Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: х - n а d а, Frage gestellt am Mi, 24. Jul 2002)
Liebe Wissende,
ich beschäftige mich gerade mit
einem Fall, der mir Rätsel aufgibt.
Einem einfachen Soldaten (eventuell
auch in unterem Offiziersrang) der
Wehrmacht wird im WWII von Seiten
seiner "Vorgesetzten" angeboten einen
Offiziersrang (eventuell auch höherer
Art) zu belegen, (!)wenn(!) er seinen
Namen, der ein -cz- in sich trägt und
auf -ski endet, eindeutscht.
Ist dieser Fall realistisch? Gibt es
eventuell andere Beispiele?
Vielen Dank für jede Antwort.
x-nada
ich beschäftige mich gerade mit
einem Fall, der mir Rätsel aufgibt.
Einem einfachen Soldaten (eventuell
auch in unterem Offiziersrang) der
Wehrmacht wird im WWII von Seiten
seiner "Vorgesetzten" angeboten einen
Offiziersrang (eventuell auch höherer
Art) zu belegen, (!)wenn(!) er seinen
Namen, der ein -cz- in sich trägt und
auf -ski endet, eindeutscht.
Ist dieser Fall realistisch? Gibt es
eventuell andere Beispiele?
Vielen Dank für jede Antwort.
x-nada
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Re: Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: М а х . Е ү t һ, Antwort nach 9 h, 27 Min)
Hallo !
Möglich war damals alles!
Es wurden während des Krieges sehr viele Unteroffiziere zu so genannten Volksoffizieren befördert. Das waren Unteroffiziere, die sich besonders durch Tapferkeit oder Führungsqualitäten hervorgetan hatten. Sie hatten nur einen Makel : Kein Abitur und entsprechend keine Qualifikation zum Offizier durch die entsprechenden Lehrgänge.
Nachdem sehr viele Offiziere gefallen waren, machte man also Unteroffiziere zu Volksoffizieren. Mit der Auflage, beim Dienstgrad Hauptmann ist Schluß oder nachholen der Schulungen nach dem Krieg.
Wie das dann endete, ist allgemein bekannt.
Das mit der Namensänderung paßt dann natürlich in die damalige Ideologie vom Deutschtum.
Das Gleiche gab/gibt es auch heute noch bei der Bundeswehr. Sind diese Leute dann in einem Klüngelverein wie Luftwaffe oder Marine, wünschen sie sich meistens, Unteroffizier geblieben zu sein. Von den Crew-Offizieren nicht richtig anerkannt, von den Unteroffizieren schon zu weit weg, fristen sie ein einsames Dasein.
Man sieht oft im Fernsehen bei offiziellen Veranstaltungen uralte Offiziere mit weißen Haaren gramgebeugt, vom Dienst verschlissen, von geringem Dienstgrad, wie Hauptmann, das sind sie oft.
Es gibt aber auch Ausnahmen. Ein Bekannter von mir kam bis zu Fregattenkapitän.
Grüße Max
Möglich war damals alles!
Es wurden während des Krieges sehr viele Unteroffiziere zu so genannten Volksoffizieren befördert. Das waren Unteroffiziere, die sich besonders durch Tapferkeit oder Führungsqualitäten hervorgetan hatten. Sie hatten nur einen Makel : Kein Abitur und entsprechend keine Qualifikation zum Offizier durch die entsprechenden Lehrgänge.
Nachdem sehr viele Offiziere gefallen waren, machte man also Unteroffiziere zu Volksoffizieren. Mit der Auflage, beim Dienstgrad Hauptmann ist Schluß oder nachholen der Schulungen nach dem Krieg.
Wie das dann endete, ist allgemein bekannt.
Das mit der Namensänderung paßt dann natürlich in die damalige Ideologie vom Deutschtum.
Das Gleiche gab/gibt es auch heute noch bei der Bundeswehr. Sind diese Leute dann in einem Klüngelverein wie Luftwaffe oder Marine, wünschen sie sich meistens, Unteroffizier geblieben zu sein. Von den Crew-Offizieren nicht richtig anerkannt, von den Unteroffizieren schon zu weit weg, fristen sie ein einsames Dasein.
Man sieht oft im Fernsehen bei offiziellen Veranstaltungen uralte Offiziere mit weißen Haaren gramgebeugt, vom Dienst verschlissen, von geringem Dienstgrad, wie Hauptmann, das sind sie oft.
Es gibt aber auch Ausnahmen. Ein Bekannter von mir kam bis zu Fregattenkapitän.
Grüße Max
Re^2: Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: x - n а d а, Antwort nach 3 Tagen, 50 Min)
Lieber "Max",
sicher war alles mögliche zu dieser Zeit
möglich. Aber was heißt in diesem Zusam-
menhang schon "alles"?!
Der von mir angesprochene Fall endete
damit, daß sich der entsprechende Mensch
(mit "-cz-" und "-ski" im Namen, auf sel-
bigem bestand, nicht "befördert" wurde
und 1974 an einem Lungenleiden (tbc) starb,
das er sich an der nördlichen Ostfront zuge-
zogen habe, als er zwei Tage in einem See
herumgestapft sei...)
Mir ging es eigentlich hauptsächlich um
die Notwendigkeit und den Realismus einer
solchen Namensänderung...
Die Variation mit dem "Volksoffizier" ist
mir ganz neu...Danke!
x-nada
sicher war alles mögliche zu dieser Zeit
möglich. Aber was heißt in diesem Zusam-
menhang schon "alles"?!
Der von mir angesprochene Fall endete
damit, daß sich der entsprechende Mensch
(mit "-cz-" und "-ski" im Namen, auf sel-
bigem bestand, nicht "befördert" wurde
und 1974 an einem Lungenleiden (tbc) starb,
das er sich an der nördlichen Ostfront zuge-
zogen habe, als er zwei Tage in einem See
herumgestapft sei...)
Mir ging es eigentlich hauptsächlich um
die Notwendigkeit und den Realismus einer
solchen Namensänderung...
Die Variation mit dem "Volksoffizier" ist
mir ganz neu...Danke!
x-nada
Re^3: Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: Μ a x . Ε y t һ, Antwort nach 3 Tagen, 7 h, 8 Min)
Hallo !
Alles!
Es gab sehr viele Deutsche in den Ostgebieten, die merkwürdige Namen trugen und sehr jüdisch klangen. Z.B. "Birnbaum" oder Kirschbaum" oder auch "Apfelbaum".
Ein Bekannter von uns wurde unter diesem Namen geboren, seine Eltern änderten ihn in "Jablonski". Also war der jüdische Name verschwunden und man hieß Jalbonski und hatte nicht mehr den Makel eines jüdischen namens. Wurde nie mehr verdächtigt Jude zu sein.
Zumindest von den deutschen Behörden nicht, die polnische Bevölkerung wußte natürlich davon, schwieg aber.
Das hat mir ein polnischer Kollege erzählt.
Das mit den Namensänderungen oder Makel durch eine slawische Schreibweise ist doch heute noch so. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen heute noch ihren Namen ändern bzw eindeutschen, um besser zurechtzukommen.
Grüße max
Alles!
Es gab sehr viele Deutsche in den Ostgebieten, die merkwürdige Namen trugen und sehr jüdisch klangen. Z.B. "Birnbaum" oder Kirschbaum" oder auch "Apfelbaum".
Ein Bekannter von uns wurde unter diesem Namen geboren, seine Eltern änderten ihn in "Jablonski". Also war der jüdische Name verschwunden und man hieß Jalbonski und hatte nicht mehr den Makel eines jüdischen namens. Wurde nie mehr verdächtigt Jude zu sein.
Zumindest von den deutschen Behörden nicht, die polnische Bevölkerung wußte natürlich davon, schwieg aber.
Das hat mir ein polnischer Kollege erzählt.
Das mit den Namensänderungen oder Makel durch eine slawische Schreibweise ist doch heute noch so. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen heute noch ihren Namen ändern bzw eindeutschen, um besser zurechtzukommen.
Grüße max
Re^4: Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: x - n а d a, Antwort nach 9 Tagen, 20 Min)
_________________
Lieber "max",
entschuldige, daß ich so darauf beharre, doch:
In der ganzen ostpreußischen Verwandschaft des
Falls fällt gerade eine Familie Jablonski auf
(die es heute noch in vielen Telefonbüchern
im Westfählischen gibt).
Es geht mir eben nicht um die schon reflexhaft
bemühte Vereinfachung "jüdischer Integration",
wie Du sie vereinfachst.
Mir geht es immernoch darum, daß Menschen mit
Namen wie Jablonski, Koslowski oder Schneiderow-
ski Opfer ihres Namens wurden...ob es realistisch
ist, daß Träger von polnischen Namen in der Wehr-
macht wie auch immer geartete Probleme hatten,
die sich dokumentiert wiederfinden?!!
----
Zu Deinen persönlichen Kommentaren: In Berlin
wie auch im Ruhrpott, wo ich vorher wohnte, ist
nie jemand auf eine so abstruse Idee gekommen,
wie Du sie als NORMAL bezeichnest*: Für Dich mag
es ein Makel sein, nur hier und im Ruhrpott wurde
schon vor 100 Jahren jene Flexibilität vorgemacht,
an der es den Hubers und Obermeirs gebricht.
Einen polnisch angehauchten Namen zu haben ist
seit mindestens 150 Jahren in Westdeutschland und
seit 700 Jahren in Berlin kein Karrierehindernis
gewesen. (Diesen Aspekt versuchte ich zu proble-
matisieren...Deine Antwort war billig und lapidar...)
Vielleicht treffe ich mit der nächsten Frage
ihr Spezialwissensgebiet?!
Mfg
x-nada
*Den Namen zu ändern.
Lieber "max",
entschuldige, daß ich so darauf beharre, doch:
In der ganzen ostpreußischen Verwandschaft des
Falls fällt gerade eine Familie Jablonski auf
(die es heute noch in vielen Telefonbüchern
im Westfählischen gibt).
Es geht mir eben nicht um die schon reflexhaft
bemühte Vereinfachung "jüdischer Integration",
wie Du sie vereinfachst.
Mir geht es immernoch darum, daß Menschen mit
Namen wie Jablonski, Koslowski oder Schneiderow-
ski Opfer ihres Namens wurden...ob es realistisch
ist, daß Träger von polnischen Namen in der Wehr-
macht wie auch immer geartete Probleme hatten,
die sich dokumentiert wiederfinden?!!
----
Zu Deinen persönlichen Kommentaren: In Berlin
wie auch im Ruhrpott, wo ich vorher wohnte, ist
nie jemand auf eine so abstruse Idee gekommen,
wie Du sie als NORMAL bezeichnest*: Für Dich mag
es ein Makel sein, nur hier und im Ruhrpott wurde
schon vor 100 Jahren jene Flexibilität vorgemacht,
an der es den Hubers und Obermeirs gebricht.
Einen polnisch angehauchten Namen zu haben ist
seit mindestens 150 Jahren in Westdeutschland und
seit 700 Jahren in Berlin kein Karrierehindernis
gewesen. (Diesen Aspekt versuchte ich zu proble-
matisieren...Deine Antwort war billig und lapidar...)
Vielleicht treffe ich mit der nächsten Frage
ihr Spezialwissensgebiet?!
Mfg
x-nada
*Den Namen zu ändern.
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Re^2: Offizier per Namenseindeutschung?
(Autor: B a r k l е y, Antwort nach 1 Monat, 3 Tagen, 20 h, 16 Min)
Hallo Max,
Auch wird man nicht mal eben so per freundlicher Genehmigung zum OffzMilFD, sondern diese Kameraden durchlaufen Lehrgänge, die insgesamt mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Ein Überwechseln in die Gruppe der "normalen" Truppenoffiziere ist auch für sie jederzeit (per Antrag und Genehmigung) möglich. Da ich selbst "Crew-Offizier" bin, kann ich sehr gut beurteilen, dass unsere Fachoffiziere im Kameradenkreis sehr anerkannt sind und ihre Gegenwart sehr erwünscht ist....eben weil: es sind Spezialisten, die in ihrem Bereich über beste Kenntnisse verfügen.
Gruß
Bark
Das Gleiche gab/gibt es auch heute noch bei der Bundeswehr.
Das ist absolut nicht ähnlich. Näheres beschreibe ich weiter unten. Was Du beschreibst, nennt sich umgangssprachlich "Fachoffizier" [OffzMilFD]
Sind diese Leute dann in einem Klüngelverein wie Luftwaffe
oder Marine,
Ich sehe es immer so...die Clubmitglieder der Luftwaffe, die Gentlemen der Marine, die Soldaten des Heeres... ;-)oder Marine,
Von den Crew-Offizieren nicht richtig
anerkannt, von den Unteroffizieren schon zu weit weg, fristen
sie ein einsames Dasein.
Man sieht oft im Fernsehen bei offiziellen Veranstaltungen
uralte Offiziere mit weißen Haaren gramgebeugt, vom Dienst
verschlissen, von geringem Dienstgrad, wie Hauptmann, das sind
sie oft.
Du redest vermutlich von den sogenannten Fachoffizieren, die über die Feldwebel-/Bootsmannslaufbahnen quasi quer in die Laufbahnen der Offiziere einstiegen. Diese Kameraden sind hoch anerkannt, weil sie Fachspezialisten sind, denen in ihrer Verwendung niemand was vor macht. Sind übernehmen weniger personelle, als fachspezifische Leitungsaufgaben. Wer einmal OffzMilFD ist, der wird sicherlich nicht gramgebeugt vom Dienst verschlissen in den Ruhestand gehen, weil sie in vielen Fällen über feste Dienstposten verfügen und deshalb nicht vom permanenten Versetzungsstress gebeutelt werden.anerkannt, von den Unteroffizieren schon zu weit weg, fristen
sie ein einsames Dasein.
Man sieht oft im Fernsehen bei offiziellen Veranstaltungen
uralte Offiziere mit weißen Haaren gramgebeugt, vom Dienst
verschlissen, von geringem Dienstgrad, wie Hauptmann, das sind
sie oft.
Auch wird man nicht mal eben so per freundlicher Genehmigung zum OffzMilFD, sondern diese Kameraden durchlaufen Lehrgänge, die insgesamt mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Ein Überwechseln in die Gruppe der "normalen" Truppenoffiziere ist auch für sie jederzeit (per Antrag und Genehmigung) möglich. Da ich selbst "Crew-Offizier" bin, kann ich sehr gut beurteilen, dass unsere Fachoffiziere im Kameradenkreis sehr anerkannt sind und ihre Gegenwart sehr erwünscht ist....eben weil: es sind Spezialisten, die in ihrem Bereich über beste Kenntnisse verfügen.
Gruß
Bark
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