Pulverpatronen aufbeißen

Von: , Frage gestellt am Mo, 11. Aug 2003

Hallo an alle!

Habe in einem Artikel gelesen, dass Pulverpatronen aufgebissen wurden. Der Artikel bezog sich auf das 18. Jahrhundert.

Weiß jemand, was es damit auf sich hat? Warum das gemacht werden musste?

Bin leider völlig unwissend auf dem Gebiet.

Dankende Grüße
Katrin

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Pulverpatronen aufbeißen

    Hallo,

    zur Vereinfachung und Beschleunigung der Ladetätigkeit wurden Papierpatronen verwendet, in denen die benötigte Pulvermenge und die Kugel zusammengepackt waren. Die Patrone wurde aufgebissen, das Pulver in den Lauf geschüttet und die Kugel mit Abdichtmaterial in den Lauf gesetzt.

    Gruß
    Feanor

  2. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Pulverpatronen aufbeißen

    Hallo !

    Damals hatte man noch den Vorderlader mit getrennter Kugel, Pulverkartusche und Zündpulver.

    Das Schießpulver war in kleine wasserdichte Pulversäckchen eingenäht. Damit es überhaupt zünden konnte, mußte es natürlich aus seinem Behältnis befreit werden und das tat man durch einen kräftigen Biß in die Ummantelung. Als wenn Clint Estwood eine Zigarre abbeißt.
    Dann wurde alles in der richtigen Reihenfolge in den Lauf gekippt und mit einem Ladestock festgestampft.
    Gruß max

  3. Antwort von nach 13 Stunden 2 hilfreich
    Re: Pulverpatronen aufbeißen

    Hallo!

    Am Anfang der Schießkunst mit dem Vorderlader gab es Kugel und im Apostelgürtel getrennt getragene Ladungen.
    Um Handling und Feuergeschwindigkeit zu erhöhen, wurden Papierpatronen gefertigt.
    Über einen Kalibergroßen Holzstock wurden Hülsen aus größtenteils nitriertem Papier gewickelt, die dann restlos mit verbrannten ohne die Gefahr, die nächste Ladung durch Restfunken zu zünden.
    In die unten zugefaltete Papierpatrone wurde zuerst die abgemessene Pulvermenge gefüllt. Darauf kam dann das Geschoß.Das Ganze wurde oben zugedreht und verpackt an die Truppe geliefert.
    Da man nur zwei Hände, ein Gewehr, eine Munitionstasche und eine Patrone hatte, blieb nur der griff zum Gebiß:
    Die Kogel wurde in den Mund genommen, der Pulversack abgerissen. Nun kam etwas Pulver beim Steinschloß in die Ladepfanne, der Rest in den Lauf. Geschoß hinterher und Kugel gesetzt. Bei Perkussionszündung natürlich alles in den Lauf.
    Die Briten schlugen sich damit mal selbst, als sie die Patronen mit Schweineschmalz gegen Wasser abdichteten und muslimische Hilfstruppen sich daraufhin weigerten, das Zeug in den Mund zu nehmen.

    Lieb grüßt,

    Marcus

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Pulverpatronen aufbeißen

      Hallo Marcus!

      das nenn ich eine perfekte Antwort! Vielen, vielen Dank auch an die anderen.

      Gruß Katrin

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