Englische Aufklärungsflugzeuge WKII

Hallo,

ich beschäftige mich schon einige Zeit mit der Waffenentwicklung in o.g. Zeit - speziell der Luftwaffe und z.b. der HVA Peenemünde.

In allen Berichten und Texten dieser Zeit wird immer u.a. die Tarnung, Verdunkelung etc. bestimmter wichtiger Einrichtungen erwähnt.
bei Peenemünde z.b. war klar, das so ein großes Projekt (flächemäßig) nicht geheimbleiben würde. Es wurde von Anfang an damit gerechnet, das es ein Ziel für feindliche Flugzeuge werden würde - allerdings wird nirgends mal erwähnt wie der aktive Schutz gegen Feindaufklärung aussah - ich hab noch nirgends gelesen, das feindliche Aufklärer abgeschossen oder überhaupt verfolgt wurden.

Es klingt schon merkwürdig wenn bei allen Maßnahmen am Boden festegestellt wurde, zuweilen täglich Aufklärer unterwegs waren …

vielleicht hat jemand eine Buchquelle etc. parat, in der dieser Teil mal beleuchtet ist.

STK

Hy,
in dem Buch "Luftkrieg 1939-1945 von Janusz Piekalkiewicz fand ich auf Seite 253:
„Am Montag, dem 19.April 1943, erhalten die Spezialisten der Luftbild- Auswertungseinheit in Medmenham vom Luftfahrtministerium ihre erste Anweisung, die Gefahr der deutschen „Geheimwaffen“ mit Hilfe der Luftaufklärung zu untersuchen. Ganze 6 Jahre nachdem die Deutschen in Peenemünde ihre Laboratorien und Prüfstände gebaut haben nimmt man jetzt dieses Objekt in das Programm der britischen Luftaufklärung auf.“
Weiter auf Seite 261:
„Am Mittwoch, dem 23. Juni 1943, kurz nach 12.00 Uhr, landete Flight Sergant E.P.H. Peek mit seiner Mosquito auf dem Stützpunkt Leuchars. Sein Mitbringsel: die ersten ausgezeichnet klaren Luftbilder des gesamten Peenemünder Versuchsgeländes mit dem Startgebiet des Prüfstands VII.“…„So wird in auch Medmenham die deutsche Geheimwaffen-Versuchstation Peenemünde entdeckt.“
Und auf Seite 273:
„18.August 1943, London
Das Hauptquartier der RAF gibt bekannt:
In der vergangen Nacht unternahmen unsere Bomber bei klarem Mondschein einen massiven Angriff auf Peenemünde, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Stettin. Es handelt sich hierbei um die größte und bedeutenste wissenschaftliche Versuchsanstalt Deutschlands. Unsere Flugzeuge stießen auf eine große Zahl feindlicher Nachtjäger, von denen mehrere abgeschossen wurden.“

Ich hoffe ich konnte dir damit ein klein wenig weiter helfen

Raul

Hy,

danke erstmal für deinen beitrag,
(aber) das ist der teil, der auch in anderen quellen zu lesen ist - meine frage bezog sich eigentlich auf die unbehelligt fliegenden englischen luftaufklärer.
wenn die keine bilder der heeresversuchsanstalt oder den 75 v1 abschußstellen hätten machen können wären die bombenangriffe wohl anders ausgefallen.

gruss

Hallo !

In Deutschland lebten während des Krieges Millionen Ausländer und Deutsche, die den Nazis nicht sehr freundlich gesonnen waren. Unter ihnen gab es Tausende, die ihre Kenntnisse an die Alliierten weitergaben. Über Skandinavien, Schweiz, Spanien, Portugal usw.
Warum sollte das nicht auch über Peenemünde so gewesen sein?
Selbst die Abwehr in Deutschland (Canaris) arbeitete den Alliierten zu!
Von Peenemünde aus gelang es zwei russischen Kriegsgefangenen, welche dort eingesetzt waren, mit einer deutschen Jagdmaschine, in die UdSSR zu fliehen!!

"VORSICHT! FEIND HÖRT MIT!!! Dieser Schriftzug hing an jeder Ecke!

Gruß Max

Hi STK
http://www.ophetweb.nl/ww2w/ww2htmls/dehamosqrt.html…

das ist das Flugzeug

Dieses Flugzeug flog Hoch, schnell und bestand überwiegend aus Holz.
es gab also ein schlechtes Radarecho und, Himmelblau angestrichen, war es auch schwer sichtbar.

Abfangjäger hatten gegen dieses Flugzeug kaum eine Chance, denn mit einer Maximalgeschwindigkeit von über 650 km/h flog die Mosquito den meisten Jägern einfach davon
(z.B. Me 109 ca 600 km/h)

dasselbe Spiel machten die USA ja mit der SR 71…

Gruß
Mike

Warum sollte das nicht auch über Peenemünde so gewesen sein?
Selbst die Abwehr in Deutschland (Canaris) arbeitete den
Alliierten zu!

das dort u.a. fernraketen entwickelt und gebaut worden war bei guten sichtverhältnissen auch in schweden noch zu sehen („gefrorene blitze“) aber um es als kriegswichtiges ziel zu bestimmen braucht es schon mehr informationen als nur „was“ dort gemacht wurde … genaue lagepläne von einrichtungen etc. - eben luftbilder.
die aliierten haben bis dato ja die existenz von flüssigkeitsrakten in frage gestellt - bis eindeutig auf den s/w fotos die umrisse der senkrecht stehenden A4 nachgewissen wurde.
(ob die fotos auch was geworden wären, wenn alles in schwarz gehüllt wäre?? ich meine die aufklärungsfotos zeigen ja nur umrisse, wenn objekte schatten werfen - also morgens oder abends … und besonders scharf waren sie nicht)

Von Peenemünde aus gelang es zwei russischen Kriegsgefangenen,
welche dort eingesetzt waren, mit einer deutschen
Jagdmaschine, in die UdSSR zu fliehen!!

ob es eine jagdmaschine war weiß ich nicht mehr; aber die geschichte kann man im museum direkt in peenemünde nachlesen. nach meinen unterlagen waren aber den den raktenprojekten direkt NUR deutsche beschäftigt - genau wegen dem obigen punkt.

gruss

Stereoaufnahmen…
Hi STK

Die Engländer stellten auf ihren Aufklärungsmissionen Stereoaufnahmen her, also überlappend geschossene Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln. unter einem Stereoskop sieht man das dann 3-Dimensional. Dieses Verfahren erhöhte die Aufklärungsausbeute ganz erheblich.

Das Verfahren geht wie folgt:
das Flugzeug fliegt auf einer geraden Linie in definierter Höhe und schießt senkrecht nach unten Aufnahmen, und zwar so, dass sie sich zu ca 2/3 Überlappen. In die Aufnahme werden dann noch Filmnummer, Aufnahmenummer und Flughöhe eingeblendet. In dem überlappenden Bereich hat man dann den Stereoeffekt.
Du siehst die Gegend dann unter dem Stereoskop, wie wenn vor dir ein Modell aufgebaut wäre. Ist ne geile Sache *g*

So, warum wurde nicht abgedeckt…
ganz einfach: Eine Mosquito ist

  1. Schnell
  2. Stealthy, insbesonder bei der damaligen unglaublich hochentwickelten Radartechnologie
  3. Flog so hoch, dass sie mit dem richtigen Anstrich kaum zu sehen war.

Sprich, So schnell können die gar nicht abhängen, wie das Ding drüberflog, und möglicherweise haben sie es gar nicht geschnallt, dass da was rumflog und Bildchen machte.

Die damaligen optiken waren übrigens ausgezeichnet, ich habe mal Deutsche Luftbilder von Kreta, die vor der damaligen Luftlandung aufgenommen wurden, gesehen… WOW!
Es geht immer viel durch den Abdruck verloren…

Gruß
Mike

deutsche Aufklärungsflugzeuge WKII
danke für deine vielen antworten

Dieses Flugzeug flog Hoch, schnell und bestand überwiegend aus
Holz.
es gab also ein schlechtes Radarecho und, Himmelblau
angestrichen, war es auch schwer sichtbar.

soweit ist mir das klar - stellt sich nun die frage was die luftwaffe der damaligen zeit für ihre aufklärungsflüge benutzt hat ??
die mosquito scheint ja kein ausnahmeflugzeug gewesen zu sein.

dasselbe Spiel machten die USA ja mit der SR 71…

aber erst als sie mit der u-2 feststellen mußten das der „gegner“ nicht tatenlos zusieht… (mr. powers)

ein aufklärer kann ja nicht einfach aus dem luftraum verschwinden - selbst wenn man ihn von boden aus nicht sehen kann - ein flugzeug das bereits in der luft ist sollte ja weniger schwierigkeiten haben es einzuholen - es kann sich ja nicht zwischen den wolken etc. verstecken.

in dem beispiel (peenemünde) muß es ja aufgefallen sein, das manchmal täglich aufklärer geflogen sind - sie können also nicht total unsichtbar gewesen sein.

Gruß
Mike

  • Stefan -