Re: Wann kommt der nächste Krieg?
Hallo,
aus der Geschichte habe ich gelernt, daß große Kriege immer
eine Folge von hoher Arbeitslosigkeit, fehlender Rohstoffe und
Absatzmärkte sind.
Ich glaube eher, dass das ein Problem der Leute an der Spitze des Volkes ist, die um jeden Preis an der Macht bleiben wollen, und sich des Versagens ihrer Politik nicht eingestehen wollen. Für diese Leute ist Macht Selbstzweck, nicht Mittel zum Zweck. Die von Dir erwähnten Probleme helfen natürlich immer den jeweiligen Machthabern, ihre Völker in den Krieg zu treiben.
Beispiel: Der Falklandkrieg wurde von der Junta nur angefangen, um von inneren Problemen abzulenken und so das "Volk" hinter sich zu versammeln. Als er verloren war, war die Junta auch am Ende. Dasselbe geschah schon 1978? mit Griechenland/Zypern. Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien wurden alle auch von oben her angezettelt. Und wenn jetzt Bush Jr. den Irak angreifen will, dann eher aus innenpolitischen Gründen (in November stehen Wahlen an, und seine Wirtschaftspolitik ist ein Desaster bzw. gar nicht vorhanden) oder auch persönlichen Gründen: Er will die Scharte seines Vaters auswetzen, der im Golfkrieg Saddam hätte stürzen können und es nicht gemacht hat. Der Irak bzw. Saddam hat ja beide Golfkriege (gegen IRAN und Kuwait) auch wg. seiner Machtgier angefangen und nicht wg. Arbeitslosigkeit etc.
Arbeitlosigkeit etc. ist immer ein guter Nährboden für Demagogen, um dem "Volk" Sündenböcke zu präsentieren zu können und so vom eigenen Versagen abzulenken. Aus irgendeinem Grund brauchen viele Leute Sündenböcke, um sich besser zu fühlen. Wenn die anderen "schuld" sind, bin ich ja das "Opfer" und als Opfer habe ich automatisch immer recht und brauche meine Handlungen nicht mehr rechtfertigen. Wenn Du das mal genau verfolgst, laufen fast alle kriegerischen Ausseinandersetzungen nach diesem Prinzip ab. Die Serben hatten zwar überall die Macht, waren aber immer das "opfer" von Slowenen, Kroaten, Bosniern, Albanern... Die Palestinenser sind Opfer der Israelis und die Israelis sind Opfer der Palestinenser, und daher haben ja beide Seiten immer das "Recht", sich gegen die jeweils andere Seite zu "wehren". Dieser Teufelskreis kann m.E. erst durchbrochen werden, wenn beide Seiten mal akzeptieren, dass sie nicht nur Opfer, sondern auch Täter in diesem bösen Spiel sind. Die Befriedung Europas konnte ja auch erst dann funktionieren, nachdem die Deutschen (zwangsweise) eingestehen mussten, dass sie Täter waren und daher die Konsequenzen ihren eigenen Handels tragen mussten. Willy Brandt hat damit angefangen (wie böse ist er dafür immer verleumdet worden von denen, die Deutschland ausschließlich als Opfer fremder Mächte sahen), und Richard von Weizäcker hat es ja später genau auf den Punkt gebracht: das Ergebnis des 2. Weltkriegs ist die Folge des Beginns dieses Krieges.
Gruß
Michael