Red Ball

Von: , Frage gestellt am Di, 23. Jul 2002

Hallo,
gab es beim deutschen Vormarsch 1940 in Frankreich für die deutschen PzKorps ein ähnliches System wie Red Ball bei dem alliierten Vormarsch in Frankreich 1944 für die alliierten Armeen?
Gruss
Rainer

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Red Ball

    Moin Rainer, gab es beim deutschen Vormarsch 1940 in Frankreich für die
    deutschen PzKorps ein ähnliches System wie Red Ball bei dem
    alliierten Vormarsch in Frankreich 1944 für die alliierten
    Armeen?
    Der "Red Ball Express" war (glaube ich) eine Kraftstoffversorgungsluftbrücke zwischen England und Belgien 1944. US-Flugzeuge lieferten Treibstofffässer, die dann von LKWs aufgenommen wurden, die ein rotes Alarmlicht (Red Ball) auf dem Dach trugen, welches ihnen auf den Straßen Vorfahrt geben sollte, damit der Kraftstoff ohne Verzögerung an die alliierten Panzerkräfte ausgeliefert werden konnte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich hier jetzt was durcheinander werfe. Ein ähnliches System haben die deutschen Truppen für den Einmarsch in F meines Wissens nach nicht etabliert.

    Gruß
    Bark

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Red Ball

      Hi Barkley, Der "Red Ball Express" war (glaube ich) eine
      Kraftstoffversorgungsluftbrücke zwischen England und Belgien
      1944. US-Flugzeuge lieferten Treibstofffässer, die dann von
      LKWs aufgenommen wurden...
      So weit, so richtig. Red Ball ist Truckerslang und heisst soviel wie Expresslieferung. Mit Alarmlicht zu fahren wäre unter Kriegsbedingungen nicht wirklich ratsam, oder? Gibt prima Ziele ab. Die LKW mussten in Konvois von mindestens 5 Fahrzeugen fahren, denen ein Jeep vorausfuhr. Als Abstand waren 60 ft. einzuhalten, vorgesehene Geschindigkeit 25 mp/h. Es waren besondere Routen vorbereitet, die mit auffälliger Beschilderung versehen waren, an diesen Routen gab es für die vorgeschriebenen stündlichen Pausen Rastplätze, teilw. mit Schlafgelegenheit und Feldküche. Sofern möglich, durften die Konvois sogar mit eingeschalteten Scheinwerfern fahren (gut, da hätte man dann auch eine Blinkleuchte einsetzen können....).

      Ich gehe mal davon aus, dass für die Operation Sichelschnitt ein ähnliches System gar nicht nötig war, schon allein aufgrund der kürzeren Distanzen und der Kürze der ganzen Operation. Wahrscheinlich hatte von Mannstein genug Vorräte dabei, um 10 Tage damit auszukommen...

      Gruss
      Feanor

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Red Ball

        Hi Feanor,

        naja, "Alarmlicht" nannte ich es eher aus dem Grunde, daß eine beleuchtete Fahrzeugkolonne nachts doch sehr auffällig ist. Es war eine absichtlich übertriebene Bezeichnung. Ich habe im Falle meiner Einschätzung aber auch völlig aus dem Gedächtnis gearbeitet und dabei nach einem Sachverhalt "gegraben", der für mich nie wesentliche Bedeutung hatte.

        Allerdings, wie ich soeben las, trugen diese Fahrzeuge in der Tat kleine, rote Laternen: http://www.heli-meeting.com/DE/de_history.htm , (Seite ist bestimmt keine historisch sichere Quelle, gibt aber in Sachen "Red Ball" dieselben Infos ab, wie Raymond Cartier's "Der Zweite Weltkrieg")
        allerdings war es ebenso üblich, die Fahrzeuge mit einem roten Punkt, der den Red Ball symbolisieren sollte, zu bemalen. Da diese Bemalung nachts nicht zu sehen war, wurde wieder auf kleine, rote Laternen zurückgegriffen. Dies ist aber auch nicht unbedingt gefährlich, da Nachschub niemals durch von Feindtruppen besetztes Gebiet läuft, nur versehentlich. Nachschubtruppen sind nur spärlich für den Kampf ausgerüstet und halten sich daher immer einige Kilometer von der HKL entfernt.
        Gelöscht wurden die Laternen erst in Frontnähe.

        Es wurden auch Schilder aufgestellt, die die Truppen darauf hinweisen sollte, daß Red Ball Kolonnen unbedingt und ungehindert durchgelassen werden sollten.

        Gruß
        Bark

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