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Re^4: ISO 9000 ff. im kleinen Handwerksbetrieb
Hallo Markus,
finde ich klasse, das hier mal was gemacht wird. Denn normalerweise sprechen alle immer von KMU (klein u. mittelständische Betriebe) und meinen damit Firmen mit mehr als 50-100 MA
Die Frage kommt um genau zwei Monate zu
früh. Ich bin gerade daran beteiligt,
eine Versuchsrakete in dieser Richtung
abzuschießen. Das Projekt sieht eine
vernünftige ISO 9002/ISO 14001 -
Zertifizierung für 7
Rauchfangkehrerbetriebe vor, die auch auf
die spätere ISO 9001:2000 noch paßt:
Unter 10 Mitarbeiter ist Standard.
Das mit Checklisten, Mindestdokumentation
und Lieferantenbewertung (Es kauft
sowieso nur der Chef ein, wem soll da
eine Bewertung was bringen,
Qualitätseinbußen durch fehlende
Bewertung sind nicht zu befürchten, weil
das Werkzeug bei einem Quasimonopolisten
zu beziehen ist. Wenn ein Besen schneller
kaputt ist, spürt der Kunde gar nichts
davon)
beim Rauchfangkehrerbetrieb werden nur Betriebsmittel eingekauft. Interessant wäre noch eine Betrachtung von Handwerksbetrieben, die Ihren Kunden Ware verkaufen (z.B. Bodenbeläge beim Bodenleger, elekt. Anlagen beim Elektroinstallateur, Heizungen beim Heizungsbauer usw.) und dabei auf einige wenige große Hersteller bzw. Großhandelsfirmen angewiesen sind.
und ähnliches haben wir genauso
umgesetzt. Handhabung/ Lagerung/
Verpackung/ Konservierung/ Versand gibts
einfach nicht,
Lagerung gibt es leider bei sehr vielen Handwerkern, nämlich die sogenannten "Ladenhüter", deren Haltbarkeitsdatum schon abgelaufen ist, weil leider nicht FIFO angewandt wurde (man greift halt immer das Vorderste ab).
dafür nimmt die
Kundenzufriedenheit einen zentralen Platz
ein. Fehlerhafte Produkte und
Korrekturmaßnahmen werden in einem
behandelt, das Fehlermeldeblatt wird
ersetzt durch ein kurzes Gespräch mit dem
Chef, der sich eine Notiz macht.
Wichtig fände ich dennoch eine grobe Abschätzung der Kosten, die durch die Reklamation entstanden sind.
Sicherheitshalber gibt es an den Stellen,
wo wir uns mit dem Minimalismus sehr
vorgewagt haben eine kurze Erklärung,
anstatt einen Punkt völlig zu ignorieren.
Jetzt muß es nur noch der Auditor
schlucken.
Die nutzbringende Anwendung hat sich aber
schon eingestellt, weil die Betriebe sich
dabei ausgetauscht haben und sich dann am
besten orientiert haben.
Der Witz bei dem Projekt ist, daß durch
die gemeinsame Vorgehensweise für jeden
der Aufwand geringer wurde (Ein Berater
für 7, statt für einen, die Texte in der
Dokumentation werden für sieben Betriebe
nur einmal verfaßt und dann nur noch
individuell abgewandelt.)
Ende Februar soll es dann ernst werden
mit den Audits.
schönen gruß
markus
Bitte halte mich auf dem Laufenden, da mich der weitere Verlauf brennend interessieren würde (z.B. Kosten-Nutzen nach der Zertifizierung, Selbstdisziplin beim Durchhalten der selbstgemachten Vorgaben, Anerkennung durch die Kunden und vor allem die Mitarbeiter usw.)
Danke im Voraus !
Gruß
Sven