Hallo, Andreas,
Deine doch recht billigen Repliken von Steinschloßpistolen basieren auf möglichen Waffen des 18. und frühen 19. Jht.
Das Funktionsprinzip einer steinschloßwaffe ist die Weiterentwicklung des Schnappschlosses und an sich recht einfach:
Die wesentlichen Bestandteile sind der Hahn (in dem der Stein eingespannt wird), die Batterie (das Metallstück, dass zum einen die Pfanne abdeckt, zum Anderen die Funken aus dem Stein reißt. Das dritte ist die Pfanne, in die das "Zündkraut", ein zumeist recht feines Pulver, kommt, und die über das Zündloch Verbindung zur Ladung im Lauf hat.
Der Ladevorgang ist wie folgt (ausgehend von Pulverflasche und Krautflasche, mit Patrone etwas anders):
Der Hahn wird zur hälfte gespannt, er klinkt ein in die sogenannte Laderaste. dort kann er nicht über den Abzug freigegeben werden.
Dann wird aus der Pulverflasche die Ladung in den Lauf gefüllt, hinterher kommt die gepflasterte oder ungepflasterte Kugel.Alles kräftig feststopfen.
Nun wird, sofern nicht schon passiert, die Batterie nach vorne geklappt. In die nun offene Pfanne wird Zündkraut gefüllt, die Batterie zugeklappt und die Waffe kurz auf die Seite geschlagen, damit Kraut in das Zündloch und den Zündkanal rutscht.
Zum Schuß nun den Hahn weiter zurückziehen, bis er in die Schußraste einrastet. Die Waffe ist nun schußbereit.
Beim Schuß schlägt der Hahn nun nach vorne und der Stein reißt an der Batterie Funken. Dabei wird die Batterie nach vorn geschubst und gibt die Pfanne frei. Die Funken fallen ins Zündkraut uns setzen dieses in Brand, selbiges seinerseits über den Zündkanal die eigentliche Ladung. Bumm!
Das Steinschloss kam als Nachfolger des Schnappschlosses (dort lag die Pfanne offen) im 17. Jht. in Gebrauch und behielt seine Verbreitung bis Mitte des 19. Jht., wo das Perkussionsschloss selbiges ablöste.
Ich schieße noch immer begeistert Steinschloss und liebe das Feeling dieser Waffenart.
Keep your powder dry,
Marcus