Standleitung für Videoportal

Hallo,
ich habe mal eine Frage und hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Und zwar würde es mich interessieren, was für eine Internetanbindung ein Videoportal haben muß, um die eigenen Server mit dem Internet zu verbinden. Wir sind in Planung, ein eigenes Videoportal mit eigenen Servern online zu stellen. Ich gehe mal davon aus, dass man eine Standleitung haben muß, damit keine zusätzlichen Traffickosten anfallen. Würde eine 10Mbit Standleitung ausreichen?
Und hat die Schnelligkeit der Standleitung auch etwas damit zu tun, wie schnell die Videos geladen werden, oder sind dafür ausschließlich die Server zuständig?
Ich würde mich freuen, wenn mit jemand weiterhelfen könnte.

Gruß
Michael

Würde eine 10Mbit Standleitung ausreichen?

Die benötigte Bandbreite kannst du doch leicht errechnen: Anzahl paralleler Downstreams mal erforderliche Bandbreite/Downstream.

Wieviele Benutzer erwartest du, die an normalen Tagen max. parallel downstreamen/-loaden? Können erwartete Lastspitzen evtl. durch on Demand zugekaufte Kapazität abgedeckt werden? Wollt ihr Videos zum Download anbieten, oder wollt ihr einen streaming Server aufstellen, der Videos in Echtzeit verschickt? Welches Volumen haben die Videos bzw. in welcher Qualität sollen sie gestreamt werden? Um die selbstgedrehten Videos von der Wahl der Miss Schrebergarten im Verein zu verteilen, dürften 10 mBit durchaus ausreichen, für ambitioniertere Projekte könnte diese Bandbreite ein bisschen zu schwäbisch kalkuliert sein.

Gruss
Schorsch

Wieviele Benutzer erwartest du, die an normalen Tagen max.
parallel downstreamen/-loaden? Können erwartete Lastspitzen
evtl. durch on Demand zugekaufte Kapazität abgedeckt werden?
Wollt ihr Videos zum Download anbieten, oder wollt ihr einen
streaming Server aufstellen, der Videos in Echtzeit
verschickt? Welches Volumen haben die Videos bzw. in welcher
Qualität sollen sie gestreamt werden? Um die selbstgedrehten
Videos von der Wahl der Miss Schrebergarten im Verein zu
verteilen, dürften 10 mBit durchaus ausreichen, für
ambitioniertere Projekte könnte diese Bandbreite ein bisschen
zu schwäbisch kalkuliert sein.

Hallo,
es ist natürlich sehr schwer vorherzusagen, wieviele Benutzer man erwartet, aber es soll schon ein professionelles Videoportal sein, bei dem die Videos per Streaming in Echtzeit angeboten werden. Die Videos werden eine max. Größe von 100MB haben. Also, ich gehe mal davon aus, dass die 10Mbit Leitung zu langsam für ein ambitioniertes Projekt ist, oder? Welche Geschwindigkeit würdest du empfehlen und welche Anbieter gibt es dafür?

Gruß

Hallo,

Also, ich gehe mal davon aus, dass die 10Mbit Leitung
zu langsam für ein ambitioniertes Projekt ist, oder?

Ja, würde ich meinen.

Welche
Geschwindigkeit würdest du empfehlen

eine Ausbaubare.

Warum redest Du von „Standleitung“? Bei nennenswerten Bandbreiten dürfte es weitaus cleverer sein, die Rechner in einem Rechenzentrum unterzustellen.

So einen Root-Server bekommt man bei den Massenhostern für 70€ monatlich[1], dafür wird man kaum eine annähernd entsprechende Standleitung bekommen.

HTH,

Sebastian

Bei 1&1 und Strato muß man ggfs einen Sklaven haben, der einem einmal monatlich die Verbindung auf 100 MBit/s hochschaltet. Oder man automatisiert das irgendwie …

Hi,

es ist natürlich sehr schwer vorherzusagen, wieviele Benutzer
man erwartet, aber es soll schon ein professionelles
Videoportal sein, bei dem die Videos per Streaming in Echtzeit
angeboten werden. Die Videos werden eine max. Größe von 100MB
haben. Also, ich gehe mal davon aus, dass die 10Mbit Leitung
zu langsam für ein ambitioniertes Projekt ist, oder? Welche
Geschwindigkeit würdest du empfehlen und welche Anbieter gibt
es dafür?

ihr werdet nicht nur ein Problem mit der Anbindung bekommen (das kann man in den Griff bekommen), sondern vielmehr an dem Speichern und Ausliefern dieser Daten zu knabbern haben - da kommen Load Balancer und verteilte Systeme (Datenbankserver, Webserver, Filecluster) ins Spiel - je nach Umfang des Projektes zumindest.

Da kommt ihr mit nem Spielserver von Strato et. al. nicht weit.

Anbieter, die (auch) speziell Geschäftskunden mit ungewöhnlicheren Szeanrien ansprechen sind bspw. (Aufzählung unvollständig, Reihenfolge mit Absicht)

http://www.hosteurope.de
http://www.plusserver.com
http://www.hetzner.de

Gruß,

Malte

So einen Root-Server bekommt man bei den Massenhostern für 70€
monatlich[1], dafür wird man kaum eine annähernd entsprechende
Standleitung bekommen.

Für mich hört sich das ganze Projekt nach einem YouTube-Abklatsch an. Und YouTube wird wohl kaum auf ner Playstation3 laufen. :smile: Da kannste den lustigen Root-Server erst mal einmotten und ein paar Tausender drauflegen.

So einen Root-Server bekommt man bei den Massenhostern für 70€
monatlich[1], dafür wird man kaum eine annähernd entsprechende
Standleitung bekommen.

Für mich hört sich das ganze Projekt nach einem
YouTube-Abklatsch an. Und YouTube wird wohl kaum auf ner
Playstation3 laufen. :smile:

Ja, klar. Wo werden nun schon Playstations als Root-Server angeboren? SCNR …

Da kannste den lustigen Root-Server
erst mal einmotten und ein paar Tausender drauflegen.

Jaja, daß YouTube eine andere Größenornung hat als ein, zwei Root-Server ist mir schon klar.

Nur: als Alternative zu einer 10 MBit-Standleitung taugen die Dinger sehr wohl. Die Frage ist in der Tat, wie populär sowas wird. Wenn es eh kein Schwein interessiert, kommt man vermutlich mit 10 MBit locker weg (oder man klöppelt das Ding an die heimische DSL-Ader :wink: )

Wenn das populär wird, dann hat man schnell ein echtes Problem. Man kann sich ja ausrechnen, wieveile 16 MBit-Vollgas-User es benötigt, um einen 100 MBit Link auszulasten…

Gruß,

Sebastian

Hallo zusammen,

Für mich hört sich das ganze Projekt nach einem
YouTube-Abklatsch an. Und YouTube wird wohl kaum auf ner
Playstation3 laufen. :smile: Da kannste den lustigen Root-Server
erst mal einmotten und ein paar Tausender drauflegen.

Trotzdem hat Sebastian recht. Es macht einfach überhaupt keinen Sinn, sich einen oder auch zehn oder hundert Server in den eigenen Keller zu stellen. Das macht heute kein vernünfiges Großunternehmen, … mehr.

Der Unterhalt eines RZ beschränkt sich ja nicht nur auf eine im professionellen Bereich gerne vierfach über die vier Himmelsrichtung getrennt geführte Internetanbindung mit ordentlich Dampf und speziellen Peerings. Da geht es um Backup, 7/24 Onsite-Support, Brandmelde- und Löschtechnik, Notstromversorgung, … Sowas rechnet sich im eigenen Haus erst bei diversen hundert Servern und mehr.

Da ich selbst die Konzepte für ein paar wirklich große Sachen im Internet-Bereich geschrieben habe, weiß ich wo deren Server stehen. Die stehen alle bei den Telekoms, Colts, … dieser Welt. Da mietet man sich den Stellplatz für ein paar Racks, baut rein (bzw. lässt reinbauen), was man braucht, und dann gibt es einen entsprechenden Vertrag mit SLAs, … und gut ist. Selbst Unternehmen, die eigene Großrechner betreiben und dafür sogar ein RZ haben, machen es so.

Gruß vom Wiz

Hallo,
das hört sich ja alles wirklich interessant an. Du hast gesagt, daß du selbst schon große Projekte umgesetzt hast. Was würdest du empfehlen für ein Videoportal mit mtl. Usern im siebenstelligen Bereich beispielsweise? Wie teuer wäre denn eine mtl. Miete im Rechenzentrum?

Gruß
Frank

Hallo,

das hört sich ja alles wirklich interessant an. Du hast
gesagt, daß du selbst schon große Projekte umgesetzt hast. Was
würdest du empfehlen für ein Videoportal mit mtl. Usern im
siebenstelligen Bereich beispielsweise? Wie teuer wäre denn
eine mtl. Miete im Rechenzentrum?

wieviele Server mit welchen Aufgaben und welcher Ausstattung habt ihr denn vorgesehen?
Welche aktiven Netzwerkkomponenten (Firewalls, Load Balancer) habt ihr vorgesehen?
Wieviel Traffic insgesammt erwartet ihr, und welche maximale Bandbreitenbelegung?
Wollt ihr die Server selbst kaufen und administrieren, oder wollt ihr mieten, wollt ihr ggf.
Managementunterstützung für die Server haben?

Das sind die wesentlichen Fragen dabei, die Du zunächst Dir selbst beantworten musst.

Dann musst Du schauen, welcher Hoster das, was Du willst, auch bietet, und Angebote
einholen - konkrete Zahlen kann man da kaum vorhersagen.

Gruß,

Malte

Hallo,

das hört sich ja alles wirklich interessant an. Du hast
gesagt, daß du selbst schon große Projekte umgesetzt hast. Was
würdest du empfehlen für ein Videoportal mit mtl. Usern im
siebenstelligen Bereich beispielsweise? Wie teuer wäre denn
eine mtl. Miete im Rechenzentrum?

Wie soll ich es sagen? Du unterschätzt die Komplexität eines solchen Unterfangens offenbar massiv. Projekte in der Größenordnung sind nicht der täglichen Brötchenkauf, bei dem man weiß, welche Brötchen in welcher Zahl man haben will und was ein Brötchen kosten wird.

Mein Part in solchen Projekten ist genau der, die fachlichen Anforderungen zusammenzutragen, um daraus dann ein technisches Konzept erstellen zu können, an dessen Ende bzw. in dessen Verlauf dann ein Proof-of-Concept entsteht, aus dem man dann z.B. durch Lastmessungen ableiten kann, was man so an Komponenten auf den Einkaufszettel wird schreiben müssen, um die Annahmen zu Besucherzahlen und Last im Realbetrieb dann auch abdecken zu können. Dabei sind diese Dinge auch üblicherweise nicht statisch, sondern so auszulegen, dass man die technische Plattform an steigende Last problemlos anpassen kann. Gerade diese Skalierbarkeit ist ein nicht zu unterschätzendes Problem.

D.h. jegliche Aussage zu Kosten vor diesem Prozess wäre genauso reine Augenwischerei, wie Aussagen zu konkreten Herstellern, Komponenten, Betriebssystemen, … (und genau deshalb holt man ja Leute rein, die zwar technisches Verständnis haben, aber nicht wirtschaftlich mit bestimmten Herstellern verbunden sind).

Je nach Umfang des Projektes kannst Du alleine bei meinem Part schon mit einem Aufwand von mehreren Wochen bis Monaten rechnen, der natürlich auch bezahlt werden will, und dann geht es in die nächsten Wochen/Monate aus den fachlichen Anforderungen technische Konzepte zu machen und einen ersten funktionsfähigen POC hinzustellen.

D.h. wirklich große Projekte benötigen schon in dieser Phase auch eine entsprechende Finanzierung, die schnell in die hunderttausende und darüber hinaus geht, ohne dass diverse Monate lang auch nur ein Cent reingespielt wird. Und ohne diese sicher zu haben, braucht/sollte man gar nicht erst anfangen, denn wenn man selbst nicht gerade ein Universalgenie ist, dann muss man sich eben diverse Fachleute einkaufen, die nun mal entsprechendes Geld kosten. Und um Dir da mal eine Größenordnung zu nennen: Allein für das Intranet eines größeren Dienstleisters im Touristikbereich haben wir damals schon über ein Vierteljahr in der ersten Phase mit fünf Leuten Vollzeit gut zu tun gehabt. Für den Relaunch einer der Top-100 Internetseiten waren es in der Spitze knapp 100 Leute, und bis das Ding lief, brauchte es (wie gesagt nur Relaunch mit neuer technischer Basis) über ein halbes Jahr.

Wenn Du dir über diese Dimensionen bewusst bist, die Finanzierung sicherstellen kannst, … dann können wir uns gerne weiter unterhalten, was Sun doch für nette Spielzeuge zum Thema IP-TV/Streaming anbietet, dass ich da einige im TV-Bereich spezialisierte Dienstleister kenne, die man in solche Projekte einbinden sollte, …

Gruß vom Wiz