Blutgruppenabzeichen der SS

Von: , Frage gestellt am Mo, 12. Aug 2002

Hallo Wissende,

neulich wurde ich zu einem älteren Kunden ( ca. 90 ) bestellt. Die Angehörigen, die mir den Auftrag vermittelten, sagten mir "Aber geben Sie nichts darauf, was er Ihnen erzählt, er hat zwar viel erlebt, ist aber auch ein kleiner Münchhausen"

Na, jedenfalls kam es so wie angedroht. Er sei bei einer geheimen SS - Elitetruppe gewesen, hätte Nahkampfausbildung, dem Führer persönlich die Hand geschüttelt, sei in Norwegen erst verwundet worden ( Oberarmdurchschuss - ich durfte die Stelle bewundern , sah allerdings schon echt aus ), dann sei er irgendwo ( er sagte es, ich habs vergessen ) in Gefangenschaft geraten, von da während eines Transportes wieder geflohen, dann habe man ihn in Deutschland eingesperrt, weil man den Verdacht gehabt hätte, man hat ihn während der Gefangenschaft "umgedreht" und all so Sachen.

Als ich jedoch den rechten Oberarm sah ( er trug nur ein Unterhemd ) und er diesen auch anhob, konnte ich nirgends das Blutgruppenabzeichen oder Spuren davon finden. Wo war es genau, und wie sah es aus ?

Seine Erzählungen klangen insgesamt eigentlich glaubwürdig, und nach fast 2 Jahrzehnten im Umgang mit Menschen glaube ich einschätzen zu können, wann mir einer die Taschen vollhaut oder die Wahrheit spricht. Nur eben das fehlende Blutgruppenabzeichen passt nicht so richtig ins Mosaik.

Wer weiß da etwas oder hat einen passenden Link ? Bei google wurde ich nicht so richtig fündig.

Gruß

HM

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 45 Minuten 1 hilfreich
    Blutgruppentätowierung

    Hallo !

    Es sah so aus wie eine Blutgruppenbezeichnung aussieht. Einfach tätowiert.

    So weit ich mich erinnere, war die Blutgruppe unter dem linken Oberarm eintätowiert. Vielleicht täusche ich mich auch, aber einem Verwandten hatte man an der Ostfront die Nase abgeschossen. Im Lazarett wurden Hautstücke aus dem linken Oberarm herausgeschnitten und als Ersatz auf die Nase tranplantiert.
    Da dieser Verwandte hoher SS-Offizier war, nach dem Krieg aber keine Blutgruppentätowierung mehr hatte und am linken Oberarm genau an dieser Stelle die Haut ziemlich vestümmelt war (wir Kinder wollten natürlich sehen, woher die neue Nase kam), nehme ich an, der linke Arm war für die Tätowierung vorgesehen.

    Warum sollen die Erzählungen des alten Mannes nicht stimmen? Sechs Jahre immer an den kämpfenden Fronten, da hat auch der normale Landser genug erlebt. Und für die alliierten Soldaten war nur die Blutgruppentätowierung ein Beweis SS-Mitglied zu sein. SS-Papiere wurden weggeworfen und man fledderte gefallene Soldaten der normalen Wehrmacht nach Soldbüchern und Uniformen.
    Wenn man dann die Gelegenheit hatte, die Tätowierung loszuwerden, dann nahm man sie war. Auch mit einem eigenen Durchschuß. Schmauchspuren wurden nicht kontrolliert, wie im Krimi.

    Grüße Max

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re: Blutgruppentätowierung

      Hallo !

      Es sah so aus wie eine Blutgruppenbezeichnung aussieht.
      Einfach tätowiert.
      Naja, schon klar, aber wo genau ?
      So weit ich mich erinnere, war die Blutgruppe unter dem linken
      Oberarm eintätowiert. Vielleicht täusche ich mich auch, aber
      einem Verwandten hatte man an der Ostfront die Nase
      abgeschossen. Im Lazarett wurden Hautstücke aus dem linken
      Oberarm herausgeschnitten und als Ersatz auf die Nase
      tranplantiert.
      Da dieser Verwandte hoher SS-Offizier war, nach dem Krieg aber
      keine Blutgruppentätowierung mehr hatte und am linken Oberarm
      genau an dieser Stelle die Haut ziemlich vestümmelt war (wir
      Kinder wollten natürlich sehen, woher die neue Nase kam),
      nehme ich an, der linke Arm war für die Tätowierung
      vorgesehen.

      Warum sollen die Erzählungen des alten Mannes nicht stimmen?
      Wegen der Vorwarnung seiner Angehörigen ( wahrsch. Tochter o. Schwiegertochter nebst Gatte/bzw. Sohn ) war ich etwas grundskeptisch. Aufgrund meines Geschichtsinteresses habe ich mich aber auf seine Erzählungen eingelassen, er wirkte geistig rege, und im Verhältnis zu seinem Alter körperlich fit. Groß, schlank, man sah, dass er früher viel Sport getrieben haben muss - das Idealbild eines SS - Mannes. Sechs Jahre immer an den kämpfenden Fronten, da hat auch der
      normale Landser genug erlebt. Und für die alliierten Soldaten
      war nur die Blutgruppentätowierung ein Beweis SS-Mitglied zu
      sein. SS-Papiere wurden weggeworfen und man fledderte
      gefallene Soldaten der normalen Wehrmacht nach Soldbüchern und
      Uniformen.
      Wenn man dann die Gelegenheit hatte, die Tätowierung
      loszuwerden, dann nahm man sie war. Auch mit einem eigenen
      Durchschuß. Schmauchspuren wurden nicht kontrolliert, wie im
      Krimi.

      Grüße Max
      Ist schon klar. Der Durchschuss befindet sich auf dem rechten Oberarm, etwa eine Handbreit über dem Ellbogen an der Außenseite, die vernarbten Vertiefungen von Geschossein- und Austritt waren gut zu sehen. Er hob mir den Arm entgegen, dass ich auch den Achselbereich sehen konnte. Nun ist die Haut eines Mannes diesen Alters zwar schon nicht mehr glatt wie ein Kinderpopo, aber Veränderungen, die auf eine (entfernte) Tätowierung schließen lassen, waren nicht zu sehen. Wenn die Blutgruppe natürlich, wie du schreibst, links angebracht war / ist, ist das natürlich insoweit logisch, dass ich nichts sehen konnte. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist folgende Textstelle , gefunden auf http://www.stutzer-autor.de/schlehWeihn.htm:

      Auch Waffen-SS war zuerst da und wie die Lagergerüchte wissen wollten, daß man diese Männer suche, da schnitten sie sich die Blutgruppentätowierung aus dem Fleisch der <B>Unterarme>/B>. Ich habe sogar Männer gesehen, die sich selbst das Kainsmal herausbissen.

      Danke für deine aufschlussreiche Antwort !

      Gruß

      HM

      • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
        Re^2: Blutgruppentätowierung

        Hallo !

        Auf der Innenseite des Oberarms, am Bizeps.
        Wegen der Vorwarnung seiner Angehörigen ( wahrsch. Tochter o.
        Schwiegertochter nebst Gatte/bzw. Sohn ) war ich etwas
        grundskeptisch. Aufgrund meines Geschichtsinteresses habe ich
        mich aber auf seine Erzählungen eingelassen, er wirkte geistig
        rege, und im Verhältnis zu seinem Alter körperlich fit. Groß,
        schlank, man sah, dass er früher viel Sport getrieben haben
        muss - das Idealbild eines SS - Mannes.
        Die Angehörigen haben doch nicht vor dem Märchenerzähler gewarnt, sondern, im Gegenteil, vor einem alten Mann, dem die Erinnerungen nur so herauskommen. Der allein ist mit ihnen und mit niemanden darüber reden kann. Hat er ein "Opfer" gefunden, legt er also los.
        Auch Waffen-SS war zuerst da und wie die Lagergerüchte
        wissen wollten, daß man diese Männer suche, da schnitten sie
        sich die Blutgruppentätowierung aus dem Fleisch der
        <B>Unterarme>/B>. Ich habe sogar Männer gesehen,
        die sich selbst das Kainsmal herausbissen.

        So ein Quatsch! Am Unterarm waren die KZ-Nummern eintätowiert, der KZ-Häftlinge. Die Blutgruppen waren innen am Oberarm. Ich habe selbst mehrere gesehen.
        Grüße Max

        • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
          Re^3: Blutgruppentätowierung

          Hallo !

          Was mir gerade noch einfällt:

          Deutsche Soldaten, die in Gefangenschaft gerieten, mußten meistens die Jacke ausziehen, die Hemdsärmel hochziehen und den Arm heben. Nur so konnte der alliierte Soldat die Blutgruppe sehen.
          Wäre sie am Unterarm, wäre diese Prozedur überflüssig gewesen.

          Geflüchteten KZ-Häftlingen hätte man nur die Unterarme untersucht.
          Gruß max

  2. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Blutgruppenabzeichen der SS

    Interessante Geschichte, die Blutgruppennnummer war in der Tat am Oberarm Innenseite eintätowiert worden, ich würde sagen ziemlich genau in der Mitte des Oberarmes. Finde doch mal heraus wie die Einheit hiess?

    Gruss Robby

    • Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Blutgruppenabzeichen der SS

      Aha - nunja, um das herauszufinden, müsste ich dem alten Herren nochmals einen Besuch abstatten. Wenn ich aus irgendwelchen techn. Gründen wieder hin muss, werde ich die Details näher hinterfragen. Seine Angehörigen sagen "Wir mussten ihn in´s Heim geben, da er nicht mehr ganz klar ist. Er flunkert, dass sich die Balken biegen. Glauben Sie ihm vorsichtshalber nichts, was er Ihnen erzählt." Möglicherweise haben sie aber auch Angst ob der Vergangenheit des Herrn, es könnte ein schlechtes Licht auf die Familie fallen.

      Allerdings hatte ich einen gegenteiligen Eindruck - sein Kurz- und Langzeitgedächtnis ist , soweit ich das überblicken konnte, intakt. Er ärgert sich zu Dreck, würde gern mit jemandem Schach spielen, aber "von den alten verkalkten Säcken im Heim mit ihren verpissten Hosen könne man das nicht erwarten. Hätten sie sich zeitlebens körperlich und geistig ertüchtigt, und hätten sie nicht gequalmt und gesoffen und gefressen, würden sie nicht in dieser Weise verfallen", so der Originalton. Sein Auftreten ist sehr zackig, er unternimmt nach seinen eigenen Angaben bei Wind und Wetter lange ausgedehnte Spaziergänge, braucht noch keine Brille zum Lesen und Fernsehen (!), nimmt aktiven Anteil an politischen und gesellschaftlichen Vorgängen, schimpft auf die derzeitige Regierung, die da jetzt das Sagen hat usw. Aber seine Ansichten sind in keinster Weise radikal, ich würde eher zu "liberal" tendieren. Er gibt sich sehr weltmännisch, weitsichtig, seine Ansichten haben durchaus Hand und Fuß. Hitler selbst bezeichnete er als Verbrecher, in der Zeit seiner Laufbahn allerdings war das eben der Führer, dessen Wort ehernes Gesetz war und leisteste Zweifel von sich heraus verbot. Als sich ihm das Ausmaß der Folgen des Nationalsozialismus und des Krieges * insgesamt offenbarte, änderte er seine Meinung über den zwischenzeitlich dahingeschiedenen Diktator.

      * Wobei er in seiner mutmaßlichen Position mehr Einblick in die Vorgänge gehabt haben muss als gewöhnliche Soldaten oder Zivilisten. Die SS war nunmal kein Gesangsverein, sondern eine knallharte Elitetruppe.

      Wie gesagt, er vermittelt einen hochintelligenten, ( im positiveren Sinne ) elitären Eindruck.

      Seine Erzählungen währten etwa eine knappe halbe Stunde lang, bis ich mich verabschieden musste. Ich höre gern alten Leuten, Augenzeugen dieser Zeit, zu und verwende so manche Zeit dafür.
      Leise Skepsis stieg während mancher Erzählpassagen durchaus in mir hoch, das kann aber auch eine Wirkung der vorangegangenen Warnung gewesen sein.

      Sobald ich mehr erfahre, werde ich es hier kund tun.

      Gruß

      HM [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Blutgruppenabzeichen der SS

    Hallo, Als ich jedoch den rechten Oberarm sah ( er trug nur ein
    Unterhemd ) und er diesen auch anhob, konnte ich nirgends das
    Blutgruppenabzeichen oder Spuren davon finden. Wo war es
    genau, und wie sah es aus ?
    Die Blutgruppentätowierung erfolgte üblicherweise unter dem linken Oberarm. Es bestand lediglich aus dem Buchstaben der Blutgruppe, zum Beispiel "A".

    Grüße
    Jana

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Blutgruppenabzeichen der SS

      Danke ! Na , ich werde, wenn möglich, Details hinterfragen. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 13 Tagen 0 hilfreich
    Re: Blutgruppenabzeichen der SS

    Hallo!

    Bin etwas verwirrt: hatte auch immer gedacht, die SS-Tätowierung hätte die Blutgruppe widergegeben. Andererseits hört man oft, zur SS wären nur Männer mit Blutgruppe -0- zugelassen worden. Stellte die Tätowierung etwa den Rhesusfaktor dar? Wurde dieser nicht erst nach dem 2.Weltkrieg gefunden?

    Um die Verwirrung komplett zu machen: habe heute mit einem Freund über das Thema gesprochen - der meinte, SS-Soldaten hätten 3 Punkte unter der Achsel (links) tätowiert gehabt. ??

    Fragen über Fragen!

    Gruß
    hdi



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