Es ist zum Auswachsen.
Folgende typische Kette von Dummheit kann jeder gerne nachvollziehen. Mich hat der ganze Unsinn gerade wieder zwei Tage gekostet, alle sind unzufrieden: mein Chef weils so lange dauert, der Kunde weils nicht so funktioniert wie er es will, und ich fühle mich wieder mal von den Pfuschern bei Microsoft verarscht. Plappern groß über ihre Technologieen und versagen jämmerlich schon beim Trivialquatsch.
Die Anforderung „blende ein Hintergrundbild ein, und verhindere dass der Benutzer es ändert“ tritt folgende Kette von Dummheit los: (XP, SP-2, SP-3 dürfte auch nicht anders sein)
1.) Das Hintergrundbild reinklicken (.bmp) schaffe ich gerade noch. Wird korrekt angezeigt. Dann mit gpedit.msc die Einstellung „Administrative Vorlagen - Systemsteuerung - Anzeige - Ändern des Hintergrundes verhindern“ aktiviert. Voila, der Benutzer kann mit Rechtsklick auf den Desktop - Eigenschaften - Desktop das Bild nicht verändern. Jubel brandet auf, aber ich bleibe vorsichtig. Also welche anderen Möglichkeiten (die ein normaler Benutzer kennt …) gibt es noch, das ach so wichtige Hintergrundbild zu verändern, denn mit Pams Busen vor der Nase arbeitet es sich einfach effizienter, meinen einige Benutzer? Richtig! Ordner mit Pams Bildern öffnen, Miniaturansicht einstellen, ein Bildchen rechtsklicken, und dann „Als Desktophintergrund verwenden“ wählen. Kabumm, trara, Pam räkelt sich auf dem Desktop, Sicherheitsrichtlinie hin oder her.
2.) Man flucht, googelt nach Lösungen, und wird fündig. Leider bei Microsoft in der Knowledge Base. Warum sollen die Pfuscher es beim zweiten Versuch schaffen? Aber es gibt keine andere Quelle, also frisch ans Werk. Da steht, als Fix möge man den „Active Desktop“ aktivieren, und die dortige Einstellung für das Hintergrundbild verwenden. Au weia. Active Desktop. Würde mich wundern, wenn seine "Activ"itäten sich nicht sofort gegen mich wenden. Aber man probiert es. Einstellung gemacht, Hintergrundbild erscheint, der Trick mit der Miniaturansicht funktioniert tatsächlich nicht mehr, Pam bleibt draußen. Jubel brandet aber diesmal nicht auf. Erstens fällt sofort auf, dass das alte Hintergrundbild drinnen bleibt, der Active Desktop klatscht einfach seins drüber. Es kommt wie es kommen muss: beim Abmelden wird das alte Hintergrundbild kurz sichtbar. Zwei Hintergrundbilder im Speicher, na toll. Aber es kommt noch schlimmer. Der Desktop-Hintergrund schlägt jetzt nämlich in Form hässlicher verieckiger Kästen durch die Symbole und ihre Unterschriften durch. Schaut aus wie wenn die Symbolunterschriften auf Tipp-Ex geschrieben wären.
3.) Man googelt sich wieder durch, diesmal haben die Verursacher keinen heißen Tipp mehr auf Lager, dafür finde ich jede Menge Wehklagen von anderen Benutzern mit dem selben Problem. Tipp 1: in der Systemsteuerung unter den Leistungsoptionen checken, ob die Einstellung „Durchsichtigen Hintergrund für Systemunterschriften auf dem Desktop“ aktiviert ist. Sie ist aktiv. Ich klicke sie auch mal raus und wieder rein, logge mich aus und wieder ein, aber alles nützt nix. Zweiter Tipp, diesmal aus der Ecke „Kuriositäten“: die Option „Webelemente auf dem Desktop fixieren“ abschalten. Hoppla, aber es soll nützen. Wieder probiere ich beide Varianten, keine Reaktion. Allgemeiner Tenor: schalte den Active Desktop ab, braucht eh keiner, dann gehts. Prima, dann habe ich Problem 1 wieder an der Backe.
Fazit: mein Boss ist sowieso sauer, weil ich noch mehr Zeit verplempert habe. Der Kunde kann sich morgen aussuchen, ob er mich mit dem Primitivtrick mit der Miniaturansicht vorführt, oder ob er sich über die hässlichen Balken mokiert.
Außer einer von euch rettet mir den Hals. Für den Anfang würde es reichen, wenn jemand bestätigt, dass er den Active Desktop aktiviert hat, und bei ihm der Hintergrund nicht durchschlägt. Dann weiß ich, dass es sich lohnt, noch mehr Zeit zu verblasen für diesen Trivialquatsch. Man könnte ja noch vieles probieren. Das Hintergrundbild in eine HTML Datei packen, bmps in allerlei Varianten, jpg und png probieren, auf die Policies pfeifen und die Einträge selber in die Registry schreiben, die adms von gpedit nach Fehlern absuchen, alles zeitaufwändig, aber machbar, wenns Erfolg verspricht.
Wer weiß was?
…Armin
