Wissensmanagement

Von: , Frage gestellt am Fr, 18. Feb 2000

Hallo Brett!

Ich würde mich mal dafür interessieren, was ihr in Euren Unternehmen in Sachen Wissensmanagement unternehmt. Gibt es so etwas bei Euch? Wie sieht es aus? Welche Erfahrung habt Ihr damit gemacht? Wer hat es eingeführt? Wie funktioniert es bei Euch?

Grüße
Jutta

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Tagen hilfreich
    Re: Wissensmanagement

    Tagchen,

    ist das bloß ein neuer Trend oder bringt das auch Vorteile? Jedenfalls gibt es bei uns demnächst nur eine zentrale Informationssammelstelle, und zwar beim Controller.


    Gruß


    Ric. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
      Re^2: Wissensmanagement

      ist das bloß ein neuer Trend oder bringt
      das auch Vorteile?
      Hallo Ricardo,
      hier mal ein "Werbeslogan", aber der sagt wirklich aus, worum es geht: "WISSEN ist das KApital eines Unternehmens"
      Weißt Du, in vielen Unternehmen ist das Wissen um das "wie geht es?" auf einige wenige konzentriert. Das sind dann die Leute, bei deren Abwesenheit alles stillsteht. Bei Wissensmanagement geht es nicht so sehr um die Fakten, also alles, was man auch auf CD-Rom haben kann, sondern um den direkten Kontakt mit der person, die "weiß, wie`s funktioniert". Wenn diese Person ihr Wissen mit anderen teilt, macht es nichts aus, wenn sie mal nicht zur Verfügung steht. Dann sind da noch Erfahrungen, die man gerne bewahren möchte, die sich aber so wahnsinnig schlecht auf Papier bannen lassen. Auch um die geht es.

      Gruß
      Jutta

      • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
        Re^3: Wissensmanagement

        Hallo Jutta,


        so gesehen ist das ´ne spannende Sache, jedoch gibt es (jedenfalls bei einigen Leuten) eine "ich-bin-unentbehrlich"-Mentalität.

        Dieses Wissensmanagement könnte auch für uns interessant sein. Praktisch könnte ich mir ein Coachmodell oder eine Workgroup vorstellen.

        Gruß

        Ric.

        • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
          Re^4: Wissensmanagement

          Hallo Ric,

          so gesehen ist das ´ne spannende Sache,
          jedoch gibt es (jedenfalls bei einigen
          Leuten) eine
          "ich-bin-unentbehrlich"-Mentalität.
          Ich kann dir nur empfehlen, mal eine Wissens-Skartierung aller deiner Mitarbeiter
          zu machen und dabei vor allem auf implizite Wissensinhalte zu achten. Da werden die üblichen Besserwisser aber ganz schön schaun! ;-)
          Gruß
          Christian

  2. Antwort von nach 13 Tagen hilfreich
    Re: Wissensmanagement

    Da stöhnt ein Entwicklungsleiter eines chemischen Unternehmens darüber, dass ihm durch die Pensienierung von drei Leuten im nächsten Quartal über einhundert Mannjahre Wissen und Erfahrung verloren gehen. Nun ist zu fragen, ob diese drei Leute in ihren vielen Jahren der Forschung nichts geschrieben haben, was ihr Wissen preisgibt.
    Natürlich haben sie das (Protokolle, Berichte, Korrespondenz, Anforderungen, etc). Aber wer hat schon die Zeit, den ganzen Krempel zu lesen? Also lebt man lieber damit, dass das Wissen verloren geht.

    Wir sind heute so schnell in der Entwicklung von neuem Wissen, dass wir mit dem Lesen nicht mehr hinterher kommen.
    Wissensmanagement heißt also, zu wissen, wer was wann wozu geschrieben hat, damit ich es gezielt wieder verwenden kann oder auf anhieb die richtigen Leute zusammen bringen kann.

    Das ist im Kleinen wichtig (Kundenservice: wo hatten wir so ein Problem schon mal) oder im Großen: (Forschung und Entwicklung: Haben wir schon mal ein Produkt mit dieser Spezifizierung entwickelt?.

    Die wenigsten Unternehmen nutzen so etwas gezielt, meistens überläßt man das dem Zufall und schimpft dann, wenn der Zufall nicht hilft.

    Besser ist es, sich aktiv darum zu kümmern und ein entsprechendes System aufzubauen. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 13 Tagen hilfreich
      Re^2: Wissensmanagement

      Da stöhnt ein Entwicklungsleiter eines
      chemischen Unternehmens darüber, dass ihm
      durch die Pensienierung von drei Leuten
      im nächsten Quartal über einhundert
      Mannjahre Wissen und Erfahrung verloren
      gehen. Nun ist zu fragen, ob diese drei
      Leute in ihren vielen Jahren der
      Forschung nichts geschrieben haben, was
      ihr Wissen preisgibt.
      Vor allem aber wäre zu fragen, wie wird das implizite Wissen (= praktische Erfahrung), das die drei in die Pension mitnehmen ersetzt werden können? Also lebt man
      lieber damit, dass das Wissen verloren
      geht.

      Wir sind heute so schnell in der
      Entwicklung von neuem Wissen, dass wir
      mit dem Lesen nicht mehr hinterher
      kommen.
      Wenns nur das Lesen wäre, das ließe sich vielleicht noch machen. Aber Wissen bedingt auch lernen,- vor allem in praktischen Zusammenhängen und sozialen Beziehungen. Wissensmanagement heißt also, zu wissen,
      wer was wann wozu geschrieben hat, damit
      ich es gezielt wieder verwenden kann oder
      auf anhieb die richtigen Leute zusammen
      bringen kann.
      Das halte ich für eine etwas eingeengte Sichtweise von Wissen,- niedergeschrieben können nur Daten werden, nicht jedoch Wissen, welches durch Information relevante Daten und Anwendung bestimmter Handlungsmaximen unter Einebziehung individueller Erfahrungswerte zu tatsächlichem (Anwendungs-)Wissen wird. Das ist im Kleinen wichtig
      (Kundenservice: wo hatten wir so ein
      Problem schon mal) oder im Großen:
      (Forschung und Entwicklung: Haben wir
      schon mal ein Produkt mit dieser
      Spezifizierung entwickelt?.

      Die wenigsten Unternehmen nutzen so etwas
      gezielt, meistens überläßt man das dem
      Zufall und schimpft dann, wenn der Zufall
      nicht hilft.
      Oder wenn die Handbücher (=Datenfriedhöfe)nix nutzen...;-) Besser ist es, sich aktiv darum zu
      kümmern und ein entsprechendes System
      aufzubauen.
      Bingo!

      Christian

      • Antwort von nach 13 Tagen hilfreich
        Re^3: Wissensmanagement

        Wenns nur das Lesen wäre, das ließe sich
        vielleicht noch machen. Aber Wissen
        bedingt auch lernen,- vor allem in
        praktischen Zusammenhängen und sozialen
        Beziehungen.

        Genau, ich habe unlängst einen sehr fesselnden Vortrag des "CKM, Chief Knowledge Manager" von Henkel gehört der sagte: First we were interested in "Facts" and "What", know we realised, that the main questions are: "How" and "What the hell?"! Wissensmanagement heißt also, zu wissen,
        wer was wann wozu geschrieben hat, damit
        ich es gezielt wieder verwenden kann oder
        auf anhieb die richtigen Leute zusammen
        bringen kann.
        Der letzten Satzteil ist meines Erachtens der entscheidende. Nicht die übliche Unterscheidung der Hierarchieebenen (im Krankenhaus gibt es die vier klassischen Formen: der Student "weiß" es, der AIP "weiß, wo es steht", der Assistenzarzt kennt jemanden, der "weiß, wo es steht" und der Chefarzt "muß es nicht mehr wissen")ist der Verbreitungsweg, sondern der direkte Kontakt mit Menschen, die eine Situation in den Griff bekommen haben (vor allem eben Krisensituationen) und die davon berichten können. Hier handelt es sich um Wissen, das man nur sehr schwer in Worte fassen kann, das sich schlecht beschreiben läßt. Da geht nichts über einen Erfahrungsbericht. Die wenigsten Unternehmen nutzen so etwas
        gezielt, meistens überläßt man das dem
        Zufall und schimpft dann, wenn der Zufall
        nicht hilft.
        Ist ja uch, wenn man es sinnvoll betreiben will, eine recht anspruchsvolle Aufgabe, die sich zunächst nur in Kosten niederschlägt. Bis sich ein System etabliert hat, bis man die entsprechenden Leute hat, die mit großem Entusiasmus die Botschaft ins Unternehmen tragen (ich kenne jemanden, der nennt sich "Chief Evangelist, kein Scherz!) dauert es halt ein Weilchen. Der Nutzen stellt sich dann in Form von "nicht gemachten Fehlern" und "bewahrtem Wissen" ein, zwei Posten, die sich nur schwer in Zahlen fassen lassen, also den Geldgebern nur schwer nahezubringen sind. DIe sind leider vorwiegend an fassbaren Einsparungen interessiert. Besser ist es, sich aktiv darum zu
        kümmern und ein entsprechendes System
        aufzubauen.
        Mein Slogan zu diesem Satz ist immer :Vieles ist Machbar, aber nicht alles machbare ist sinnvoll! Wenn man nur die IT-Leute dran läßt, ist das genauso schlimm, als wenn man nur einen Qualitäter damit beauftragt. Hier gehört ein eigener Mitarbeiter abgestellt und wo nimmt man den her?

        Gruß
        Jutta *die restlos überzeugt, aber häufig sehr desillusioniert ist*

        • Antwort von nach 72 Tagen hilfreich
          Re^4: Wissensmanagement - Die Lösung!

          Outsourcen - die Lösung.
          Nicht nachgrübeln woher der Mitarbeiter kommen soll sondern schauen welcher Dienstleister das übernehmen könnte. Verträge regeln die Sicherheit. Ich sehe da kein Problem.

          cu
          erwin

          • Antwort von nach 73 Tagen hilfreich
            Re^5: Outsourcing - Die Probleme

            Outsourcen - die Lösung.
            Ich sehe da kein Problem.
            Ich schon:
            1. Die Kosten
            2. Die Motivation der Mitarbeiter bei nachfolgenden Veränderungen
            3. Das Defitit des impliziten Wissens der Externisten (z.B. über firmeninterne Zusammenhänge)

            Die Alternative: Empowerment!

            Liebe Grüsse aus der Praxis
            Christian



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