Ich habe am Wochenende gaaaanz brav einen Sicherheitskurs beim
ADAC absolviert. Der Kursleiter meinte auf meine Nachfrage wegen
Reifendruck, er fährt auf seinem Wagen (OMEGA) vorn wie hinten,
3,0 bar. Er mache dass seit Jahren und habe keinen erhöhten Ver-
schleiss in der Mitte der Lauffläche, wie ich eigentlich erwartet hätte. Der Bremsweg würde auch nicht länger ( hätte ich eigentlich auch erwartet !), da duch das Abnicken der Front des
Fahrzeuges beim Bremsen sich 70% der Last vorn aufbauen, was wieder genügend „Anpressdruck“ erzeuge.
Kann man dass so stehen lassen?
Weitere Fragen: Was sagen die Stossdämpfer?
Was sagt die Versicherung im Falle eines Unfalls?
In schnell gefahrenen Kurven stabiler??
Ich habe mal zu Testzwecken die 3,0 reingetan ( Octavia 7,5x17 Zoll 225/45 ) schon recht hart die Angelegenheit …
richtig ist, lieber reichlich Luftdruck als zu wenig. Wenn Du überwiegend alleine unterwegs bist, schadet es weiter nicht, den Luftdruck für Autobahn bei voller Beladung zu verwenden. Eine darüber hinaus gehende Erhöhung des Luftdrucks führt ziemlich sicher zu verstärktem Reifenverschleiß in der Mitte der Lauffläche.
Es ist zwar zutreffend, daß bei einer Bremsung viel zusätzliche Last auf die Vorderräder kommt, aber die übliche Fahrt besteht doch nicht überwiegend aus Bremsmanövern. Außerdem leidet der Fahrkomfort spürbar und man hat durch die verstärkte Rüttelei längerfristig mit Schäden an Schwingungsdämpfern und Karosserie zu rechnen.
Was also soll der hohe Luftdruck bringen?
Anders ist der Fall bei einem Fahrzeug zu beurteilen, mit dem dauernd extreme Fahrmanöver demonstriert werden sollen, z. B. mit hoher Geschwindigkeit extreme Kurvenfahrten, das Fahrzeug wird stuntmäßig seitlich auf 2 Räder gestellt und ähnliche Spielchen. Dann fragt niemand nach Reifenverschleiß und Fahrkomfort. Dann geht es nur darum, die Reifen auf ihrem Sitz zu halten. Das alles ist mit der üblichen Straßensituation nicht vergleichbar und kann kein Grund sein, am Reifendruck der Familienkutsche etwas zu ändern.
Was also soll der hohe Luftdruck bringen?
Der Spritverbrauch sinkt ordentlich durch den geringeren
Rollwiderstand, liegt bei 0.3 Liter.
Ja, das stimmt. Ich fahre selbst immer mit 0.2 bar mehr als gefordert - allerdings nicht mit 3 bar; das dürfte für einen Pkw viel zuviel des Guten sein. Dem geringeren Spritverbrauch steht dann nämlich eine geringere Haftung - besonders bei Nässe - gegenüber; der Verschleiß an Stoßdämpfern und Aufhängung erhöht sich erheblich. Etwas mehr als vorgeschrieben, schon zum Ausgleich der Toleranzen bei der Messung, aber nicht übertreiben!
(Davon abgesehen fahre ich einen sogenannten Purzel (Aaaaah!), und der ist schon straff genug, auch ohne daß ich ihn per Luftdruck in eine hochfeste Stahlkugel verwandle).
weil die das vorschreiben, was der beste Kompromiß aus Sicherheit, Verschleiss, kraftstoffverbrauch und (!) komfort bedeutet.
Durch mäßig höheren Druck, 3.0 zähle ich dazu, wird die Sicherheit zumindest nicht verschlechtert, eher verbessert, Verschleiss und Karaftstoffverbrauch nehmen ab - der komfort aber auch.
Deshalb wird eben weniger angegeben…
Schaut mal auf den Reifen und siehe da: der Hersteller gibt oft den Reifendruck in Psi an.
Oft sind es exakt 300, sprich 3,0 Bar.
Schäden am Fahrzeug sind nicht zu erwarten, eher geringerer Verbrauch, geringerer Reifenverschleiß und eben auch ein bischen Komfortverlust, weshalb die Hersteller auch niedrigere Drücke empfehlen.
Ergo: 3,0 Bar sind o.k.
Das klingt interessant. Bei mir sind 4,0 bar angegeben
Bremswegverlängerung ?? und schnellerer Verschleiss ?? der
Stossdämpfer – das wäre noch interessant zu wissen. Wenn
diese Punkte sich noch positiv klären, dann würde ich den
Druck wohl so lassen, da die Kurvenstabilität
schon beachtlich ist! Hatte gestern das zweifelhafte Vergnügen
dies zu testen: Mit ca. 180 auf der Autobahn bergauf in Kurve;
wegen in meine Spur fahrenden Transporter recht heftig Bremsung
auf 90. Die Fliehkraft hat die Kiste ordentlich nach aussen getrieben, blieb aber einigermassen stabil. Mit einem dünneren
(195 und mit wesentlich höherer Seitenwand 65 ! ) Normalreifen
und normalem Druck könnte hier die Kiste schon ausgebrochen sein.
prinzipiell ist der Druck von der verwendeten Reifengröße abhängig. Soweit Ich weiß (nagelt mich nicht fest) müssen bei Breitreifen und Niederquerschnitt mehr Luft rein, damit se nicht bei Belastung auf der Felge fahren.
Ein bißchen mehr (+0,5) schadet keinem und senkt tatsächlich den Spritverbrauch.
Ich selbst gebe bei hoher Fahrzeugbelastung (Geladen und Anhängerlast) bei 145er Reifen 3,5bar drauf. (Im Papier: 1,7 bis 2,0)
Selbst als Ich im Juni nach Marokko fuhr (ohne Anhänger aber voll), hatte Ich hinten 3 bar drauf. Die Reifen zeigten nach den 8000km keinen Verschleiß in der Mitte.
Vielleicht können meine Erfahrungen auch etwas weiterhelfen.
Ich hab etwa 5 Jahre lang einen Kadett E gefahren. Gewicht etwa 950 kg, Reifen 195er. Vorgeschriebener Druck (bei Normallast) hinten 1,9 vorne 2,1. Ich habe meine Sommerreifen 4 Sommer gefahren (hinten 2,4, vorne 2,6). Das waren etwa 70.000 km und die Reifen waren etwa zu zwei Drittel abgenutzt, also hätte ich sie nochmal gut 30.000 km fahren können. Soviel sollte jeder Reifen aushalten, vorausgesetzt, man fährt anständig…
Die Druckangaben der Reifen (am Fahrzeug, nicht am Reifen) sind sowieso nur der Mindestdruck. Wenn man also den Druck um etwa 0,2 Bar erhöht, ist man je nach Reifen und Fahrleistung etwa nach 6-8 Wochen wieder beim Mindestdruck angelangt. bei 0,2-0,4 Bar mehr leidet auch der Komfort noch nicht besonders, aber die anderen Vorteile (schon mehrfach angesprochen) sind schon spürbar.
Zu den 3,0 Bar kann ich nur sagen, dass es bei Klein- und Mittelklasse-Wagen nichts bringt. Bei einem Omega sieht das ja wieder anders aus.
Ich persönlich fahre seit mehr als 7 Jahren mit etwa 0,4-0,5 Bar über Minimum. Ich habe noch nie einen Reifen wegen zu starker Abnutzung austauschen müssen, trotz teilweise über 30.000 km pro Jahr. (nach 5-6 Jahren wird das Gummi spröde, dann wird es höchste Zeit
Danke für Deinen Tatsachenbericht.
Hattest Du vermehrten Verschleiss bei Stossdämpfern ?
Bremserfahrungen?
Ja, aber ich glaube nicht (nur?) wegen dem Luftdruck. Ich hatte verkürzte Federn und Koni gelb Dämpfer, nachdem die Originalen bei knapp 100 TKM den Geist aufgegeben haben. Als ich allerdings den Kadett mit 170 TKM verkauft habe, hat ein hinterer Dämpfer schon starke Verschleisserscheinungen gezeigt. Kein Wunder, der Karren fuhr sich wie ein Einkaufswagen!
Nun, ich hatte nie Schwierigkeiten beim Bremsen. Aber ich kann mich erinnern, dass die Bremsen (beim Kadett) ans sich nie gut waren. Zumindest hat es über 5 Jahre keine Probleme gegeben, trotz vieler brenzliger Situationen.
Aber ich glaube du meinst das im Bezug auf den Luftdruck.
Dazu kann ich nur sagen, dass ich festgestellt habe, dass bei niedrigerem Druck, das Fahrzeug stärker zum Ausbrechen neigt. Es lässt sich nicht mehr so gut kontrollieren…
Das ist mein subjektiver Eindruck.