2 PCs, gleiche IP

Von: , Frage gestellt am Fr, 8. Aug 2008

Hallo,

angenommen in einem Netzwerk ist ein Webserver mit der IP 192.168.2.1 und dem Servernamen "Server". Nun wird eine zweiter PC mit gleicher IP und gleichem Namen ins Netzwerk gestellt. Der 2. hat ebenfalls einen Webserver am laufen.
Wenn ich nun also von einem 3. PC mit der IP 192.168.2.3 und Namen "Test" über einen Webbrowser die Seite http://192.168.2.1 aufrufe, was passiert dann? Wird dann zufällig entweder Server1 oder Server2 angesprochen? Oder wer zuerst kommt malt zuerst? Oder passiert gar nichts?

Optional: Server1 war zuerst da, dann Server2. Kann ich mit Hilfe der MAC-Adresse gewisse Ports an den jeweils anderen Server weiterleiten?


Anhang:
192.168.2.1 Server <Server 1>
192.168.2.1 Server <Server 2>
192.168.2.3 Test <Client >

Mfg

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 27 Minuten 0 hilfreich
    Re: 2 PCs, gleiche IP

    Hallo,
    irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass 2 PC mit gleicher IP im gleichen Netz funktionieren. Das geht wohl nicht und führt zu Fehlern.

    Wolfgang

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: 2 PCs, gleiche IP

    Oder wer
    zuerst kommt malt zuerst?
    Richtig. Eine der Grundlagen des TCP/IP-Protokolls sieht vor, daß jede Station beim booten einen Broadcast sendet, um zu erkennen, ob schon eine Station die gleiche IP hat (So in etwa wie "Hat schon wer meine IP?). Bekommt sie eine entsprechende Antwort ("Ja ich, und ich bin schon länger im Netz!"), muss der TCP/IP-Stack deaktiviert werden. Es gewinnt also immer derjenige, der zuerst da war.
    Wissen beide Sationen beim booten nichts voneinander (wenn man z.B. 2 Netzwerkstränge erst nach dem Booten beider Geräte verbindet), ist das Verhalten nicht so einfach vorherzusagen, da es hier auch auf die MAC-caches usw. der anderen Geräte ankommt. Einige Implementierungen erkennen Konflikte und melden das im Systemlog, andere sind da sturr und tun so, als wäre nichts passiert. Die Clients schreiben i.d.R. dann alle paar Sekunden eine Meldung ins Log, daß sich die MAC-Adresse eines Hosts geändert hat. Wird gerne gemacht, wenn ein Server über 2 Netzwerkkarten falsch redundant angebunden wird, und die IP sich auf 2 MAC-Adressen verteilt. Füllt dann systematisch die Logs aller (unixoiden) Stationen im Netz.. ^^

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: 2 PCs, gleiche IP

      Hallo, Oder wer zuerst kommt malt zuerst?
      Richtig. Eine der Grundlagen des TCP/IP-Protokolls sieht vor,
      daß jede Station beim booten einen Broadcast sendet, um zu
      erkennen, ob schon eine Station die gleiche IP hat (So in etwa
      wie "Hat schon wer meine IP?). Bekommt sie eine entsprechende
      Antwort ("Ja ich, und ich bin schon länger im Netz!"), muss
      der TCP/IP-Stack deaktiviert werden.
      wo steht denn das?

      Gruß,

      Malte

      • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: 2 PCs, gleiche IP

        wo steht denn das?
        Übernimmt das ARP durch ARP-request (auf ff:ff:ff:ff:ff:ff) für die eigene IP, bei Unixen macht das ifconfig bei einem if up ("gratuitous arp"). Kann man bei besseren Geräten gezielt abschalten, siehe z.B.:
        http://www.juniper.net/techpubs/software/junos/junos...
        Kommt eine Antwort, weiß der Host, daß die IP schon besetzt ist und darf/sollte sich nicht Online bringen, macht eigentlich jeder halbwegs vernünftige TCP/IP-stack. Bei failover-config sendet die zweite Maschine einen grat-arp wenn der Heartbeat weg ist, um alle Hosts und Switches im Netz über die geänderte MAC zu informieren.

        • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: 2 PCs, gleiche IP

          Hallo, wo steht denn das?
          Übernimmt das ARP durch ARP-request (auf ff:ff:ff:ff:ff:ff)
          Gratuitous ARP kenne ich, mich interessiert aber, wo denn definiert ist, dass ein Node beim Booten einen Gratuitous ARP senden muss, und wo steht, dass er bei einer Antwort seinen IP-Stack deaktivieren muss.

          Gibt's dazu irgendeinen RFC oder einen Standard? Interessiert mich wirklich. Oder machen das einfach nur alle ordentlichen Hersteller "halt" so? Ich meine, mit IP kann das ja nichts zu tun haben, weil sich die von Dir beschriebenen Mechanismen gar nicht auf IP-Ebene abspielen (und daher auch der TCP/IP-Stack damit nur mittelbar zu tun hat).

          In Bezug auf die Ursprungsfrage könnte man noch ergänzen, dass das alles nur ein Problem ist, sofern sich die konkurrierenden Nodes in derselben Layer 2-Wolke befinden und die ARP-Geschichte ja auch (de facto) nur für Ethernet so funktioniert.

          Es gibt ja auch IP-Netze über Medien, die keine MAC-Adressen und kein ARP haben, und Anycast gibt's ja auch noch (als Beispiel für doppelte IPs, die /kein/ Problem darstellen).

          Gruß,

          Malte

          • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: 2 PCs, gleiche IP

            Gratuitous ARP kenne ich, mich interessiert aber, wo denn
            definiert ist, dass ein Node beim Booten einen Gratuitous ARP
            senden muss, und wo steht, dass er bei einer Antwort seinen
            IP-Stack deaktivieren muss.
            Gibt's dazu irgendeinen RFC oder einen Standard? Interessiert
            mich wirklich. Oder machen das einfach nur alle ordentlichen
            Hersteller "halt" so?
            Jein. Es steht so direkt meines Wissens in keinem RFC, aber die Definition des TCP/IP-Protokoll beinhaltet ja bereits die Anforderung, daß eine IP-Adresse eindeutig sein muss (weil es sonst auch nicht geht, zumindest in dem gleichen Netzsegment, die Zuordnung IP -> MAC muss eindeutig sein). Da es aber keine zentrale Instanz im Netz gibt, die ein bootender Host fragen kann (oder ihm seine IP zusteilt), muss er sich also selbst darum kümmern. Spezialfälle wie Failover, wirres Trunking und seltsames Balancing mal ausgenommen, kann ein Host gar nicht viel anderes machen, wenn er nicht die "Grundregel" einer eindeutigen IP verletzen will. Ob er selbst oder eigentlich der Admin, naja, die Macher der Stacks gehen halt davon aus, daß eine doppelte IP stets ein nicht gewollter Fehler in der Konfiguration ist, und fangen den vermeidlichen Fehler entsprechend ab. Zum Glück für die reale Netzwerkwelt da draußen, denn sowas kommt oft genug vor. Sonst könnte jeder Heini ein Netzwerk lahmlegen, indem er einfach mal seiner Kiste (oder einer mitgebrachten) einen Schwung IPs spendiert. Nicht jede Firma hat MAC-Steuerung an den Switches und früher gab's das schon überhaupt nicht. Ein kleiner SOHO-Router unter dem Schreibtisch, und schon hat man einen Tag frei, weil sich die Admins einen Wolf suchen.. ^^ Ich meine, mit IP kann das ja nichts zu
            tun haben, weil sich die von Dir beschriebenen Mechanismen gar
            nicht auf IP-Ebene abspielen (und daher auch der TCP/IP-Stack
            damit nur mittelbar zu tun hat).
            Gut, man kann sich nun trefflich drüber streiten, ob ARP ein Teil des IP-Protokolls für lokale Segmente ist oder nicht. Bei Netware ist die MAC ein Teil der Adresse, bei AppleTalk ist es irgendwie ganz anders, und viel mehr gibt/gab es nicht. Die Frage des OPs ging ja über lokale Segmente und da ist es mehr oder weniger halt ein Teil des TCP/IP-Protokolls für lokale Ethernetnetzwerke. Müßte nu nachlesen, ob NDP ähnliche Mechanismen bereithält, aber wenn ich mich recht erinner, setzt das ja auf ICMP auf. Ein Echo-Request auf die eigene IP würde prinzipiell ja auch gehen, aber dank sinnfreier Firewalls und ähnliches ist das nicht sicher genug, da ist ARP einfach besser geeignet. In Bezug auf die Ursprungsfrage könnte man noch ergänzen, dass
            das alles nur ein Problem ist, sofern sich die konkurrierenden
            Nodes in derselben Layer 2-Wolke befinden und die
            ARP-Geschichte ja auch (de facto) nur für Ethernet so
            funktioniert.
            Sind Router im Netz oder VLANs im Spiel, ist es eh wurscht. Nur bei gleicher Broadcastdomain kommt es ja überhaupt zu Problemen. Es gibt ja auch IP-Netze über Medien, die keine MAC-Adressen
            und kein ARP haben, und Anycast gibt's ja auch noch (als
            Beispiel für doppelte IPs, die /kein/ Problem darstellen).
            Nur das Anycast-Hosts nicht mit der gleichen IP im gleichen Netzsegment stehen, sondern wie beim DNS über die ganze Welt verteilt und das ganze auch strengen Reglen folgt und eigentlich mehr mit Unicasts zu vergleichen ist. Dazu müssen auch die Router die entsprechenden Infos haben und BGP und Co. nichts durcheinander bringen. Wenn man die ARP-Tabelle für das lokale Segment mit der Routingtabelle vergleicht, ergeben sich schon logische Gemeinsamkeiten. Kein Router darf die selbe Route zweimal haben - aber er darf beliebige Wege zum Ziel haben, was ARP so nicht kennt. Im Vergleich zu Ethernet wäre das dann am ehesten noch Spanning Tree, welches aber wiederum nur die Switches wissen. Auch wenn man Switches nu als "MAC-Router" bezeichnet, so muss IP+Ethernet auch auf 10Base2/5, FDDI etc. funktionieren. So wirklich miteinander vergleichbar ist das also doch nicht.

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