Hallo Tigger
Kommt das durch die Tendenz der Beschaffungsbehörden Material
zu kaufen was in Mitteleutopa, bzw. in den gemâssigten Breiten
funktionniert?
genau das stimmt. Eine Vielzahl der Materielien, die dort
derzeit eingesetzt werden, sind vielleicht neuer bauart,
wurden aber bereits schon vor Jahren - teils in Zeiten des
Kalten Krieges - entwickelt. Damit meine ich nicht, wie Du
weisst, die Kampfwertsteigerungen, aber sehrwohl die
Grundkonstruktionen. Sie sind tatsaechlich eher fuer einen
Einsatz in gemaessigten Breiten ausgelegt.
Allerdings dann verstehe ich nicht warum im Golfkrieg die Challenger so „gut“ funktionierten und in Oman solche Ausfälle hatten.
So berichtete z. B. kuerzlich ein deutscher Admiral der BBC,
dass die Schnellboote, die ans Horn von Afrika verlegt wurden,
eine klimatisch bedingt schwere Belastungsprobe ertragen
mussten, weil sie nicht den Anspruechen der tropischen Breiten
gewachsen sind. Und das faengt schon beim Anstrich an.
Stimmt, dazu habe ich, glaube ich im Weltspiegel, vor einiger Zeit einen Bericht gesehen.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Bundeswehr Auslandseinsätze, ausser im Rahmen der Nato, lange Zeit nicht erlaubt waren. Ich kann mich noch sehr gut an Unterrichte zu diesem Thema in meinem alten Batallion, das damals deutsches AMF-Batallion war, erinnern. Mittlerweile hat sich das ja auch ein bisschen geändert.
Grau-blaeuliche Farbtoene machen eine Fregatte im diesigen
Nordatlantik, der Nord- und Ostsee fuer das Auge fast
unsichtbar. Auf den blauen Meeren des Suedens allerdings
bleiben sie viel laenger deutlich sichtbar.
da muss man halt ein bisschen Farbe und Rost kratzen und neu überstreichen. In der Handelsmarine wurde früher ein Schiff viermal im Jahr komplett neu gestrichen.
Im Falle der Panzer spielen sicherlich Sand und Temperatur
eine Rolle.
Das stimmt, die Deutschen haben das 1941 bei Barbarossa mit dem Staub erlebt. Die Panzermotoren verschlissen in einem Tempo, es soll also sehr schnell gegangen sein.
In der Wueste hat’s tagsueber enorm hohe
Temperaturen, die dann aber nachts sehr stark abfallen. Das
macht weder die Mechanik, noch die Elektrik/Elektronik lange
mit, wenn sie nicht darauf ausgelegt ist.
Gibt es das denn überhaupt?
Viele Panzer muessen darueber hinaus schon die Turbinen
anlassen, nur weil sie einmal die Umluft einschalten wollen.
Aber auch dann kriegen sie es wieder mit dem feinen Sand
zutun.
Deswegen hat die BW in ihren Panzern auch Vielstoffmotoren, die sind nicht ganz so anfällig wie Turbinen, ausserdem gibt es Zusatzmotoren.
Ich habe '96 an Roving Sands in der Wueset von New-Mexico
teilgenommen. Der Sand steckte ueberall. Er hat Pistolen und
Gewehre versagen lassen, aus der Lueftung des Rovers kam beim
Einschalten Sand, der Sand steckte im Feldbesteck, in den
Augen, in der Nase und tauchte sogar an den heimlichsten
Stellen auf.
Tagsueber haben wir ganze Knochen ausgeschwitzt, nachts war es
wie im Winter. In Getrieben: Sand. Unter Gummidichtungen:
Sand. In den Motorraeumen: Sand
Das war ja auch ein Problem in Nordafrika während WK II. Ich weiss nur, das G 3 ist auch sehr sandempfindlich etc.
Gruss
Rainer