Diese Weißpünktchen kommen meist bei neu gekauften
Fischen und zwar vom Stress wie => andere
Wasserverhältnisse, Temperaturwechsel, anderes Futter etc.
Unser Bekannter meinte sogar, eine Ichthyo-Infektion wäre
meist völlig harmlos, so wie ein Schnupfen beim Menschen
(natürlich bildlich gesprochen).
Diese These kann man mit der Aussage des Südafrikanischen Präsidenten auf eine Stufe stellen, dass AIDS durch schlechte Lebensverhältnisse verursacht wird. :-)
Die Weißpünktchenkrankheit wird von einem obligat phatogenen Fischparasiten verursacht und nicht durch Stress. Es ist also eine echte Infektionskrankheit, die auch vor stressfreien, kerngesunden Tieren nicht halt macht und im Aquarium über kurz oder lang zu einer Massenvermehrung der Parasiten und zum Tod der Fische durch Kiemenbefall (ersticken) oder bakterielle Sekundärinfektionen der geschädigten Haut führt.
Eine Ichthyophtirius-Infektion muss daher auf jeden Fall behandelt werden.
Dieses mal haben wir ganz schnell
reagiert und die Temperatur im Becken erhöht. Es wirkte
absolut - nach nur 4 Tagen waren ALLE Pünktchen weg und die
Fische sind munter.
Fazit: in diesem Fall würde ich immer wieder die schonende
Methode wählen, also nicht sofort zu Medikamenten greifen!
Die Methode mit der Temperaturerhöhung ist durchaus interessant, besonders dass es bei dir offenbar schon bei 30°C geklappt hat. Ein Diskuszüchter hat mir die "Temperaturmethode" auch mal empfohlen, allerdings meinte er, man solle die Temperatur auf 33 - 35°C steigern (was nicht gerade ungefährlich ist).
Auf jeden Fall sollte man da sein, wenn man die Temperatur (langsam!) erhöht und seine Fische beobachten. Denn je höher die Wassertemperatur ist, desto weniger Sauerstoff ist im Wasser gelöst und desto schwerer fällt den Fischen die Atmung.
Da eine Weißpünktchen-Infektion auch (massiv!) die Kiemen befallen kann, was schon bei normalen Temperaturen zu Atmungsproblemen führen kann, ist es möglich, dass die Fische bereits bei Temperaturen ersticken, welche sie sonst noch vertragen würden. Ggf. kann man bei der Temperatur-Kur etwas Methylenblau ins Wasser geben, das ist gut verträglich und erleichtert die Atmung.
Ansonsten muss gesagt werden, dass man die Behandlung immer gut abwägen sollte, eine Temperaturerhöhung auf 30°C oder mehr bedeutet für viele Fischarten starken Stress und für einige sogar den Tod. Eine Behandlung mit Medikamenten muss nicht zwangsläufig die weniger schonende Methode sein. Kommt auf die Fische (Art, Lebensgewohnheiten, Größe), ihren gesundheitlichen Zustand und auf das Medikament an, auch da darf man nicht alles in einen Topf schmeissen.
LG, Jesse