Wann kommt der nächste Krieg?

Von: , Frage gestellt am Fr, 16. Aug 2002

Hallo,

aus der Geschichte habe ich gelernt, daß große Kriege immer eine Folge von hoher Arbeitslosigkeit, fehlender Rohstoffe und Absatzmärkte sind.
(Bitte nicht antworten, wenn ihr den obigen nicht zustimmt)

Sollte die wirtschaftlichen Gesetze und sozialen Aspekte nicht in Europa angepasst werden, um Neid gegenüber den Nachbarstaaten nicht aufkommen zu lassen?

Gruss
Ralf

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Stunden 1 hilfreich
    Re: Wann kommt der nächste Krieg?

    Hi Ralf, wie willst du das anpassen ? Ein Land, dem die Möglichkeit zur Selbstfortentwicklung nie gegeben oder belassen wurde, wird sich nie zum wirklich souveränen Staat mit selbstbewusstem Staatsvolk entwickeln können.

    Polen ( obige Beschreibung trifft nicht wirklich zu ) war seit jeher Zankapfel der Mächte und vor und im WK2 Bauernopfer der Westmächte und wurde schön zwischen Hitler und Stalin aufgeteilt wie eine Pizza. Kaum ein europäisches Land erfuhr binnen kürzester Zeit soviele geographische Verschiebungen und Fremdherschafften - das schafft feindschaftliche Tendenzen gegenüber den Nachbarn, zumal auch wirtschaftlicher und kultureller Rückstand immer auf die vorangegangenen Ereignisse geschoben wurden. Von den Tschechen darf man sich als Ex-DDR - Bürger immer wieder anhören, dass die Wirtschaft längst Westniveau hätte, wenn die Nationale Volksarmee nebst Bruderstreitkräften 1968 der Prager Frühling nicht niedergewalzt hätte. Dass außer ein paar Beobachtern keine NVA im Lande war ( wenngleich in den Grenzwäldern auf Standby gehalten ), spielt für diese Polemik keine Rolle.

    Es wird zwischen Völkern immer Unterschiede oder Streitanlässliches geben, man muss nur alles versuchen, dass diese Potentialunterschiede sich nicht wie ein Gewitter entladen.

    Natürlich sind o.g. Probleme Zündstoff für evtl. Kriege, man hofft aber auch, dass man aus den Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts gelernt hat !

    Was anderes sind Kriege, die um ihrer selbst willen geführt werden, die Rüstungsindustrie braucht schließlich Absatzmärkte. Es gibt ein Land auf dieser Welt, welches ständig in irgendwelche kriegerischen Handlungen verwickelt ist oder eingreift - das fällt langsam auf.

    Gruß

    HM

    PS Man sollte nicht pessimistisch in die Zukunft schauen, dieweil es einen selbst und seine Mitmenschen in keinster Weise weiterbringt. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wann kommt der nächste Krieg?

      Hallo,
      PS Man sollte nicht pessimistisch in die Zukunft schauen,
      dieweil es einen selbst und seine Mitmenschen in keinster
      Weise weiterbringt.
      Nein, ich sehe es nicht pessimistisch. Es war nur eine Frage die mich interessierte.

      Gruss
      Ralf

  2. Antwort von nach 11 Stunden 2 hilfreich
    Re: Wann kommt der nächste Krieg?

    Hallo,

    aus der Geschichte habe ich gelernt, daß große Kriege immer
    eine Folge von hoher Arbeitslosigkeit, fehlender Rohstoffe und
    Absatzmärkte sind.
    Ich glaube eher, dass das ein Problem der Leute an der Spitze des Volkes ist, die um jeden Preis an der Macht bleiben wollen, und sich des Versagens ihrer Politik nicht eingestehen wollen. Für diese Leute ist Macht Selbstzweck, nicht Mittel zum Zweck. Die von Dir erwähnten Probleme helfen natürlich immer den jeweiligen Machthabern, ihre Völker in den Krieg zu treiben.

    Beispiel: Der Falklandkrieg wurde von der Junta nur angefangen, um von inneren Problemen abzulenken und so das "Volk" hinter sich zu versammeln. Als er verloren war, war die Junta auch am Ende. Dasselbe geschah schon 1978? mit Griechenland/Zypern. Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien wurden alle auch von oben her angezettelt. Und wenn jetzt Bush Jr. den Irak angreifen will, dann eher aus innenpolitischen Gründen (in November stehen Wahlen an, und seine Wirtschaftspolitik ist ein Desaster bzw. gar nicht vorhanden) oder auch persönlichen Gründen: Er will die Scharte seines Vaters auswetzen, der im Golfkrieg Saddam hätte stürzen können und es nicht gemacht hat. Der Irak bzw. Saddam hat ja beide Golfkriege (gegen IRAN und Kuwait) auch wg. seiner Machtgier angefangen und nicht wg. Arbeitslosigkeit etc.

    Arbeitlosigkeit etc. ist immer ein guter Nährboden für Demagogen, um dem "Volk" Sündenböcke zu präsentieren zu können und so vom eigenen Versagen abzulenken. Aus irgendeinem Grund brauchen viele Leute Sündenböcke, um sich besser zu fühlen. Wenn die anderen "schuld" sind, bin ich ja das "Opfer" und als Opfer habe ich automatisch immer recht und brauche meine Handlungen nicht mehr rechtfertigen. Wenn Du das mal genau verfolgst, laufen fast alle kriegerischen Ausseinandersetzungen nach diesem Prinzip ab. Die Serben hatten zwar überall die Macht, waren aber immer das "opfer" von Slowenen, Kroaten, Bosniern, Albanern... Die Palestinenser sind Opfer der Israelis und die Israelis sind Opfer der Palestinenser, und daher haben ja beide Seiten immer das "Recht", sich gegen die jeweils andere Seite zu "wehren". Dieser Teufelskreis kann m.E. erst durchbrochen werden, wenn beide Seiten mal akzeptieren, dass sie nicht nur Opfer, sondern auch Täter in diesem bösen Spiel sind. Die Befriedung Europas konnte ja auch erst dann funktionieren, nachdem die Deutschen (zwangsweise) eingestehen mussten, dass sie Täter waren und daher die Konsequenzen ihren eigenen Handels tragen mussten. Willy Brandt hat damit angefangen (wie böse ist er dafür immer verleumdet worden von denen, die Deutschland ausschließlich als Opfer fremder Mächte sahen), und Richard von Weizäcker hat es ja später genau auf den Punkt gebracht: das Ergebnis des 2. Weltkriegs ist die Folge des Beginns dieses Krieges.

    Gruß
    Michael

  3. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Wann kommt der nächste Krieg?

    Hallo!

    Ich möchte mich entschuldigen, wenn ich Anmerkungen meiner Vorredner wiederhole!

    Der erste Weltkrieg war (nicht nur für Deutschland) keineswegs ausgelöst worden durch ökonomische oder soziale Probleme. Was Du ansprichst ist natürlich ein durchaus wirksam gewordenes Moment der Geschichte (siehe 2. WK).

    Ich denke, die Bedingungen im Deutschland (und vor allem Europa) mit seiner internationalen Verflechtung sind heute grundlegend anders als damals. Es ist - zumindest für mich - nicht mehr vorstellbar, daß irgendein "Schwätzer" daherkommt und alles umwirft. Dafür gibt es weder die Gelegenheit, noch offensichtliche Schwächen in der Struktur (Verfassung). Leiden nicht alle (westlichen) Demokratien auf einem hohen Niveau? Habn wir denn wirkliche Probkleme, gemessen an damals?

    Geuß
    hdi

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