Tauglichkeit

Hallo,
ich war die Tage in GB und las in einem Zeitungsbericht, sah es in den Nachrichten, dass es grosse Probleme bei einer Übung englischer Truppen im Oman gegeben habe. Das Sturmgewehr tendierte zu vielen Hemmungen, die Challenger fielen zu 50% durch mechanische Fehler aus, Stiefel der Soldaten schmolzen in der Hitze(?), die C 130 waren überlastet etc.
Kommt das durch die Tendenz der Beschaffungsbehörden Material zu kaufen was in Mitteleutopa, bzw. in den gemâssigten Breiten funktionniert?
Im Golfkrieg waren die gleichen Fahrzeuge, Waffen etc unter ähnlichen Bedingungen eingesetzt, von damals sind mir keine derartigen Probleme bekannt. Wie erklärt sich das? Durch das Alter des Materials, schlechte Instandhaltung oder durch was?

Gruss
Rainer

Hallo !

Vielleicht durch die jahreszeitlich bedingten niedrigeren Temperaturen während des Golfkrieges!

In Kuweit ist es im Winter sehr kalt, in Oman im Sommer mehr als heiß.

Gruß Max

Hi Rainer,

Kommt das durch die Tendenz der Beschaffungsbehörden Material
zu kaufen was in Mitteleutopa, bzw. in den gemâssigten Breiten
funktionniert?

genau das stimmt. Eine Vielzahl der Materielien, die dort derzeit eingesetzt werden, sind vielleicht neuer bauart, wurden aber bereits schon vor Jahren - teils in Zeiten des Kalten Krieges - entwickelt. Damit meine ich nicht, wie Du weisst, die Kampfwertsteigerungen, aber sehrwohl die Grundkonstruktionen. Sie sind tatsaechlich eher fuer einen Einsatz in gemaessigten Breiten ausgelegt.

So berichtete z. B. kuerzlich ein deutscher Admiral der BBC, dass die Schnellboote, die ans Horn von Afrika verlegt wurden, eine klimatisch bedingt schwere Belastungsprobe ertragen mussten, weil sie nicht den Anspruechen der tropischen Breiten gewachsen sind. Und das faengt schon beim Anstrich an. Grau-blaeuliche Farbtoene machen eine Fregatte im diesigen Nordatlantik, der Nord- und Ostsee fuer das Auge fast unsichtbar. Auf den blauen Meeren des Suedens allerdings bleiben sie viel laenger deutlich sichtbar.
Im Falle der Panzer spielen sicherlich Sand und Temperatur eine Rolle. In der Wueste hat’s tagsueber enorm hohe Temperaturen, die dann aber nachts sehr stark abfallen. Das macht weder die Mechanik, noch die Elektrik/Elektronik lange mit, wenn sie nicht darauf ausgelegt ist.
Hohe Temperaturen im Panzer erzeugen zudem ja auch eine enorme Luftfeuchtigkeit, da die Soldaten ja auch maechtig schwitzen. Panzer, die fuer unsere Breiten erdacht wurden, verfuegen ja auch relativ selten ueber Klimaanlagen. Wenn’s dann von jeder Ecke tropft, spielt sicherlich auch Korrosion eine Rolle. Das Material leidet bei jeder Gelegenheit.
Viele Panzer muessen darueber hinaus schon die Turbinen anlassen, nur weil sie einmal die Umluft einschalten wollen. Aber auch dann kriegen sie es wieder mit dem feinen Sand zutun.

Ich habe '96 an Roving Sands in der Wueset von New-Mexico teilgenommen. Der Sand steckte ueberall. Er hat Pistolen und Gewehre versagen lassen, aus der Lueftung des Rovers kam beim Einschalten Sand, der Sand steckte im Feldbesteck, in den Augen, in der Nase und tauchte sogar an den heimlichsten Stellen auf.
Tagsueber haben wir ganze Knochen ausgeschwitzt, nachts war es wie im Winter. In Getrieben: Sand. Unter Gummidichtungen: Sand. In den Motorraeumen: Sand.

Dass dabei das Material Qualen leidet, ist nichts anderes als verstaendlich.

Beste Gruesse,
tigger

Hallo Tigger

Kommt das durch die Tendenz der Beschaffungsbehörden Material
zu kaufen was in Mitteleutopa, bzw. in den gemâssigten Breiten
funktionniert?

genau das stimmt. Eine Vielzahl der Materielien, die dort
derzeit eingesetzt werden, sind vielleicht neuer bauart,
wurden aber bereits schon vor Jahren - teils in Zeiten des
Kalten Krieges - entwickelt. Damit meine ich nicht, wie Du
weisst, die Kampfwertsteigerungen, aber sehrwohl die
Grundkonstruktionen. Sie sind tatsaechlich eher fuer einen
Einsatz in gemaessigten Breiten ausgelegt.

Allerdings dann verstehe ich nicht warum im Golfkrieg die Challenger so „gut“ funktionierten und in Oman solche Ausfälle hatten.

So berichtete z. B. kuerzlich ein deutscher Admiral der BBC,
dass die Schnellboote, die ans Horn von Afrika verlegt wurden,
eine klimatisch bedingt schwere Belastungsprobe ertragen
mussten, weil sie nicht den Anspruechen der tropischen Breiten
gewachsen sind. Und das faengt schon beim Anstrich an.

Stimmt, dazu habe ich, glaube ich im Weltspiegel, vor einiger Zeit einen Bericht gesehen.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Bundeswehr Auslandseinsätze, ausser im Rahmen der Nato, lange Zeit nicht erlaubt waren. Ich kann mich noch sehr gut an Unterrichte zu diesem Thema in meinem alten Batallion, das damals deutsches AMF-Batallion war, erinnern. Mittlerweile hat sich das ja auch ein bisschen geändert.

Grau-blaeuliche Farbtoene machen eine Fregatte im diesigen
Nordatlantik, der Nord- und Ostsee fuer das Auge fast
unsichtbar. Auf den blauen Meeren des Suedens allerdings
bleiben sie viel laenger deutlich sichtbar.

da muss man halt ein bisschen Farbe und Rost kratzen und neu überstreichen. In der Handelsmarine wurde früher ein Schiff viermal im Jahr komplett neu gestrichen.

Im Falle der Panzer spielen sicherlich Sand und Temperatur
eine Rolle.

Das stimmt, die Deutschen haben das 1941 bei Barbarossa mit dem Staub erlebt. Die Panzermotoren verschlissen in einem Tempo, es soll also sehr schnell gegangen sein.
In der Wueste hat’s tagsueber enorm hohe

Temperaturen, die dann aber nachts sehr stark abfallen. Das
macht weder die Mechanik, noch die Elektrik/Elektronik lange
mit, wenn sie nicht darauf ausgelegt ist.

Gibt es das denn überhaupt?

Viele Panzer muessen darueber hinaus schon die Turbinen
anlassen, nur weil sie einmal die Umluft einschalten wollen.
Aber auch dann kriegen sie es wieder mit dem feinen Sand
zutun.

Deswegen hat die BW in ihren Panzern auch Vielstoffmotoren, die sind nicht ganz so anfällig wie Turbinen, ausserdem gibt es Zusatzmotoren.

Ich habe '96 an Roving Sands in der Wueset von New-Mexico
teilgenommen. Der Sand steckte ueberall. Er hat Pistolen und
Gewehre versagen lassen, aus der Lueftung des Rovers kam beim
Einschalten Sand, der Sand steckte im Feldbesteck, in den
Augen, in der Nase und tauchte sogar an den heimlichsten
Stellen auf.
Tagsueber haben wir ganze Knochen ausgeschwitzt, nachts war es
wie im Winter. In Getrieben: Sand. Unter Gummidichtungen:
Sand. In den Motorraeumen: Sand

Das war ja auch ein Problem in Nordafrika während WK II. Ich weiss nur, das G 3 ist auch sehr sandempfindlich etc.
Gruss
Rainer

Hallo !

So berichtete z. B. kuerzlich ein deutscher Admiral der BBC,
dass die Schnellboote, die ans Horn von Afrika verlegt wurden,
eine klimatisch bedingt schwere Belastungsprobe ertragen
mussten, weil sie nicht den Anspruechen der tropischen Breiten
gewachsen sind. Und das faengt schon beim Anstrich an.
Grau-blaeuliche Farbtoene machen eine Fregatte im diesigen
Nordatlantik, der Nord- und Ostsee fuer das Auge fast
unsichtbar. Auf den blauen Meeren des Suedens allerdings
bleiben sie viel laenger deutlich sichtbar.

Schon mal im „blauen“ Meer gewesen? Es gibt kein blaues Meer, es kommt ganz drauf an, wie die Sonne einstrahlt, auch die Ostsee ist mal blau. Früher waren die Schiffe der Bundesmarine in der Nordsee dunkelgrau und in der Ostsee hellgrau. Heute, bei der modernen Elektronik, wäre das lustig.
Die Farbe einer Fregatte oder eines S-Bootes spielt heute ganz sicher keine Rolle mehr. Heute hat jede Dhau aus Dubai, die Gold oder Menschen transportiert, hochmoderne Radargeräte an Bord!

Hohe Temperaturen im Panzer erzeugen zudem ja auch eine enorme
Luftfeuchtigkeit, da die Soldaten ja auch maechtig schwitzen.

Wenn die Soldaten schwitzen, macht das doch dem Panzermotor nichts. Und während eines Angriffs oder Gefechts, hat kein Soldat überhaupt ein Körpergefühl.

Die S-Boote der Bundesmarine haben für den Betrieb im Wasser über 25 Grad Celsius zu kleine Kühler. Ladeluft-, Öl- und Frischkühlwasserkühler. Nur das ist das Problem. Selbst in der Ostsee haben sie im Sommer zwischen Gotland und dem Festland Schwierigkeiten, da dort das Wasser sehr warm wird.
Ansonsten sind die S-Boote ein Exportschlager in Länder der dritten Welt und auch Israel. Natürlich mit größeren Kühlern oder festgelegter geringerer Geschwindigkeit.

Das Material ist nicht veraltet oder unmodern! Man hat einfach keine Zeit gehabt, die Boote umzurüsten und wahrscheinlich keinen Platz für größere Kühler.

Grüße Max

Was ich noch vergessen habe :

Die Luftfeuchtigkeit in dieser Gegend geht nach Null hin. Daher führt die erzeugte Luftfeuchtigkeit im Panzer durch die Besatzung eher zur Besserung des Klimas.
Das kann jeder bestätigen, der schon mal im Sommer in Kuweit oder in Oman war.

Gruß max

Hallo !

Schon mal im „blauen“ Meer gewesen? Es gibt kein blaues Meer,
es kommt ganz drauf an, wie die Sonne einstrahlt, auch die
Ostsee ist mal blau.

Das weiss ich selber. Ich meinte damit den rein optischen Unterschied.

Früher waren die Schiffe der Bundesmarine
in der Nordsee dunkelgrau und in der Ostsee hellgrau. Heute,
bei der modernen Elektronik, wäre das lustig.

Wie gesagt, es kam mir mehr auf den rein optischen Unterschied an.

Die Farbe einer Fregatte oder eines S-Bootes spielt heute ganz
sicher keine Rolle mehr. Heute hat jede Dhau aus Dubai, die
Gold oder Menschen transportiert, hochmoderne Radargeräte an
Bord!

Es kam mir eben auf den rein optischen Unterschied an.

Wenn die Soldaten schwitzen, macht das doch dem Panzermotor
nichts. Und während eines Angriffs oder Gefechts, hat kein
Soldat überhaupt ein Körpergefühl.

Vom „Panzermotor“ habe ich auch nichts gesagt. Wenn Du schonmal im Sommer in einem Panzer gesessen hast (habe 1995 im Rahmen einer IFOR-Ausbildung eine Einweisung fuer einen Transportpanzer erhalten), dann wirst Du wissen, wie es im Sommer an allen Ecken und Kanten tropft, wenn der Kuebel dicht ist. Dafuer muss dann ein Umluftkreislauf in Gang gesetzt werden, fuer den aber Turbinenfahrzeuge erst selbige anschmeissen muessen. Deutsche Panzerbesatzungen haben es da etwas besser, da deutsche Panzer nicht turbinengetrieben sind.

Die S-Boote der Bundesmarine haben für den Betrieb im Wasser
über 25 Grad Celsius zu kleine Kühler. Ladeluft-, Öl- und
Frischkühlwasserkühler. Nur das ist das Problem. Selbst in der
Ostsee haben sie im Sommer zwischen Gotland und dem Festland
Schwierigkeiten, da dort das Wasser sehr warm wird.
Ansonsten sind die S-Boote ein Exportschlager in Länder der
dritten Welt und auch Israel. Natürlich mit größeren Kühlern
oder festgelegter geringerer Geschwindigkeit.

Das ist sicherlich eines der Probleme, um die es dabei geht. Mit deutschen Booten kenne ich mich nicht aus. Ich habe lediglich auf der BBC einen deutschen Admiral gesehen, der dieses Thema der Problematiken ansprach.

Das Material ist nicht veraltet oder unmodern! Man hat
einfach keine Zeit gehabt, die Boote umzurüsten und
wahrscheinlich keinen Platz für größere Kühler.

Ich habe auch nicht gesagt, dass das Material alt oder unmodern ist. Ganz im Gegenteil. In meiner Antwort auf Rainer habe ich Kampfwertsteigerungen (Increased Combat Values) deutlich ausgeklammert. Dass man nicht mal eben eine neue ICV aus dem Hut zaubern kann, ist ja klar. Aber auch genau deshalb vermerkte ich die Grundkonstruktionen, die ja selbst bei modernem Geraet teils aus der Entwicklungszeit gegen Ende der 80er und 90er stammt. Im Falle des Leos und des Tornados ist es ja schon bald 30 Jahre her.

Viele Gruesse,
tigger

Was ich noch vergessen habe :

Macht nix…

Die Luftfeuchtigkeit in dieser Gegend geht nach Null hin.
Daher führt die erzeugte Luftfeuchtigkeit im Panzer durch die
Besatzung eher zur Besserung des Klimas.

Aber nicht im geschlossenen Fahrzeug. Das ist doch das Problem. Die Luftfeuchtigkeit steigt so enorm an, dass es eben nur noch so tropft. Und genau diese salzige Feuchtigkeit ist fuer die Innereien des Fahrzeuges so gefaehrlich. Mittlerweile wurden allerdings fuer die Steuerungsoberflaechen vieler Fahrzeuge Staub- und Feuchtigkeitsschutzmatten angefordert. Etwa in der Art dieser kleinen Plastikhauben, die man ueber die Tastatur legt. Nur eben aus Gummi und fuer den Betrieb. Gab’s zwar frueher auch schon, waren allerdings meist nur fuer den Staubschutz gedacht.

Das kann jeder bestätigen, der schon mal im Sommer in Kuweit
oder in Oman war.

Mein Vater ist Militaergeistlicher bei der RA und hat Desert Storm in der Schlussphase miterlebt. Nicht zuletzt aus seinen Erzaehlungen weiss ich, wie es einem im Panzer in der Wueste geht.

Gruesse,
tigger

Hi Rainer,

hoffe, es hat Dir auf den Inseln gefallen :wink: Kommst Du jetzt noch beim Ari-Schiessen unter?

Allerdings dann verstehe ich nicht warum im Golfkrieg die
Challenger so „gut“ funktionierten und in Oman solche Ausfälle
hatten.

Das ist nicht ganz richtig. Sie haben auch schon im Golfkrieg nicht richtig funktioniert :wink:). Ein Bekannter von mir, der Inspector bei einer Railway Company war, hat meinem Vater mal mit Erstaunen erklaert, wieviele Challengers und Warriors nagelneu, und ungenutzt, aber defekt zurueck kamen. Da die Briten aber auch ueber Fuchs verfuegen (auf welchem ich im Rahmen IFOR eine Ausbildung erhielt (14 Tage…fand uebrigens in Deutschland (Wildeshausen und Doerverden) statt, kamen diese fuer die Warriors zum Einsatz. Was allerdings in der Wueste nicht wirklich ein guter Ersatz war. Aber sie haben was ausgehalten.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Bundeswehr
Auslandseinsätze, ausser im Rahmen der Nato, lange Zeit nicht
erlaubt waren. Ich kann mich noch sehr gut an Unterrichte zu
diesem Thema in meinem alten Batallion, das damals deutsches
AMF-Batallion war, erinnern. Mittlerweile hat sich das ja auch
ein bisschen geändert.

Das stimmt. Vergessen habe ich es aber nicht. Da hast Du vollkommen recht.

Da muss man halt ein bisschen Farbe und Rost kratzen und neu
überstreichen. In der Handelsmarine wurde früher ein Schiff
viermal im Jahr komplett neu gestrichen.

Bei uns werden sie auch regelmaessig gestrichen. So ist das ja nun nicht :wink:

Das stimmt, die Deutschen haben das 1941 bei Barbarossa mit
dem Staub erlebt. Die Panzermotoren verschlissen in einem
Tempo, es soll also sehr schnell gegangen sein.

Wirklich. Es ist unglaublich aber wahr.

In der Wueste hat’s tagsueber enorm hohe

Temperaturen, die dann aber nachts sehr stark abfallen. Das
macht weder die Mechanik, noch die Elektrik/Elektronik lange
mit, wenn sie nicht darauf ausgelegt ist.

Gibt es das denn überhaupt?

Nicht wirklich. Ich glaube, dafuer muesste man die System komplett kapseln. Gekapselte Systeme kenn ich nur von unseren Schiffe. Ich werde Dir auf der Westminster dann im Dezember entsprechende Systeme mal zeigen. Ist sicherlich recht interessant.

Deswegen hat die BW in ihren Panzern auch Vielstoffmotoren,
die sind nicht ganz so anfällig wie Turbinen, ausserdem gibt
es Zusatzmotoren.

Das ist einer der zahlreichen Vorteile der Bw-Motoren.

Ich habe '96 an Roving Sands in der Wueset von New-Mexico
teilgenommen. Der Sand steckte ueberall. Er hat Pistolen und
Gewehre versagen lassen, aus der Lueftung des Rovers kam beim
Einschalten Sand, der Sand steckte im Feldbesteck, in den
Augen, in der Nase und tauchte sogar an den heimlichsten
Stellen auf.
Tagsueber haben wir ganze Knochen ausgeschwitzt, nachts war es
wie im Winter. In Getrieben: Sand. Unter Gummidichtungen:
Sand. In den Motorraeumen: Sand

Das war ja auch ein Problem in Nordafrika während WK II. Ich
weiss nur, das G 3 ist auch sehr sandempfindlich etc.

Ich kenne mich mit dem G 3 kaum aus. Ich habe nur einmal kurz eines in der Hand gehabt, als deutsche Fallschirmjaeger ein Gastspringen suedlich von Gatwick hatten. Das war aber bereits 1995 und sie hatten irgendwie eine „Sonderanfertigung“ mit ausziehbarer Schulterstuetze. Ich glaube, es hiess G 3 4 A oder A 4.

Viele Gruesse,
tigger

Ja, aber warum so oft und viel optischer Unterschied, der heute keine Rolle mehr spielt?
Du wolltest doch erklären, warum in der Wüste alles anders ist.

Gruß Max

Ja, aber warum so oft und viel optischer Unterschied, der
heute keine Rolle mehr spielt?

Ach, natuerlich spielt der optische Unterschied auch heute noch eine Rolle. Die beste Elektronik unterscheidet nicht zwischen Frachter und Kriegsschiff, wenn sich der Gegenueber nicht zu erkennen gibt. Und weiter: wenn Dir Deine Superelektronik ausfaellt (z. B. nach einem EMP), dann wuerdest Du Dir aber wuenschen, Dein Gegner haette bunte Schiffe. Also, Anstriche, die es erschweren, eine Silhouette zu erkennen, sind trotz aller Technologie unverzichtbar.

Wenn ich Deiner Argumentation folge, koennte ja heute auch jeder Soldat auf seine Tarnbekleidung verzichten. Infrarot-, Nachtsichtgeraete, Satelliten und Restlichtverstaerker heben doch seine Tarnung sowieso auf. Der Traeger solcher Geraete fuehlt sich aber gar nicht mehr so sicher, wenn sie ausfallen. Denn dann muss auch er sich wieder auf die Geschicklichkeit seines Auges verlassen.

Du wolltest doch erklären, warum in der Wüste alles anders
ist.

Hmm, hast Du Dir vielleicht vor 5 Minuten was ueber die Wueste im TV angesehen, warst dann kurz in der Kueche und bekommst jetzt was durcheinander?

Gruss
tigger

Max,

Vielleicht durch die jahreszeitlich bedingten niedrigeren
Temperaturen während des Golfkrieges!

In Kuweit ist es im Winter sehr kalt, in Oman im Sommer mehr
als heiß.

Kuwait
kaeltester Monat: Januar
Durchschnittstemperatur im Januar: 12.3C / 54.1F
Tiefstwert Januar: 9.5C / 49.1F

Messung 1991

Werte habe ich von einem nahen Verwandten, lassen sich aber sicherlich nachvollziehen. Damit wuerde ich nicht behaupten, dass die Winter in Kuwait sehr kalt sind. Zumindest nicht so kalt, dass ein Challenger Schaden nehmen koennte. Wie Du sagst: vielleicht. Sicherlich aber nicht.

Gruss,
tigger

Ja, ja, alles, was Du weißt, ist von irgendwelchen nahen Verwandten oder Bekannten.

Ich bin fast zehn Jahre lang regelmäßig im Arabischen Golf und Oman gewesen. Wir haben genau diese Ausrüstung, von der hier die Rede ist, nach Muscat und den anderen Häfen gebracht.
Ich war drei Jahre auf den S-Booten der BW und habe alles aus eigener Erfahrung. Nichts von Verwandten oder Bekannten!

Tarnfarbe hätte uns nun wirklich nichts genützt. Selbst in den finstersten Nächten waren sie plötzlich da, die Helicopter und hingen über unserer Brücke und blendeten uns. Wenn eine Elektronik bei ihnen ausfällt nehmen sie die nächste.

Gruß Max

Hallo,

Tarnfarbe hätte uns nun wirklich nichts genützt. Selbst in den
finstersten Nächten waren sie plötzlich da, die Helicopter und
hingen über unserer Brücke und blendeten uns. Wenn eine
Elektronik bei ihnen ausfällt nehmen sie die nächste.

Seltsam, wie haben denn die Hubschrauber euch denn gefunden? Die müssen dann doch mit Radar oder sonst was gesucht haben, oder war da einer an Bord, der heimlich die Position per Funk verraten hat? Schiedsrichter machen sowas manchmal. Es kann natürlich auch sein, dass die Ausgucks gepennt haben, denn einen Hubschrauber hört man schon von ein bisschen weiter weg. Hatten die S-Boote denn kein Passivradar und welche Klasse war das denn überhaupt?
Dass Tarnfarbe nichts nützt erscheint mir als Humbug, denn warum hat die BW denn dann die Dreifarbentarnung bei Fahrzeugen eingeführt? Möglicherweise um Geld zum Fenster hinauszuwerfen, so wie bei der Einführung der braunen Kampfstiefel 1972, die man nicht mit Infrarot sehen konnte. Da war der Sinn wohl, dass ein potentieller Feind sich totlachen sollte, wenn er Somdaten ohne Füsse durch die Gegend latschen sah. Moleskin war ja schon ganz gut als Tarnfarbe, warum hat die Bundeswehr denn dann Flecktarn eingeführt? Damit man die Soldaten besser sieht?
Gruss
Rainer

Seltsam, wie haben denn die Hubschrauber euch denn gefunden?
Die müssen dann doch mit Radar oder sonst was gesucht haben,
oder war da einer an Bord, der heimlich die Position per Funk
verraten hat?

Sicher haben Militärhubschrauber der US-Army Radar an Bord.

Es kann

natürlich auch sein, dass die Ausgucks gepennt haben, denn
einen Hubschrauber hört man schon von ein bisschen weiter weg.

Einen Hubschrauber hörst Du natürlich, wenn Du vor Deinem PC sitzt und er donnert draußen vorbei. Aber, Du hörst ihn event. nicht auf einem fahrenden Schiff. Dort sind die Eigengeräusche durch Lüfter, Antriebsmotooren so laut, daß Fremdgeräusche darin untergehen.

Dass Tarnfarbe nichts nützt erscheint mir als Humbug, denn
warum hat die BW denn dann die Dreifarbentarnung bei
Fahrzeugen eingeführt? Möglicherweise um Geld zum Fenster
hinauszuwerfen, so wie bei der Einführung der braunen
Kampfstiefel 1972, die man nicht mit Infrarot sehen konnte. Da
war der Sinn wohl, dass ein potentieller Feind sich totlachen
sollte, wenn er Somdaten ohne Füsse durch die Gegend latschen
sah. Moleskin war ja schon ganz gut als Tarnfarbe, warum hat
die Bundeswehr denn dann Flecktarn eingeführt? Damit man die
Soldaten besser sieht?

Sicher lacht sich der Feind tot, wenn die BW mit Tarnfarbe durch die Gegend fährt. Jeder Hubschrauber, jeder moderne Infanterist mit Wärmebildcamera faßt ihn sofort auf, nachts!!! Von tags wollen wir doch lieber schweigen.
Gruß max

Warum hat jede Nation ihre eigene Tarnfarbe?
Mir fällt da gerade diese Frage ein:

Wenn die Militärs so bemüht sind mit einem Topf Farbe ihre Einheiten verschwinden zu lassen : Warum hat dann jede Nation eine andere Farbgebung? Auch bei gemeinsamen Unternehmen haben 20 verschiedene nationale Einheiten zwanzig verschiedene Farbkleckse auf ihren Fahrzeugen und Kampfanzügen!!

Wohl doch nur, damit man gleich erkennt, wer dort durch die Landschaft fährt, Russe oder Deutscher oder Franzose oder US-Amerikaner!

Sehe ich das richtig?

Gruß max

Hallo Max,

komischerweise ist an seinen Angaben aber was dran. Habe eben selbst nachgesehen. http://www.weather.com
Die Winter in Kuwait sind kühl, aber von sehr kalt kann man bei Weitem wirklich nicht reden. Da muss man ihm schon recht geben.

Ja, ja, alles, was Du weißt, ist von irgendwelchen nahen
Verwandten oder Bekannten.

Es gibt auch Leute, die haben alles selber erlebt…
Als eigentlich ziemlich naher Bekannter von tigger möchte ich zu ihm anmerken, dass er Engländer ist und daher wirklich nur über Verwandte und Bekannte an die Informationen über die Bundeswehr kommt. Weitere Angaben zu ihm:
ca. 1990-1992 bei der Royal Navy auf der „HMS Campbeltown“, danach Reserve. Derzeit Reserveoffizier mit „Beorderung“ auf „HMS Westminster“ (auf die er Rainer und mich im Dezember eingeladen hat *jubel*). Zu seinen nahen Verwandten meine ich zu wissen, dass sein Vater als Militärseelsorger der Royal Army (obwohl seit ca. 20 Jahren in Münster stationiert) mehrmalig am Golf war, auch während „Desert Storm“.

Ich bin fast zehn Jahre lang regelmäßig im Arabischen Golf und
Oman gewesen. Wir haben genau diese Ausrüstung, von der hier
die Rede ist, nach Muscat und den anderen Häfen gebracht.
Ich war drei Jahre auf den S-Booten der BW und habe alles aus
eigener Erfahrung. Nichts von Verwandten oder Bekannten!

Ich bin seit fast vierzehn Jahren bei der Bundeswehr (Marine) und durfte bereits einiges an - auch technischer - Erfahrung sammeln. Darf man fragen, in welchem Schnellbootgeschwader Du warst? Von einem farblichen Unterschied zwischen Einheiten in Nord- und Ostsee weiß ich nichts. Zumal ich auch einige Wochen auf der „GF“ in Kiel zugebracht habe.

Tarnfarbe hätte uns nun wirklich nichts genützt. Selbst in den
finstersten Nächten waren sie plötzlich da, die Helicopter und
hingen über unserer Brücke und blendeten uns. Wenn eine
Elektronik bei ihnen ausfällt nehmen sie die nächste.

Helikopter tauchen auf See niemals plötzlich auf. Kleine Helikopter, Panzerabwehrhubschrauber z. B., tauchen plötzlich hinter einem Hügel oder einer Lichtung auf. Aber auf See passiert sowas nie, wenn man aufmerksam ist. Wenn ihr von Radar geortet werdet, ihr aber selbst niemanden ortet, dann ist das etwas schlecht für Euch. Die „Tarnfarbe“ erfüllt eine ganze Reihe von sinnvollen Zweck, wie auch die Indirektbeleuchtung. Wenn Tarnung heutzutage so sehr überflüssig ist, dann frage ich mich nach dem Sinn von U-Booten. Sind doch eigentlich normale Boote (mitunter ja sogar Schiffe), die einen besseren „Sichtungsschutz“ haben.

Gruß
Bark

Wenn die Militärs so bemüht sind mit einem Topf Farbe ihre
Einheiten verschwinden zu lassen : Warum hat dann jede Nation
eine andere Farbgebung? Auch bei gemeinsamen Unternehmen haben
20 verschiedene nationale Einheiten zwanzig verschiedene
Farbkleckse auf ihren Fahrzeugen und Kampfanzügen!!
Wohl doch nur, damit man gleich erkennt, wer dort durch die
Landschaft fährt, Russe oder Deutscher oder Franzose oder
US-Amerikaner!
Sehe ich das richtig?

Nicht ganz. Um die Nationalität zu erkennen, betrachte ich mir das Nationenabzeichen, welches jeder Soldat auf dem Ärmel trägt. Auch erkenne ich die Nationalität an bestimmten Hoheitszeichen.

Welcheen Tarndruck eine Armee trägt, erklärt sich lediglich aus ihren Aufgaben und Einsatzgebieten. Kosten und Beschaffung spielen ebenfalls eine Rolle. Der Tarndruck selbst hat aber in keinster Weise etwas damit zutun, dass auch nur irgendjemand erkannt werden soll. Wie würdest Du es Dir ansonsten erklären, dass die Soldaten der Bundeswehr teilweise im „veralteten“ stein-grau oliv und teilweise im neueren Tarndruck herumlaufen? Das hat nichts damit zutun, dass sie sich im Ernstfall gegenseitig beschiessen sollen, weil sie sich nicht als Kameraden erkennen, sondern hat lediglich etwas mit der Beschaffung und den Kosten zutun.

Gruß
Bark

Gruß max

Einen Hubschrauber hörst Du natürlich, wenn Du vor Deinem PC
sitzt und er donnert draußen vorbei. Aber, Du hörst ihn event.
nicht auf einem fahrenden Schiff. Dort sind die Eigengeräusche
durch Lüfter, Antriebsmotooren so laut, daß Fremdgeräusche
darin untergehen.

Warum? Ein Schiff hat doch höchstmoderne Aufklärungsmittel an Bord.

Sicher lacht sich der Feind tot, wenn die BW mit Tarnfarbe
durch die Gegend fährt. Jeder Hubschrauber, jeder moderne
Infanterist mit Wärmebildcamera faßt ihn sofort auf,
nachts!!! Von tags wollen wir doch lieber schweigen.

Toll. Natürlich ist der Soldat mit Wärmebildkamera im Vorteil. Aber nur solange nur er ein solches Gerät hat. Hat der Gegner derartige Geräte auch, zählt wieder: schiessen kannst Du…aber auch treffen? Die letzte Sicherung bietet nur die Tarnung selbst.

Gruß
Bark

[MOD] *hüstel* :smile:
Hallo Barkley et al.,

eigentlich liegt es mir ja fern, diese für mich interessante Diskussion abzuwürgen. Ich möchte nur mal vorsichtig mit dem Finger auf den Titel des Bretters deuten: „Militär historie“ . Das wird hier ja alles so aktuell *grusel* ;-D…

beste Grüße,

barbara

P.S. Hoffe, ihr hatte ein schönes Treffen - oder - wenn es noch aussteht - wünsche ich euch viel Spaß!:smile: