Opa bei der SS

Von: , Frage gestellt am Mi, 22. Jun 2005

Hallo,

So, das ganze ist jetzt nicht ganz leicht für mich, aber ich wills wissen...


Also, die Probleme beginnen: Der Opa hat niemals was vom Krieg erzählt, auch nicht die Verwandschaft. Erst in seinen letzten Wochen fing er ( vor 5 Jahren) –demenzbedingt- zu erzählen: Ziemlich wirr, dass er zu den Männern gehöre, die den Tod geben und den Tod empfangen etc. Natürlich wenige Fakten. Deswegen hab ich das ganze verdrängt.. Das Photoalbum habe ich dann nach seinem Ableben entdeckt. Der absolute Schock.Habe lange drüber nachgedacht, aber ich bin nun doch etwas neugierig und wüsste gerne vom Werdegang von ihm/ seiner Einheit:

Also, erstes Bild: Er in Uniform eines Sturmannes der Totenkopf-Verbände.Ganz ,,normale Uniform" (nicht z.b. Panzerbesatzung mit seltsamer Kopfbedeckung)
Paar Seiten darauf: Verleihung der Eisernen Kreuze, Parade etc. Auf einem Bild glaube ich Theodor Eicke zu erkennen, bin aber nicht ganz sicher. Leider sind auf den wenigsten Photos Ortsangaben.
Auf einen Bild er mit seinen Kameraden vor einem Haus, über dessen Veranda das Schild ,,SS-Wache“, darunter ,,Das Deutsche Stadion“ angebracht ist. Muss eine Art Unterkunft gewesen sein, da im Hintergrund Bierflaschen zu erkennen sind.
Auch sind viele Bilder von Opa in Uniform vor der Feldherrenhalle und bei der Wachablösung zu sehen. Auch hier keine Zeitangaben.
In Nürnberg war er auch, da erkennt man das HK, das die Amis sprengten ( die berühmte Filmaufnahme). Auch machte er vermutlich dort ein Bild von Hitler, ganz aus der Nähe.

Ok, aber er hat nicht nur bewacht, sondern war auch in Russland. So um 1943 war er bei der Rückeroberung von Charkow dabei, wovon massig Bilder zeugen: Zerstörte t-34, Tote, Kaputte Bahnhöfe. Er muss ziemlich tief in Russland gewesen sein, da er Bilder von Kaukasischen Freiwilligen in Wehrmachtsuniform machte.
Flüsse musste er auch überqueren, da es Bilder von dt. Pionieren beim Brückenbau gibt. Folglich muss er eine Zeit lang ganz vorne gewesen sein.

In seiner Freizeit spielte er in einer Elf seiner Einheit Fußball, davon gibt’s auch Abzüge, und wie ihm ein Oberscharführer gratuliert. Die Spieler hatten richtige Trikots mit vorne den zwei Runen im Kreis drauf.

Ein ( wichtiges ) Bild hätte ich fast vergessen: 8 Mann stehen stramm vor einer Limousine, die gerade durch das Tor ( einer Kaserne?!) einfährt. Kennzeichen: SS 1926. Dann noch was unlesbares, aber der Wagen hat links vom linken Radkasten eine Art Wimpel-Dreieck aufgemalt.


Tja, das waren die Bilder, die Aufschluss geben könnten. Wäre nett, wenn ihr mir helfen könntest, zu welchem Verband Opa gehörte. Leider kann ich keine Bilder ins Netz stellen, was meine Chancen deutlich mindert. Wäre aber trotzdem nett, wenn ihr helfen könntet.


Vielen Dank

Felix

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    Re: Opa bei der SS

    Eigentlich weis ich nicht was Du dir so einen Kopf machst der Mann ist gestorben
    und unter der Erde.

    Für mich hört sich das an als ob der Drops gelutscht ist.
    Oder???


    Oder willst du den Sold den dein Opa als böser SS Mann erhalten hat der Jüdischen
    Gemeinde in deiner Stadt stiften ??????


    Aber in € ........

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Opa bei der SS

      Also,

      Recherche mit sämtlichen Tanten und anderer buckliger Verwandschaft haben nichts ergeben - Verletzungen werde aber von jedem ( auch mir) ausgeschlossen, da keine Beschwerden vorlagen. Die Oma, die er 1952 heiratete, weiss am wenigsten.
      Kann eigentlich der Gau (Mainfranken), wo mein Großvater zu der Zeit lebte, Aufschluss geben, bei welcher Einheit er war?
      Die Bilder sind ,,leider" thematisch und nicht chronologisch geordnet, d.h. 3 Seiten Russland, 2 Seiten Kasernen... Nur die Russland-Bilder sind beschriftet und hierbei taucht fast immer Charkow auf.

      Mittlerweile klappts mit dem verschicken von Bildern sogar; kann mal ein paar an Experten versenden.

      Vielen Dank schonmal für die Resonanz!

      Felix

      P.S.: Ich habe schon versucht, so Objektiv zu schreiben wie es ging,aber um es nochmal deutlich zu machen: Ich werde nicht über meinen Opa urteilen (Zitat,,böser ss-Mann). Dies steht weder mir noch jemand anderen zu; für mich bleibt er ein wunderbarer Mensch! Die Recherche bezieht sich nicht auf ihn, sondern auf seinen Werdegang.

  2. Antwort von nach 17 Minuten 0 hilfreich
    Re: Opa bei der SS

    Also wenn sich da keiner Findet kann ich dir auch nicht helfen.
    Der Verband der Reservisten kann dir da sicher weiter helfen.

  3. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Opa bei der SS

    Hallo,
    Theodor Eicke wird ja als Erfinder des Konzentrationslagersystem betrachtet. Erster Kommandant von Dachau und danach so eine Art Inspekteur der KL. Später übernahm er die Führung der Waffen-SS Totenkopfdivision, hier etwas zu Eicke und auch etwas zu der von ihm befehligten Division:
    http://www.shoa.de/content/view/96/92/
    Viele ehemalige Kriegsteilnehmer haben nur sehr ungern oder überhaupt nicht vom Krieg erzâhlt.
    Ein weitere Möglichkeit näheres zu erfahren, wäre bei der WASt.
    Gruss
    Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
    Re: Opa bei der SS

    Hallo Felix So, das ganze ist jetzt nicht ganz leicht für mich,
    aber ich wills wissen...
    Warum "nicht leicht"? Glaubst Du denn auch,
    die "Juden sind unser Unglück"? Wäre das dann
    auch "nicht leicht", wenn Du erfährst, dass
    Dein Opa "Jude" war? (Hoffentlich versteht man mich ;-) Also, die Probleme beginnen: Der Opa hat niemals was vom Krieg
    erzählt, auch nicht die Verwandschaft.
    Das ist ganz klar. Die "SS als solche" wurde nach dem Krieg
    (und teilweise in der Endphase) von der Bevölkerung deutlich
    stigmatisiert. Es war also plötzlich ein Makel, irgend etwas
    mit der SS zu tun gehabt zu haben, so wie früher ein Jude
    gewesen zu sein und später mit dem "MFS" zu schaffen ge-
    habt zu haben. Das ist wahrscheinlich irgendwie "urdeutsch" ;-)
    Die "betroffenen" Leute haben sich in jedem Falle "geschämt"
    und versuchten, es irgendwie zu verbergen. Ist also klar.
    "Das Böse steckt an". "Die Berührung mit dem Bösen macht böse",
    wer weiss. Erst in seinen letzten Wochen fing er ( vor 5 Jahren)
    –demenzbedingt- zu erzählen: Ziemlich wirr,
    Es war seine beste Zeit. Er hatte niemals wieder eine
    solche Vehemenz in seinem Schicksal gefunden wie damals. dass er zu den Männern gehöre, die den Tod
    geben und den Tod empfangen etc.
    Das Motto (das Pathos) jeder wirklichen Eliteeinheit,
    gesehen durch die gesamte Kriegsgesschichte. Frag mal
    ein paar Israelis vom "Sayeret Matkal" nach ein paar
    Bierchen, wie sie ihre Rolle sehen ;-)
    Das Pathos, die Einstellung und die Kampfesweise
    der "alten" Waffen-SS-Einheiten wurde zum Vorbild
    der Ausbilder moderner Eliteeinheiten, insbesondere
    in den USA. Natürlich wenige Fakten. Deswegen hab ich das ganze
    verdrängt..
    Das Stigma wirkt heute immer noch, wenn auch
    nicht mehr so extrem wie früher. Das Photoalbum habe ich dann nach seinem Ableben
    entdeckt. Der absolute Schock. Habe lange drüber
    nachgedacht, aber ich bin nun doch etwas
    neugierig und wüsste gerne vom Werdegang von ihm/
    seiner Einheit
    Verständlich. Mich würde das auch interessieren. Also, erstes Bild: Er in Uniform eines Sturmannes der
    Totenkopf-Verbände.Ganz ,,normale Uniform" (nicht z.b.
    Panzerbesatzung mit seltsamer Kopfbedeckung)
    Mach mal eine Zusammensstellung mit Jahreszahlen
    und Orten zu den Fotos, dann kann man wahrscheinlich
    alles leicht herausfinden. Paar Seiten darauf: Verleihung der Eisernen Kreuze, Parade
    etc. Auf einem Bild glaube ich Theodor Eicke zu erkennen, bin
    aber nicht ganz sicher. Leider sind auf den wenigsten Photos
    Ortsangaben.
    Die ersten EK's, die Eicke afaik verliehen hat, gab es
    nach dem Polenfeldzug. Zeitangaben sind genau so gut
    wie Ortsangaben. Wenn es Eicke ist, dann muss es
    eine Einheit der 3. SS-D Totenkopf gewesen sein.
    (http://www.buch-park.de/info-3506790846.html,
    http://www.feldgrau.com/3ss.html)

    Vielleicht wurde er verwundet und musste einige
    Zeit in eines der Totenkopf-Wachsturmbanne, aber
    das ist Spekulation. Ok, aber er hat nicht nur bewacht, sondern war auch in
    Russland. So um 1943 war er bei der Rückeroberung von Charkow
    dabei, wovon massig Bilder zeugen: Zerstörte t-34, Tote,
    Kaputte Bahnhöfe. Er muss ziemlich tief in Russland gewesen
    sein, da er Bilder von Kaukasischen Freiwilligen in
    Wehrmachtsuniform machte.
    Die Division akm iirc 1943 (vor Charkov) direkt aus der
    Auffrischung aus Frankreich (http://www.feldgrau.com/3ss.html).
    Hast Du gar keine anderen Unterlagen gefunden? Flüsse musste er auch überqueren, da es Bilder von dt.
    Pionieren beim Brückenbau gibt. Folglich muss er eine Zeit
    lang ganz vorne gewesen sein.
    Dann könnte er im 3.SS-Panzer-Pionier-Batallion gewesen
    sein, der Elite in der Elite. Duhhhh! ;-) In seiner Freizeit spielte er in einer Elf seiner Einheit
    Fußball, davon gibt’s auch Abzüge, und wie ihm ein
    Oberscharführer gratuliert. Die Spieler hatten richtige
    Trikots mit vorne den zwei Runen im Kreis drauf.
    Ja klar. Damals war das ja auch noch was Gutes ;-) Ein ( wichtiges ) Bild hätte ich fast vergessen: 8 Mann stehen
    stramm vor einer Limousine, die gerade durch das Tor ( einer
    Kaserne?!) einfährt.
    Welcher davon ist Dein Opa? Kennzeichen: SS 1926. Dann noch was
    unlesbares, aber der Wagen hat links vom linken Radkasten eine
    Art Wimpel-Dreieck aufgemalt.
    Sieht das nach Front oder nach Hinterland aus? Tja, das waren die Bilder, die Aufschluss geben könnten. Wäre
    nett, wenn ihr mir helfen könntest, zu welchem Verband Opa
    gehörte. Leider kann ich keine Bilder ins Netz stellen, was
    meine Chancen deutlich mindert. Wäre aber trotzdem nett, wenn
    ihr helfen könntet.
    Schick mir mal ein oder zwei Bild(er) per Mail,
    wenn es geht. Weisst Du etwas von Verwundungen?

    Ach ja, besorg Dir, wenn es geht, doch mal ISBN 370200887X [Buch anschauen].

    Letztlich bleibt; als die SS-Divisionen Kriegsgeschichte
    schrieben, war Dein Opa mit vorne. Irgendwelche Früchte
    seines Mutes und seines möglicherweise starken Idealismus
    konnte er "hinterher" nie ernten. Die Geschichte selbst
    verhinderte das.

    Grüße

    CMБ

  5. Antwort von nach 21 Tagen 0 hilfreich
    Re: Opa bei der SS

    Hallo Felix,
    es gibt zwei Möglichkeiten, etwas über deinen Großvater herauszubekommen:
    Im Bundesarchiv (http://www.bundesarchiv.de/aufgaben_organisation/abt...), ehemaliges Berlin Document Centre, heute in der Außenstelle Berlin, finckensteinalle, sowie in der
    Wehrmachtsauskunftstelle (http://www.com-de.pair.com/WASt/index.htm) sind personenbezogene Daten gelagert. Du kannst als Angehöriger dort Auskunft erhalten. Wichtig dafür sind Angaben wie Name, Geburtstag und -ort.
    Viel Erfolg,
    Wendelline

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