Tante Friedas Bratensoße

Von: , Frage gestellt am Sa, 16. Sep 2000

Nach der letzten harten Nuß jetzt wieder was einfaches zum Thema Küchenphysik.
Tante Frieda will ihre Bratensoße eindicken. Dazu muß sie ein paar Gramm Mehl in Wasser einrühren. Der dünnflüssige Mehlschlamm wird dann mit der Bratensoße kurz aufgekocht. Leider muß sie immer sehr lange rühren bis sich die letzten Mehlklumpen aufgelöst haben.
Was macht Tante Frieda wohl falsch ? Warum dauert es so lange, bis sich die Klumpen auflösen und was muß Tante Frieda tun, damit es wesentlich einfacher und schneller geht ?
Es versteht sich von selbst, daß Tante Frieda nur echtes Mehl verwendet und nicht so'n neumodisches Soßenfix-Kram.

Jörg

9 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Minute hilfreich
    Re: Tante Friedas Bratensoße

    Huhu! Leider muß sie immer sehr lange rühren bis sich die letzten
    Mehlklumpen aufgelöst haben.
    Was macht Tante Frieda wohl falsch ? Warum dauert es so lange,
    bis sich die Klumpen auflösen und was muß Tante Frieda tun,
    damit es wesentlich einfacher und schneller geht ?
    *kicha* Sie verwendet bestimmt nicht die guten Schüttelschüsseln von Tupper ;-)

    Bye, Vanessa

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: Tante Friedas Bratensoße

      Huhu! Leider muß sie immer sehr lange rühren bis sich die letzten
      Mehlklumpen aufgelöst haben.
      Was macht Tante Frieda wohl falsch ? Warum dauert es so lange,
      bis sich die Klumpen auflösen und was muß Tante Frieda tun,
      damit es wesentlich einfacher und schneller geht ?
      *kicha* Sie verwendet bestimmt nicht die guten
      Schüttelschüsseln von Tupper ;-)

      Nein, sowas hat sie nicht. Das Geld kann sie sich auch sparen, wenn hier die richtige Lösung gepostet wird. Es geht einfacher und vor allem viel billiger.

      Jörg

  2. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Tante Friedas Bratensoße

    Verwendet sie ein Sieb um das Mehl vor dem Einrühren ins wasser hineinzusieben?
    Verwendet Sie kaltes oder warmes Wasser????

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: Tante Friedas Bratensoße

      Verwendet sie ein Sieb um das Mehl vor dem Einrühren ins
      wasser hineinzusieben?
      Nein, nicht nötig, das ganz normale Weizenmehl kommt direkt aus der Tüte Verwendet Sie kaltes oder warmes Wasser????
      Damit das Ganze nicht vorzeitig pampig wird, nimmt sie kaltes Leitungswasser.

      Kleiner Tipp:
      Als Hilfsmittel ist nur ein kleines Gefäß, z.B. kleine Schüssel, und ein Gegenstand zum Einrühren wie z.B. Teelöffel nötig.

      Jörg

      • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
        Re^3: Tante Friedas Bratensoße

        ich weiß zwar nicht, ob dir das genügt, aber bei mir funktioniert
        das jetzt seit jahrzehnten klumpenlos:
        man muß nur dafür sorgen, daß das mehl gleichförmig im wasser
        verteilt ist und nicht als nasser satz unten im einschüttgefäß
        liegt. die teilchen hält man in schwebe, indem man rührt und dann
        sofort schüttet, solange der strudel noch anhält.
        besonders gut geht die sache, wenn man etwas cognac oder ähnlich
        geistvolles nimmt, der alkohol hilft bei der dispergiererei und
        macht nebenher einen guten geschmack. muß natürlich zum rezept
        passen.

        markus

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Tante Friedas Bratensoße

          ich weiß zwar nicht, ob dir das genügt, aber bei mir
          funktioniert
          das jetzt seit jahrzehnten klumpenlos:
          man muß nur dafür sorgen, daß das mehl gleichförmig im wasser
          verteilt ist und nicht als nasser satz unten im einschüttgefäß
          liegt. die teilchen hält man in schwebe, indem man rührt und
          dann
          sofort schüttet, solange der strudel noch anhält.
          Naja, ich weiss nicht, ob Tante Frieda das noch so gut hinkriegt. besonders gut geht die sache, wenn man etwas cognac oder
          ähnlich
          geistvolles nimmt, der alkohol hilft bei der dispergiererei
          und
          macht nebenher einen guten geschmack. muß natürlich zum rezept
          passen.

          Oh, oh, da müßte Tante Frieda ihr täglich Glas Wein aber auf 1/3 reduzieren, damit ihre Diät wieder stimmt. Wer soll das dann ausrechnen, wenn es bei einem halben Glas schon so schwierig war ?

          Jörg

  3. Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
    Re: Tante Friedas Bratensoße

    Hi Jörg
    vernünftig angerührtes Mehl hat keine Klumpen ;-)
    Also das Mehl in die Tasse und nach und nach Wassser zugeben, feste durchkneten. Es bildet sich ein geschmeidiger Teig, der bei weiterer Wasserzugabe dünnflüssig wird, ein wenig stehen lassen, ganz langsam in die Sosse geben, dabei ordentlich umrühren.
    Aber das ist ja die kastrierte Version für neumodische Kalorienfanatiker ;-).
    Tante Frieda ist noch vom alten Schlag, die macht das so:
    Butter und Mehl zu gleichen Teilen, die Butter schmelzen, ein wenig erhitzen, bis sie klar ist, also das Wasser darin verdampft.
    Mehl einstreuen, mit dem Holzlöffel gut durchrühren und vorsichtig erhitzen, jetzt beginnt die Stärke zu fermentieren, es bildet sich das wasserlösliche Dextrin, das eigentliche Verdickungsmittel.
    Abkühlen lassen, in einen Topf geben, etwas heissen Bratensaft zugiessen, mit dem Schneebesen durchschlagen, bis die Mischung homogen ist. Jetzt langsam erhitzen und den Rest zugeben.
    Perfekt ;-)
    Gruß
    Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Tante Friedas Bratensoße

      Hi Jörg
      vernünftig angerührtes Mehl hat keine Klumpen ;-)
      Also das Mehl in die Tasse und nach und nach Wassser zugeben,
      feste durchkneten. Es bildet sich ein geschmeidiger Teig, der
      bei weiterer Wasserzugabe dünnflüssig wird, ein wenig stehen
      lassen, ganz langsam in die Sosse geben, dabei ordentlich
      umrühren.
      Aber das ist ja die kastrierte Version für neumodische
      Kalorienfanatiker ;-).
      Tante Frieda ist noch vom alten Schlag, die macht das so:
      Butter und Mehl zu gleichen Teilen, die Butter schmelzen, ein
      wenig erhitzen, bis sie klar ist, also das Wasser darin
      verdampft.
      Mehl einstreuen, mit dem Holzlöffel gut durchrühren und
      vorsichtig erhitzen, jetzt beginnt die Stärke zu fermentieren,
      es bildet sich das wasserlösliche Dextrin, das eigentliche
      Verdickungsmittel.
      Abkühlen lassen, in einen Topf geben, etwas heissen Bratensaft
      zugiessen, mit dem Schneebesen durchschlagen, bis die Mischung
      homogen ist. Jetzt langsam erhitzen und den Rest zugeben.
      Perfekt ;-)
      Gruß
      Rainer
      Hallo Rainer,
      da spricht bzw. schreibt wohl der Profi. Damit wäre Teil 1 und 3 der Frage beantwortet. Bleibt nur noch Frage 2, warum es so wichtig ist, wie und in welcher Reihenfolge man die Zutaten (Mehl und Wasser) vermischt.
      Natürlich ist Tante Frieda vom alten Schlag, aber wegen ihrer Diät mußte sie die Butter schweren Herzens weglassen. Der Braten war eigentlich schon viel zu fettig.

      Jörg

  4. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    komplette Lösung

    Was Tante Frieda falsch macht und wie es richtig geht, hat Rainer ja schon erklärt. Jetzt fehlt nur noch das Warum.
    Übrigens kann man diese Mischmethode praktisch immer anwenden, wenn etwas festes oder dickflüssiges mit etwas dünnflüssigem vermischt werden soll, vorausgesetzt, die Substanzen sind mischbar.
    Wenn ich das Mehl in das Wasser schütte, können sich sehr leicht Klumpen bilden. Wenn das Mehl ungesiebt ist, sind sie vieleicht schon vorher da. Wenn ich das Wasser verrühre, spüre ich kaum Widerstand am Rührstab. Ich kann also kaum Kraft in das Wasser einleiten. Ich verwirbele das Wasser nur, ohne aber die Klumpen wieder aufzulösen.

    Wenn ich zuerst das Mehl einschütte, spüre ich am Rührstab einen großen Widerstand. Ich kann also wesentlich mehr Kraft in die Masse einleiten als in Wasser. Wenn ich jetzt langsam Wasser zugebe, wird die Masse mit hoher Kraft durchgeknetet. Klumpen werden sehr schnell zerdrückt. Mit zunehmenden Wasseranteil nimmt zwar die "Rührkraft" ab, aber die Masse ist dann bereits dünnflüssig und kann keine festen Klumpen mehr bilden. Sie läßt sich dann sehr leicht mit Wasser mischen.

    Jörg

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