Hallo Thomas,
vielen Dank für die vielen Links!
Wie Robby schon anführte, muß die "3" = "III." bedeuten, da mein Vater im Osten eingesetzt war. Beleg dafür ist die Urkunde über die Verleihung der Medaille "Winterschlacht im Osten 41/42" vom 30.09.42.
Etwas skeptisch ist der Hermeneutiker in mir bei dem Dienstgrad „Obergefreiter“.
Ich weiß nicht, welchen Dienstgrad mein Vater nach 42 hatte, den Dienstgrad entnahm ich der o.g. Urkunde von 42.
Dein Vater muss sich also keinesfalls die ganze Zeit „beim Regiment“ befunden haben, sondern kann theoretisch überall gewesen sein, wo Luftwaffe, bzw. die Jagdwaffe war.
Mein Vater selbst (der allerdings zum Renommieren neigte) sagte, er sei bei den "Fallschirmjägern" gewesen. Verträgt sich das mit seiner Zugehörigkeit zum Luftnachrichtenregiment?
Folgende fragmentarische Stationen kann ich aus seinen Erzählungen noch rekonstruieren:
Mein Vater hatte sich 1941 freiwillig zur Luftwaffe gemeldet. Er hatte die Volksschule beendet und eine ihm verhaßte Handwerkslehre im 2-Mann-Betrieb seines Vaters begonnen. Er war begeisterter Anhänger des Regimes, verband die Wehrmacht mit allerlei romantischen Vorstellungen von Heldentum und sah wohl auch seine Zukunft in der Truppe. Besonders stolz darauf war er, mit der Luftwaffe zur "Eliteeinheit" zu gehören.
Eingesetzt war er in Frankreich (St. Quentin?), El Alamein (so he said ;-); später befand er sich zunächst in französischer, dann amerikanischer Kriegsgefangenschaft.
Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft hat mein Vater, inzwischen 23, nie die abgebrochene Lehre nachgeholt bzw. eine andere Ausbildung gemacht. Er fand Arbeit beim Straßenbau. Seine Chancen, seine Hoffnungen sah er mit dem Ende des dritten Reiches untergegangen.
Wenn er über den Krieg sprach, dann nie anders als glorifizierend: Seine Ausprägung des Kriegstraumas - er hörte nie ganz auf, in dieser Zeit zu leben.
Ein Thema durfte ich btw nie berühren - die Zeit in französischer Gefangenschaft. Er reagierte darauf außergewöhnlich heftig. Er haßte Franzosen - das ging so weit, daß ich, 40 Jahre nach seinen Erlebnissen, am Schüleraustausch mit Frankreich nicht teilnehmen konnte.
Manchmal frage ich mich, warum ich mich damit (bzw. „es“ mich) beschäftigt - und finde keine Antwort.
Ich - für mich - kenne die Antwort: Anders als die meisten meiner Generation (ich bin Jahrgang 69) für die der Zweite Weltkrieg und die Vertreibung (das Trauma meiner Mutter) in die fernere Großelterngeneration gehört, hat mich diese Zeit, die traumatischen Erfahrungen meiner Eltern sehr unmittelbar begleitet und geprägt. Um zu begreifen, was mich ausmacht, ist es wichtig zu erfahren, was micht beeinflußt hat. Das Kriegstrauma meiner Eltern hat keine unerhebliche Auswirkung auf meine eigene Geschichte.
Vielen Dank und viele Grüße
Diana