Schwert ist älter//kurze Geschichte beider Waffen
Seit wann gibt es Schwerter/Säbel? Und was war früher da - der Säbel oder das Schwert?
Man lese am besten Wendelin Boeheim, wie mein Vorredner empfiehlt, aber bei dem "geht" es erst mit der Völkerwanderung "los".
Schwert ist eine lange Hieb- und Stichwaffe mit zwei Schneiden und gerade; Säbel hat nur eine Schneide und ist gebogen. Man sieht zweischneidige Waffen bis 40 cm Länge als Dolche an, längere als Schwerter; einschneidige GERADE Waffen bis 40 cm sind Messer, längere sind Pallasche (u.s.). Echte Krummschwerter (beide Seiten geschliffen) gibt es, aber die innere Schneide ist eigentlich überflüssig.
Der Schlag eines Schwertes ist zerschmetternd und spaltend. Beim (mit geübter Hand gezogenen) Säbel kommt zum Hieb eine Schneidwirkung hinzu. Das Schwert bewährt sich gegen gerüstete Gegner besser, der Säbel ist die Waffe gegen Ungerüstete. Beide Waffen stechen auch; Messer und Dolche stechen ebenfalls, aber sie hauen nicht. Das Messer ist auch Werkzeug, der Dolch auch Fechtwaffe (Linkehanddolch, Parierdolch).
Kurzschwerter gibt es seit der Bronzezeit (steinerne Klingen sind nur bis rd. 30 cm Länge ausreichend stabil). Der älteste mir bekannte Säbel ist eine kopis genannte griechische Hackwaffe aus dem 4. Jh. v.u.Z., nur etwa 50 cm lang, vorn deutlich breiter als am Griff, und stark zum Gegner zu gebogen, bald wie eine Sichel.
Langschwerter (spatha genannt) um einen Meter Länge erscheinen erst in der Spätantike, und dort als Reiterwaffe. Die klassischen römischen Legionen kämpften mit dem Gladius, einem kurzen breiten Schwert zum Stechen. Interessanterweise erscheinen die kurzen breiten Stichschwerter Anfang des 16. Jh. wieder (heißen jetzt Cinquedea), weil die Kampfesweise (Haufentaktik; Gewühl von Menschen auf engem Raum) der Antike ähnelt.
Im europäischen Mittelalter ist das lange Schwert alleinherrschend; bedingt auch durch die guten Rüstungen (und diese durch den Lanzenkampf); Säbel richten hier nichts aus. In Japan dominiert dagegen der Säbel (katana, auch: ken; was zwar "Schwert" heißt, es sind aber Säbel, einschneidig und gebogen).
Ab dem 16. Jh. werden die Schwerter dünner, aber länger und verwandeln sich in Degen, die kaum mehr Hiebe erlauben, jedoch umso besser stechen. Die nicht mehr gerüstete Reiterei nimmt den Säbel an; auch die Kürassiere, die noch Reste von Rüstungen tragen (Brustpanzer, z.T. Helme) führen Pallasche, einschneidige GERADE Waffen. Naja, und das beschreibt Wendelin Boeheim viel besser als ich ...
- Django -