten entstehen da für mich.

MFG Martin

Scharfe Nockenwelle
Hallo Martin,

bei einer scharfen Nockenwelle sind die Ventilsteuerzeiten so, daß die Ventile länger offen bleiben und den Zylinder besser füllen. Damit erhöht sich geringfügig der Verdichtungdruck. Sollte man nur bei Kurbelwellenlagertechnisch gesunden Motoren machen.

dennis

Hallo Dennis!

Warum heißt die dann „scharf“ ?
Wenn die Ventile länger offen bleiben, müßte die obere Anlaufkante der Nocke doch länger sein, also stumpfer.
Bei einer sichtbar „scharfen“ Nocke, wäre doch die Öffnungszeit kürzer.
Oder soll das nur bedeuten, der Motor wird dadurch schärfer, kräftiger?
Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Werner,

Oder soll das nur bedeuten, der Motor wird dadurch schärfer,
kräftiger?

Der Motor wird kräftiger, allerdings im Sinne von „giftiger“, d.h. untenrum kann es schon sein, dass keine Mehrleistung da ist, während er im höheren Drehzahlbereich Mehrleistung hat.

Ist nicht ganz billig, tut dem Motor auf lange Sicht nicht unbedingt gut und wird meistens in Verbindung mit anderen Tuning Maßnahmen (Hubraumvergrößerung usw.) durchgeführt.

Grüsse

Sven

Hallo Sven,

so muss es nicht unbedingt sein, ein guter Freund hatte einen
BMW E30 (325i) mit einer „scharfen“ Schrick-Nockenwelle, diese
bewirkte ein höheres Drehmoment, also mehr „Bumms“ aus dem
Drehzahl-Keller, und zwar so heftig, das er sich bei einer
Beschleunigungs-Wettfahrt mit nem Käfer eine Antriebswelle
abgeschert (abgerissen) hat…achja, der Käfer hatte nen Porsche
Motor eingebaut, und war schneller *bg*

Viel Spass beim tunen…
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Zusammen!

Da brauche ich schon eine genauere Erklärung.

Bei einem Motor ohne Aufladung :
Wenn das Einlaßventil später schließt, bedeutet das, daß der Kolben längst wieder auf dem Weg nach oben ist und einiges der angesaugten Luft wieder herausgeschoben hat. Und weniger herein kann. Wo ist da der Vorteil? Das Einlaßventil schließt nicht bei exakt UT, sondern später.
Gleichzeitig wird der Kompressionsdruck geringer.

Bei einem Motor mit Aufladung :
Das Einlaßventil schließt normal ca 30° nach UT. Ist die Nocke so verändert, daß es erst bei ca 35° schließt, ist der Kompressionsraum also um diese 5° kleiner und theoretisch steht weniger Verbrennungsluft zur Verfügung. Da der Ladedruck immer gleich ist und damit die geförderte Verbrennungsluft auch, erhöht sich doch die Verbrennungsluftmenge nicht! Ganz im Gegenteil, sie ist kleiner.

Ist es nicht so, daß die sogenannte „scharfe“ Nockenwelle eine Nockenwelle mit vorgeschobenen Nocken ist? Die Zündung also früher einsetzt als normal und dadurch die Zünddrücke erhöht werden?

Klärt mich auf Ihr Motorspezialisten!!
Gruß Werner

Hallo Michael,

achja, der Käfer hatte nen
Porsche
Motor eingebaut, und war schneller *bg*

hatte er einen 6-Zylinder-Motor oder wie üblich einen Typ4 ? (beim 6-Zylinder gibt’s keine Rückbank mehr).

Habe schon Käfer mit 250 PS gesehen (Tafel-Tuning), die in 4,x Sekunden auf 100 waren und erst bei ca. 240 km/h war Schluss…

…ein Wahnsinn !!!

Grüsse

Sven

Hallo Werner,
der Ausdruck „scharf“ kommt daher,das der Abstand zwischen öffnen des Auslassventils und schliessen des Einlassventils kürzer wird.Somit spricht man vom „scharfen“ überschneiden.
Gruß Sebastian

Hallo Sebastian!
Wie denn das? Vor Öffnen Auslaß liegt der Zündvorgang!!
Zwischen beidem, Öffnen Auslaß und Schließen Einlaß, liegt doch erstmal der Spülvorgang. Das Auslaßventil öffnet noch im Arbeitshub vor UT. Dann folgt der Ausschub der Abgase und kurz vor OT öffnet das Einlaßventil. Das Auslaß schließt kurz nach OT.

Ich kann mit der Nockenwelle die Ventile so steuern, daß sie weniger weit aufgehen. Das wäre aber ein Witz, dann hätte man eine schlechte Spülung und keine Leistungssteigerung.
Weiter auf ist wohl nicht möglich, da sie von Haus aus so konstruiert sind, daß sie den Querschnitt so groß wie möglich machen. Also sich so tief wie möglich bewegen. Eine weitere Öffnung würde nichts bringen.

Ich kann mit der Nockenwelle die Ventile so steuern, daß sie länger oder weniger lang aufbleiben.
Bleibt das Einlaßventil länger auf, geht viel Frischluft wieder verloren und die Kompression verringert sich.
Geht das Einlaßventil früher zu, hat man eine schlechte Spülung , es fehlt Luft und es kommt nicht zum erwünschten Kompressionsdruck.
Bleibt das Auslaßventil länger auf, wird viel Frischluft mit hinaus befördert.

Geht das Auslaßventil früher zu, bleiben Abgase im Zylinder und zu wenig Frischluft kann hinein. Was wieder zu einer schlechten Verbrennung führt.

Eine Leistungssteigerung erhalte ich nur, wenn sämtliche Steuerzeiten und Spülvorgänge optimal sind.

Die Folge Öffnen Auslaßventil ------ Schließen Einlaßventil gibt es nicht.
Es gibt Schließen Auslaßventil ------ Öffnen Einlaßventil. Und das auch nur mit starken Überschneidungen.
Es schließt nicht das Auslaßventil und dann öffnet das Einlaß, sondern das Einlaßventil öffnet bis zu 20° vorher.
Wenn immer ein Ventil auf und das andere zu wäre, käme es nicht zu einem guten Spülvorgang. Die Abgase werden von der Frischluft zum Teil herausgedrückt.

Ich glaube ja, daß im KFZ-Motorenbau viele Dinge gemacht werden, die merkwürdig sind. Wer sich aber so eine Nockenwelle einbaut, muß mit dem Leben seines Motors abgeschlossen haben.
Und so wahnsinnig hoch kann die Leistungssteigerung nicht sein, nur der Brennstoffverbrauch
Gruß Werner

Hallo Werner,
ok,ok,ich habe mich nicht richtig ausgedrückt.Ich dachte gerade bei Dir,das Du weisst wie ich es meine.
Wie Du schon so treffend sagst,mit der Nockenwelle ändere ich die Steuerzeiten.Da eine Seriennockenwelle aber nicht unbedingt auf das erreichen der Maximalleistung sondern eher auf sparsamen Verbrauch ausgerichtet ist,bewegt es viele dazu,sich eine „scharfe“ Nockenwelle einzubauen.Dies bedeutet natürlich nicht,das die Öffnungszeit beliebig verlängert werden kann,sondern nur das die Öffnungszeit länger ist,als bei der Seriennockenwelle,und zwar soweit,das der Zeitpunkt des Überschneidens der Ventilöffnung Ausslass,Ventilöffnung Einlass auf ein minimum reduziert wird.Würde man es weitertreiben,würde man zwangsläufig den Punkt erreichen,an dem beide Ventile in einem Zeitabschnitt (wenn auch nur geringfügig)geöffnet sind.
Dann wäre natürlich die Arbeit umsonst.
Stell Dir das mal so vor wie beim Zweitakter,an dem Ein- und Auslasschlitz in einem berechneten Abstand zueinander im Zylinder sind.Ein erweitern der Schlitze nach oben und unten bringt bis zu einem bestimmten Bereich eine Leistungssteigerung,jedoch bringt es nichts,den Einlasskanal soweit zu erweitern,das er mit dem Auslasskanal überschneidet.In diesem Moment würdest Du nur erreichen,daß das gerade angesaugte Frischgas zum Teil zum Auspuff rausgeht.
Und das bei einer Leistungssteigerung auch Sprit gespart werden kann ist bekannt (Aufladung).Somit kommt es immer auf die Grundkonstruktion an,was sich herausholen lässt.
Gruss Sebastian

Hi Sven,
der Käfer hatte noch den alten 4 Zylinder drin, allerdings mit
respektablen 200 PS laut Besitzer…und er ging echt wie d´Sau!

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]