Re^5: Bilder vergrößern ohne Qualiverlust
Außerden, wenn es am Bildschirm besser aussieht, warum soll
es dann auf Papier keinen Effekt haben??? Das widerspricht
sich.
Nein, es widerspricht sich nicht. Die Auflösung am Bildschirm entspricht ca. 72 dpi. Eine erste annehmbare Printauflösung liegt bei 300 dpi. Da unterscheiden sich die Rahmenbedingungen schon ganz gewaltig.
Wenn die Pixel im Bild mit bloßem Auge erkennbar sind, macht
eine
Interpolation eine subjektive Verbesserung. Die Kanten und
Strukturen werden geglättet. Die einzelnen Pixel sind nicht
mehr
zu sehen. Das Bild sieht aus, wie "weichgezeichnet"
Das würde ich schon als deutlich (subjektive) Verbesserung
ansehen.
Eine Weichzeichnung kann bei einem detailreichen Motiv nie eine Verbesserung sein. Insbesondere im Print kommt es auf Schärfe an, nicht auf Weichzeichnung. Die Weichzeichnung wird bei der Vergrößerung schnell zur Unschärfe. Unschärfe läßt Details verschwinden. Z.B.: Feine Details wie Haare bei einem Portraitfoto etc. verschwimmen bei einer Weichzeichnung.
Bei Schriften kann es auch Sinn machen.
Eine Interpolation mit Anti-Alias-Filter erzeugt aus einem
Schriftzug mit deutlich erkennbaren Pixeln einen
geglätteten Schriftzug, was durchaus deutlich angenehmer
aussehen kann, als das pixelige Original.
Stimmt in diesem Fall, gilt aber größtenteils nur für Schriften. Das liegt daran, dass Schriften im Regelfall auf kleinen Größen basieren, eine Vergrößerung daher in der Tat sehr pixelig werden würde. Derart kleine Datenmengen fallen bei Fotos selten an. Im übrigen ist auch bei Schriften ab einer gewissen Größe eine Vektorisierung besser als Anti-Alias-Filter.
In diesem Fall ein kleiner Versuch: Erstelle in einer normalen Pixel-basierenden Bildbearbeitung (Photoshop, Photoimpact etc.) eine Schriftzug in Größe 12 und speichere das Bild dann als JPG File. Schließe die Datei, öffne sie wieder und vergrößere sie auf das zehnfache. Das Ergebnis ist eine reguläre Vergrößerung durch Interpolation.
Nimm dann eine neue Datei in der Bildbearbeitung und erstelle den Schriftzug in Schriftgröße 60. Wieder speichern, schließen, neu öffnen und auf das Doppelte vergrößern.
Vergleiche nun beide Schriften und Du wirst die Grenzen und die Probleme der Interpolation erkennen. Wenn Du dann dagegen eine Datei betrachtest, die die Schrift gleich in Größe 120 aufgenommen hat, dann siehst Du, dass das Ausgangsmaterial immens wichtig für die spätere Größe der Darstellen, sei es per Monitor oder als Print, ist. Vergrößern per Software bringt daher grundsätzlich immer Qualitätsverluste.