Warum Terminal-Server?

Hallo!

Bitte entschuldigt die laienhafte Frage.
Es gibt in unserer Schule ein (kleines) Netzwerk mit PCs unter XP. Wir möchten nun auf allen Rechnern Programme laufen lassen, die aber nur auf einem Rechner existieren. Geht das einfach so, brauchen wir dafür Windows Server oder TerminalServer oder brauchen wir noch was ganz anderes?

Vielen Dank und herzliche Grüße

Günter

Es gibt in unserer Schule ein (kleines) Netzwerk mit PCs unter
XP. Wir möchten nun auf allen Rechnern Programme laufen
lassen, die aber nur auf einem Rechner existieren. Geht das
einfach so, brauchen wir dafür Windows Server oder
TerminalServer oder brauchen wir noch was ganz anderes?

Zunächst stellt sich die Frage, warum ihr die Programme nicht einfach auf allen Rechnern installiert. Wenn das lizenzrechtliche Gründe hat, dürfte der Umweg über einen Terminalserver o. ä. euch grad garnix nutzen.

Gruss
Schorsch

Nein, es geht nicht um Lizenzen. Wir denken, dass es vielleicht einfacher ist, die Programme nur auf einem Rechner zu haben (installieren, warten, usw.). Und wir wissen nicht, ob man dafür einen Terminal-Server braucht, und was der bringen würde.

Günter

Hallo,

Nein, es geht nicht um Lizenzen. Wir denken, dass es
vielleicht einfacher ist, die Programme nur auf einem Rechner
zu haben (installieren, warten, usw.). Und wir wissen nicht,
ob man dafür einen Terminal-Server braucht, und was der
bringen würde.

Ein Terminal Server ersetzt praktisch den Rechner vor Ort. D.h. es muss kein eigentlicher PC mehr vorhanden sein, sondern ein s.g. ThinClient (oder ein PC mit abgespeckter Hardware), da die Verarbeitung der Daten ja nicht vor Ort sondern auf dem Server stattfindet.

Wie sieht denn die Situation bei euch aus. Was habt ihr denn als Hardware und als Software?

Man kann Software auch einfacher verteilen und warten als mit einem Terminal Server.

Ciao! Bjoern

Nein, es geht nicht um Lizenzen. Wir denken, dass es
vielleicht einfacher ist, die Programme nur auf einem Rechner
zu haben (installieren, warten, usw.). Und wir wissen nicht,
ob man dafür einen Terminal-Server braucht, und was der
bringen würde.

Der erste Vorteil des Terminalservers ist, dass am Arbeitsplatz kein vollwertiger Rechner mehr nötig ist, sondern ein dummes Terminal oder irgendeine für andere Zwecke nicht mehr geeignete Kiste ausreichen. Selbstverständlich vereinfachen sich damit auch Installation und Wartung der Software.

Für eine zentrale Installation von Anwendungen ist ein Terminalserver aber vielfach nicht vonnöten. Die meiste aktuelle Software kannst du zentral einmalig installieren und über ein Netzwerkshare den Anwendern zur Verfügung stellen. Firefox, Thunderbird, Opera, Acrobat Reader, OpenOffice, Tools wie IrfanView oder Zip-Programme…

Microsoft-Programme verhalten sich in dieser Hinsicht m. W. etwas anders, hier ist zusätzlich zur Netzwerk- i. d. R. noch eine Clientinstallation vonnöten, da die Installation von MS-Programmen wie z. B. Office sehr tief ins Betriebssystem eingreift. Hier ist eine vollständige Zentralisierung also nicht möglich.

Ausserdem sparst du dir auf diesem Wege nicht die Pflege der Client-Betriebssysteme, bei Windows eine immerwährende Qual. Hier kannst du mit einem Terminalserver erhebliche Vorteile bezüglich der Wartung erzielen. V. a. kannst du einen ausgefallenen PC jederzeit mit überaus geringem Aufwand austauschen, da bei Terminalclients eine BS-Installation nicht erforderlich ist.

Allerdings ist so ein Terminalserver inkl. der benötigten Server- und Clientlizenzen nicht gerade billig. Abhängig davon, welche Programm-Lizenzen du zusätzlich neu anschaffen musst (so kannst du z. B. irgendwelche per OEM-Lizenz gekauften Produkte nicht unbedingt auf dem Server einsetzen), kann die Einführung eines Terminalservers, abhängig von der Anzahl der benötigten Lizenzen, eine zunächst verdammt teure Angelegenheit werden. Geld sparen kannst du da nur langfristig über den Wegfall der Wartungs- und Hardwarekosten. Und auch den Server selbst zu installieren und sauber zu konfigurieren ist eine nicht ganz triviale Aufgabe.

Gruss
Schorsch

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Hallo Schorsch,

Der erste Vorteil des Terminalservers ist, dass am
Arbeitsplatz kein vollwertiger Rechner mehr nötig ist, sondern
ein dummes Terminal oder irgendeine für andere Zwecke nicht
mehr geeignete Kiste ausreichen. Selbstverständlich
vereinfachen sich damit auch Installation und Wartung der
Software.

Irgendwie ist diese Entwicklung für mich belustigend.

Bis in die 80er Jahre war das ja die normale Multiuser Umgebung. Ein Grossrechner und viele dumme Terminals dran. Damit war alles zentralisiert, inklusive der Stilllegung des ganzen Betriebs, wenn der Grossrechner mal nicht wollte :smile:

Mit dem Aufkommen der PCs jubelte man dann, weil jetzt endlich der Grossrechner entlastet werden konnte und bei dessen Ausfall nicht mehr der ganze Betrieb lahmgelegt war. Zudem musste der Operator nicht mehr alle die Spezial-Programme extra mounten, welche nur für wenige, oder sogar nur einen einzigen, Arbeitsplatz manchmal benötigt wurden.

Tja und heute geht man wieder zurück zum alten Konzept. OK, die heutigen „dummen Terminals“ sind in Farbe und können alles als Graphik anzeigen …

Microsoft-Programme verhalten sich in dieser Hinsicht m. W.
etwas anders, hier ist zusätzlich zur Netzwerk- i. d. R. noch
eine Clientinstallation vonnöten, da die Installation von
MS-Programmen wie z. B. Office sehr tief ins Betriebssystem
eingreift. Hier ist eine vollständige Zentralisierung also
nicht möglich.

Dafür liefert MS jede Menge Tools mit ihren Servern aus, damit der Admin das ganze auch nur einmal auf dem Server installieren muss. Die Updates werden dann beim nächsten Start des Clients automatisch auf diesem installiert.

Über die Vor - und Nachteile der Konzepte reden wir hier jetzt nicht. Auch bei Linux funktioniert das mit den Updates nicht immer ganz Problemlos.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

Irgendwie ist diese Entwicklung für mich belustigend.

In der Tat. Was als neuestes Konzept geprisen wird, ist oft genug alter Wein in neuen Schläuchen …

Zudem
musste der Operator nicht mehr alle die Spezial-Programme
extra mounten, welche nur für wenige, oder sogar nur einen
einzigen, Arbeitsplatz manchmal benötigt wurden.

Naja, das sehe ich nicht als Nachteil. Warum sollte man nicht auch Spezialprogramme zentral waren und Pflegen?

Auch bei Linux funktioniert das mit den Updates nicht
immer ganz Problemlos.

Das deckt sich glücklicherweise nicht mit meiner Erfahrung.

Upgrades hingegen sind in der Regel nicht vollautomatisch installierbar (was ich aber auch nicht sonderlich schlimm finde, so oft sind die ja auch nicht).

Gruß,

Sebastian

Hallo,

Bis in die 80er Jahre war das ja die normale Multiuser
Umgebung. Ein Grossrechner und viele dumme Terminals dran.
Damit war alles zentralisiert, inklusive der Stilllegung des
ganzen Betriebs, wenn der Grossrechner mal nicht wollte :smile:

Das würde auf einen einzelnen Rechner zutreffen, wie es damals tatsächlich oft üblich war, wobei der derste VAX-Cluster mit dem ich zu tun hatte, neben einer richtig dicken Maschine auch schon so diversere kleinere Dinger beinhaltete, die eine gewisse Ausfallsicherheit gewährleisteten (wenn nicht gerade mal ein freundlicher Elektriker den Cluster auseinanderriss). Die heutigen TX-Umgebungen beinhalten aber in den wenigsten Fällen nur einen einzelnen TS, sondern sind üblicherweise fabrikartig aufgebaut. Das letzte Konzept habe ich für eine Umgebung mit im Endausbau rund 3000 Servern für 80.000 User geschrieben. Da macht dann er Ausfall des ein oder anderen Servers gerade mal gar nichts aus, zumal man ja auch keine Platten mehr in den Servern hat, sondern das über SANs, NAS, … macht.

Ein weiterer Unterschied liegt natürlich in den Applikationen. Ja, es gibt sie noch, die guten 3270-Anwendungen auf grünen Schirmen, oder im Terminalfenster unter Windows, mit ihren ganzen Macken und Eigenarten. Und sie machen ja durchaus auch noch Sinn, wenn irgendwo nur stur Daten eingehackt werden müssen. Aber die graphischen Oberflächen haben eben auch ihre Vorteile. Ich denke noch mit Grausen an 20/20 (Tabellenkalkulation auf der VAX), Textverarbeitung ohne WYSIWYG (nicht für mich direkt, ich konnte damals auch noch die wildesten Tastencodes für WP im Schlaf, aber beim Support der einfachen Anwender). Und es ist natürlich auch mehr als nur ein nettes Gimmick, dass man bei TX-Umgebungen heute identischen Applikationen wie auf dem privaten Einzelplatz zu Hause oder auf dem Notebook einsetzen kann.

Ich bin ein echter Fan der TS-Geschichte, wenn sie ordentlich im angemessenen Maßstab betrieben wird, weil sie wirklich massiv Geld spart, deutlich zufriedenere Anwender mit sich bringt, und die IT wieder dahin bringt, wo sie hin gehört, nämlich ins RZ. Und das dumme Terminal kann im Falle des Falles jeder Depp alleine austauschen.

Gruß vom Wiz

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Mit dem Aufkommen der PCs jubelte man dann, weil jetzt endlich
der Grossrechner entlastet werden konnte und bei dessen
Ausfall nicht mehr der ganze Betrieb lahmgelegt war. …

Hallo Peter,

hab ich auch mal gedacht, war aber fast schon immer ein Irrtum - selbstverständlich sind alle Daten der Firma zentral (und eindeutig) gespeichert, also kannst du bei Ausfall mit deiner Viele-Prozessor-Superkiste höchstens noch Karten spielen. Nicht einmal Briefschreiben geht wirklich, natürlich sind Firmenvorlagen und Adressen zentral gespeichert (und wenn nicht kann sich der Admin gleich erschiessen).

In dieser Hinsicht war „personal“ Computing am Arbeitsplatz ein Riesen-Missverständnis.

Gruss Reinhard