Ränge / Gliederung im 18. Jhdt

Hallo,

welche Ränge (General, Major etc.) gab es denn im 18. Jhdt und welche Verbände kommandierten sie ?

Ich kenne auch die Abbildungen von Offizieren mit Sponton. War das ein bestimmter Rang und wurde das Sponton auch im Feld mitgeführt ?

Gab es denn überhaupt Unteroffiziere ? Welche Ränge hatten denn diese inne ? Ich frage, dies, denn die Begriffe wie „Gefreiten-Korporal“ kann ich mit meinem derzeitigen Wissensstand einfach nicht einordnen.

Und dies führt mich zur nächsten Frage: Wie sah denn damals die Gliederung aus: Kompanie, Batterie und Schwadron kenne ich ja. Aber gab es bereits Züge in den Kompanien, oder wie wurden diese damals genannt. Und was sind dann Batallione und Regimenter. Gab es bereits Divisionen, und wenn ja, wie waren sie untergliedert. Eben: Wie wurde eine damalige Landstreitkraft untergliedert ?

Herzlichen Dank und viele Grüße,

Michael

Ränge wie heute, aber chaotische Gliederung

Hallo,

welche Ränge (General, Major etc.) gab es denn im 18. Jhdt und
welche Verbände kommandierten sie?

Die Offiziersränge waren in Preußen dieselben wie heute. Es gab nur zusätzlich einen „Stabskapitän“, d.h. den Kommandeur einer Kompanie, der nicht Kompaniechef war. Die Kompanie war in erster Linie eine Wirtschaftseinheit; wer sich „zur Kompanie“ aufgedient hatte, war ein gemachter Mann; der spätere Generalfeldmarschall Gneisenau wurde Anfang der 1790er Jahre Hauptmann und hatte zehn Jahre später aus den „Überschüssen“ das Geld für ein Rittergut zusammen. Wenn die Hauptleute befördert wurden, nahmen sie als „Kompaniechefs“ diesen Goldtopf „Kompanie“ natürlich mit und setzten einen Stabskapitän ein, welcher den Kompaniedienst versah.

Ich kenne auch die Abbildungen von Offizieren mit Sponton. War
das ein bestimmter Rang und wurde das Sponton auch im Feld
mitgeführt?

In Frankreich trugen nur Stabsoffiziere das Sponton. Subalterne trugen Gewehre, deren Bajonett der Klinge eines Spontons nachgebildet war.
In Preußen hatten nicht nur die Offiziere, sondern sogar auch die Unterführer keine langläufige Schußwaffe, sondern nur Stangenwaffen (Sponton bzw. „Kurzgewehr“), dazu Degen bzw. Infanterieseitengewehr und evtl. Pistolen. Die Stangenwaffen wurden bis 1803 ins Feld mitgenommen; danach kamen sie nur im Garnisonsdienst zum Einsatz, und 1807 wurden sie abgeschafft.

Gab es denn überhaupt Unteroffiziere ? Welche Ränge hatten
denn diese inne? Ich frage, dies, denn die Begriffe wie
„Gefreiten-Korporal“ kann ich mit meinem derzeitigen
Wissensstand einfach nicht einordnen.

Unteroffiziere gibt es, seit Wilhelm von Nassau Ende des 16. Jh. das Exerzieren erfunden hatte.
Rangabzeichen der Unteroffiziere war eine silberne Litze am Kragen und an den Ärmeln; dieses Zeichen wurde bis 1945 (in der DDR bis 1990) beibehalten. Ich habe 1984-86 selber die Kragenlitze getragen.
Es gab bei der Infanterie Unteroffiziere und Feldwebel bzw. bei der Reiterei und Artillerie Korporale und Wachtmeister; die Feldwebel der Garderegimenter hießen Sergeanten.
Gefreiten-Korporale waren Gefreite (erkennbar daran, daß sie Gewehre trugen), hatten aber die Dienststellung eines Korporals (d.h. Züchtigungsrecht gegenüber „Gemeinen“ und Gefreiten). Vergleichbar dem „Feldwebelleutnant“ der kaiserlichen Armee (Feldwebel als Offiziersstellvertreter; ich bin 1988 ein paar Monate „Feldwebelleutnant“ gewesen, ohne diesen Namen zu haben).

Und dies führt mich zur nächsten Frage: Wie sah denn damals
die Gliederung aus: Kompanie, Batterie und Schwadron kenne ich
ja. Aber gab es bereits Züge in den Kompanien, oder wie wurden
diese damals genannt.

Die Kompanie (ca. 120 Mann) wurde fallweise unterteilt in „Pelotons“ unbestimmter Größe. Fünf Kompanien Musketiere und eine Kompanie Grenadiere bildeten in Friedenszeiten ein Bataillon. Im Krieg wurden die Grenadiere herausgezogen und zu Grenadierbataillonen formiert.
Das Bataillon (Musketiere oder Grenadiere) focht in zwei „Fügeln“, diese wieder in zwei „Divisionen“, diese wieder in „Pelotons“. Also ein Bataillon mit fünf Kompanien zerteilt in acht Körper. Eine höchst unzweckmäßige Einteilung.
Drei Bataillone bildeten ein Regiment. Diese waren „reinrassig“, d.h. nur Infanterie-, Reiter-, oder Artillerieregiment. Divisionen (im modernen Sinne) aus allen drei Waffengattungen, die ständig zusammenbleiben, sind eine Erfindung der französischen Revolution.