Re^5: Nutzen von Grosskampfschiffen
Oder irre ich mich ... ?
Grüße
CMБ
Du hast recht!
Hier Auszüge aus dem Gefechtsbericht aus dem Werk "Seemacht". Herausgegeben von "Arbeitskreis für Wehrforschung".
Geschrieben von Elmar B. Potter und Flottenadmiral Chester W. Nimitz. Zwei wirklichen Experten.
Die Bismarck hatte im ersten Gefecht zwei schwere Treffer erhalten, von denen einer die Höchstgeschwindigkeit herabsetzte. Und sie verlor Öl aus einem Bunkertank, was sie gleichsetzte mit einem Fuchs auf der bekannten englischen Fuchsjagd. Man schloß auf der Bismarck eine Versorgung auf See nicht aus.
Lütjens entschloß sich die "Prinz Eugen" zu detachieren und dann mit seinem Schiff St. Nazaire anzulaufen. Die Bismarck legte sich noch kurz mit der "Suffolk" an, um der "Prinz Eugen" das Entkommen zu ermöglichen.
Die Briten verloren in der Nacht den Radarkontakt, was Lütjens nicht wußte. Er glaubte, sie hielten weiterhin Fühlung. Er glaubte auch, nichts zu riskieren, wenn er längere Funksprüche an die Marineführung absetzte. Er gab sogar die Schäden detailliert durch, damit man die Werftreparatur schon mal vorbereitete. Diese Funksprüche wurden von britischen Funkpeilstellen angepeilt.
Ein Admiral, der etwas glaubt!!
Durch einen Irrtum des deutschen Navigationsoffiziers wurde die Position der Bismarck jedoch zu weit nördlich angegeben, so dass der Eindruck bei den Briten entstand, die Bismark habe kehrt gemacht. So gingen die Briten auf Gegenkurs, bis eine weitere Einpeilung ihnen den Irrtum klarmachte. Jetzt sahen sie am Standort der Bismark, dass sie nach Frankreich wollte.
Die Bismarck hatte einen Vorsprung von 5 bis 8 Stunden, als die Briten endlich den richtigen Kurs raus hatten.
Die brit. Kreuzer und der Träger "Vichtorious" mußten wegen Brennstoffmangels nach England abdrehen. Die "Repuls" mußte aus dem gleichen Grund zurück nach Halifax. Die beschädigte "Prince of Wales" wurde nach England umbeordert.
Verfolgt wurde die Bismarck jetzt noch von der "Force H". Schlachtkreuzer "Renown", Träger "Ark Royal" und Kreuzer "Sheffield".
Es folgt der nutzlose Angriff der 5 Zerstörer.
Der Rest ist ja bekannt.
Lütjens hat also geglaubt, die Briten wüßten, wo er steckt und hat damit alles verloren. Ohne seine Dummheit, hätte die Bismarck es wahrscheinlich bis Frankreich geschafft. Der Krieg wäre damit nicht gewonnen gewesen, aber 2200 Mann Besatzung hätten den Krieg vielleicht überlebt. Denn Deutschlands große Schiffe fuhren entweder raus, um gleich versenkt zu werden oder sie dienten als Wohnboot.
Noch etwas, über die Überlebenden der Großdeutschen Kriegsmarine : Als Angehöriger der Bundesmarine ab 1960(-1963, nicht länger!) wurden wir oft auf offener Straße von ehemaligen Kriegsmarineangehörigen angesprochen. "Mit Euch werden wir den nächsten Krieg ganz bestimmt nicht gewinnen!!" Unsere Antwort : "Na, Opa, mit Euch haben wir zwei Weltkriege verloren, warum sollen ausgerechnet wir den nächsten gewinnen?".
Das gehört nicht hierher, zeigt aber, dass auch die, denen es während der Zeit bei der Kriegsmarine wirklich nicht gut ging, nicht viel anders dachten, als Herr Lütjen es wünschte.
mfgConrad