Hallo,
bevor ich hier heute ganz ganz viel schreibe, nochmals schönen
Dank an Wiz und Stefan62!
Bitte, gerne geschehen
…
Wie Ihr bereits richtig vermutet habt, ist meine Erfaung mit
dem alten UNIX-Server und AIX äußerst gering.
Am Port für die Konsole (da hängt ein schwarzes Kabel mit
einem breiten seriellen Stecker dran) habe ich heute versucht
eine Terminalverbindung aufzubauen. Leider hat das nicht
funktioniert.
Wichtig wäre zu wissen, ob der als Terminal verwendete PC mit dem verwendeten Terminalprogramm schon mal erfolgreich so als Terminal an der RS gelaufen ist. Alleine schon unterschiedliche Parameter der seriellen Schnittstelle können zum Misserfolg der Terminalverbindung führen, ohne dass da irgendetwas kaputt sein muss. Dann wäre natürlich auch die verwendete Emulation wichtig. Ob VT52, VT100 oder 3270 ist schon ein kleiner Unterschied. Bist Du sicher, dass Du in der richtigen Emulation arbeitest? Steht ggf. noch irgendwo ein Original IBM-Terminal für die Kiste rum? Dann würde ich darauf tippen, dass dieses korrekt konfiguriert ist, und es damit versuchen.
Ich habe es mehrfach versucht, teilweise mit einem gekreuzten
Kabel, teils mit einem „normalen“ seriellen.
Gekreuztes Kabel dürfte falsch sein. Über den Bootvorgang der RS kann ich dir nicht viel erzählen, auch nicht, was dabei ggf. auf dem Terminal passieren müsste. Ich kenne die Dinger auch nur vom Ansehen.
…
Habt Ihr noch eine Idee, oder muss ich dem guten Mann
wirklich sagen, dass der Transport über 5 km dieser Kiste das
Todesurteil war ?!
Dafür ist es viel zu früh. Das Geld für einen Fachmann, der ggf. nur Minuten braucht um das Ding wieder zum Leben zu erwecken ist auf jeden Fall gut ausgegeben. Vielleicht findest Du ja auch irgendwo ein RS/6000-Forum, wo dir ein Profi einfach mal in drei Sätzen erklären kann, wie der Bootvorgang laufen müsste, und was man ggf. mal abtesten kann. Hier wirst Du solche Leute aber kaum finden.
Zu den Daten auf dem Rechner:
Dort ist ein individuell entwickeltes Programm drauf, welches
sicherlich noch irgendwo als Original zu finden ist - aber die
Daten dazu ?!?! Sollte die Kiste wirklich nicht mehr lauffähig
sein, kann man die Platten an einen „normalen“ SCSI-Anschluss
packen und mit Linux oder Windows auf das Dateisystem
zugreifen ?!
Das ist sicher der allerletzte Ausweg um an (offenbar nicht gesicherte) Daten zu kommen. Allein, damit kannst Du mit den Daten auch noch nichts wieder anfangen. D.h. auch hierbei wirst Du nicht um den Fachmann herumkommen, der dir eine neue RS/6000 aufsetzt, das Programm neu installiert und dann die gesicherten Daten wieder an Ort und Stelle im System so ablegt, dass das Programm hierauf wieder zugreifen kann. Dabei sei gleich darauf hingewiesen, dass es in der Klasse der RS/6000 schon etwas anders aussieht als auf dem Windows-PC. Tolle Installationsprogramme sind dort Mangelware und oft besteht so eine Installation aus einem Buch von Anweisungen die Schritt für Schritt abgearbeitet werden müssen und die genau auf eine OS-Version zugeschnitten sind, und die unter einer neueren OS-Version schon wieder ganz anders aussehen können. Es ist auch nicht unüblich, dass für eine Versionsänderung in der dritten Nachkommastelle Programme angepasst werden müssen. D.h. ob der Tipp, einfach eine x-beliebige RS/6000 mit irgendeinem AIX gebraucht bei ebay zu kaufen funktioniert, steht in den Sternen. Wie gesagt, mit RS/6000 und AIX habe ich noch nichts zu tun gehabt, aber z.B. bei VAXen mit VMS, die in einer ähnlichen Klasse spielen, habe ich meine Erfahrungen gesammelt.
Also auf jeden Fall einen Fachmann zu Rate ziehen. Wenn der nur zwei Knöpfe drückt, dafür € 500,-- abrechnet, das Thema aber damit schnell erledigt ist sicher die preisgünstigste Alternative. Wenn Du hier weiter bastelst und es nicht hin bekommst, wird es auf jeden Fall teurer. Schlimmstenfalls wird dann später ein Fachmann zu Rate gezogen, der dann feststellt, dass ein zunächst einfacher Fehler bei deinen Basteleien verschlimmbessert wurde. Dann stehst Du ziemlich dumm da.
Gruß vom Wiz