Re^3: Betreiben eines mobilen Imbiss
Hallo!
vielen Dank für Ihre Antwort. Ihre Infos haben mich schon ein
ganzes Stück weitergebracht.
Das freut mich.
Wie ich in meiner Fragestellung bereits erwähnt hatte, möchte
ich das mobile Imbissgeschäft zunächst einmal unter dem
„Deckmantel“ einer Fleischerei/Bäckerei starten, quasi als
Franchisenehmer.
Das machen viele so. Es hat auch den Vorteil, dass man keine eigene konsessionierte Küche für die Herstellung der Lebensmittel vorweisen muss.
Gründe dafür sind u.a., dass ich mich
zunächst einmal noch gar nicht als Einzelunternehmer beim FA
anmelden möchte.
Ein weiterer wichtiger Vorteil. Das FA kann fürchterlich nerven.
Zudem kann ich so quasi „face to face“ die Wirtschaftlichkeit
prüfen, ohne sofort einen riesigen Kosten- und
Bürokratieaufwand zu haben.
Richtig. Und die frische Ware direkt vom Hersteller beziehen, vielleicht sogar zum Selbstkostenpreis, und in die Werbung schreiben: "Täglich ganz Frisch vom Bäcker / Metzger". Eine solche Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Unternehmer hat viele Vorteile.
Funktioniert das überhaupt so, wie ich mir das vorstelle?
Ja. Wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Der wichtigste Faktor ist der Standplatz, davon hängt es ab, ob man Erfolg hat, oder nicht. Wenn der gut ist, viele Leute, die Hunger haben, und keine zu hohe Miete, dann ist der Erfolg sicher. Die zweite Voraussetzung ist, dass alle selbstverständlichen Dinge stimmen. Die angebotenen Waren müssen gut schmecken, der Preis muss stimmen, alles muss absolut sauber und hygienisch sein (die Kunden achten sogar auf saubere Fingernägel), Kleidung und Ausstattung muss professionell aussehen usw., aber das sind Selbstverständlichkeiten.
Kann eine Fleischerei oder eine Bäckerei ohne weiteres auch eine
mobile Außenstellen (kein Ladengeschäft)betreiben?
Selbstverständlich.
Auf Wochenmärkten funktioniert so etwas ja auch.
Eben. Allerdings sind Wochenmärkte für Imbissbetriebe nicht ideal, weil die Leute dort hauptsächlich morgens hingehen, bevor Mittagszeit ist, und dann auch meist nur kurz zum Einkaufen.
Die Frage ist nur, ob die
Firmen dann dafür auch wieder besondere (kostenintensive),
behördliche Genehmigungen benötigen?
Kaum. Eine konsessionierte Küche hat er ja. Der Imbissstand sollte vom Veterinäramt abenommen werden, die gucken, ob Handwaschbecken vorhanden, kein Rost usw. Jeder Mitarbeiter braucht eine Hygienebelehrung (früher Gesundheitszeugnis), das ist nur ein langweiliger Videofilm beim Veterinäramt, der doppelt so teuer ist, wie ein Kinofilm. Alles kein großer Aufwand. Sinnvoll, wenn auch nicht mehr unbedingt Pflicht ist der Frikadellenschein, oder genauer die Bescheinigung über die Unterrichtung nach § 4 Abs. 1 Nr. 4 des Gaststättengesetzes. Gibt es bei der IHK ein paar Stunden Vorträge anhören für 51,- Euro. Fertig.
Hört sich vielleicht alles etwas kompliziert an, aber einen Imbiss zu betreiben, ist wirklich nicht schwer!
Das einzig schwere ist, einen guten Stellplatz zu finden, denn gute Stellplätze sind Goldgruben.
Grüße
Andreas