Re^2: Frage zu Panzern des 2.WK
Hallo,
nach meiner Meinung ist die Trennung nicht besonders
schwierig.
Hallo Rainer!
Ich finde diese Trennung in Bezug auf Sturmgeschütz und Jagdpanzer nicht so eindeutig (aber dazu unten mehr), aber prinzipiel gebe ich Dir recht.
Die Sturmgeschuetze waren zuerst gedacht zur Unterstuetzung
der motorisierten Infanterie,...
Eigentlich war das Sturmgeschütz (StuG) generell für die Infanterie (sogar weniger für motorisierte Infanterie) als Unterstützungswaffe gedacht. Das StuG selbst geht auf Erich von Manstein zurück, der den Sturmwagen-Gedanken des 1.WK wieder aufgriff. D.h. der Infanterie sollte eine motorisierte Begleitbatterie zugeordnet werden. Er prägte auch als erster den Begriff „Sturmartillerie“.
Da es sich mit Entwicklung des StuG III um eine neue Waffe handelte, wußte man anfänglich nicht so recht, wo man diese zuordnen sollte. Schließlich wurden die StuG der Artillerie zugeteilt, da man in der Schießausbildung bereits die Verfahren der Artillerie anwendete.
... daher hatten die ersten
Sturmgeschuetze, z. B das StuG III Ausf A nur eine Rohrlaenge
von 24(ist Rohrlaenge geteilt durch Kaliber, ergibt hier eine
Rohrlaenge von 24 x7.5cm = 180 cm).
Andere Ausfuehrungen des StuG II hatten eine Sturmkanone L 24
oder L 33. Es gab dann auch noch eine Sturmhaubitze mit einer
10.5cmL28 und15 cm L12.
Hier muß noch die Sturmkanone (StuK) 40 L/48 ergänzt werden!
Das klassische StuG, das StuG III, wurde bis Februar 1942 (Ausf. E) mit der sogenannten Stummel-Kanone (7,5cm StuK 37 L/24) gebaut. Diese Waffe hatte eine gute Wirkung gegen ungepanzerte Ziele. Aufgrund der mangelhaften Leistung der Waffe gegen gepanzerte Gegner (besonders im Osten), wurde ab März 42 bei der Ausführung F auf eine neue lange Waffe (7,5cm StuK 40 L/43) umgestellt. Schon die letzten 31 Stück der Serie erhielten im Sommer 1942 die noch längere StuK 40 L/48, die dann zur Standardwaffe für die folgenden Ausführungen F/8 und G (bis Kriegsende produziert) wurde.
Ein L/33-Geschütz wurde nur beim Panzerkampfwagen IV (PzKw IV) angedacht, aber nicht eingeführt. Auch hier entschied man sich für eine L/48-Waffe (7,5cm Kampfwagenkanone 40 L/48 – die Kampfwagenausführung der StuK 40 L/48).
Da das StuG III mit der L/48 zu einem Jagdpanzer geworden war (da es jetzt ja auch gegnerische Panzerfahrzeuge bekämpfen konnte) und als solches immer mehr eingesetzt wurde, wurde Ersatz für die unmittelbare Unterstützung der Infanterie (gegen ungepanzerte Ziele) in Form der „10,5-cm-Sturmhaubitze 42“ geschaffen (hier wurde in ein normales StuG III anstelle der StuK eine Feldhaubitze 18 L/28 montiert – produziert ab Oktober 1942).
Als eine weitere Abwandlung des StuG III gab es noch das „15-cm-Sturm-Infanteriegeschütz 33“. Hier wurde ein Infanteriegeschütz 33 (L/11,4) in einen schwer gepanzerten Aufbau eingebaut, welcher auf ein StuG III-Fahrgestell gesetzt wurde. Allerdings wurden nur 24 Stück davon gebaut.
Ähnlich dieser Abwandlung gab es auch eine auf dem PzKw IV-Fahrgestell – den Sturmpanzer IV „Brummbär“. Dabei wurde eine 15-cm-Sturmhaubitze (ein geändertes und verlängertes Infanteriegeschütz 33)in einem gepanzerten Aufbau auf das PzKw IV-Fahrgestell gesetzt.
Erst beim StuG IV wurde eine 7.5cm
Kanone L 48 eingebaut.
S. o. die Bemerkungen zur Einführung der L/48 beim StuG III, bei dem das Geschütz schon im Sommer 42 eingeführt wurde! Für das StuG IV (ab Dez. 43 gefertigt – im Prinzip das Fahrgestell des PzKw IV mit dem Aufbau des StuG III) war die L/48 bis zum Produktionsende (April 45) Standardwaffe.
Das Sturmgeschuetz wurde sowohl als
Panzerjaeger und auch als Panzerersatz eingesetzt gegen
Kriegsende.
Die Jagdpanzer wurden als Panzerjaeger eingesetz, da sie
leichter und schneller zu produzieren waren. Sie waren nicht
so sehr als Offensivwaffe gedacht sondern eigneten sich besser
in der Verteidigung aus vorbereiteten Stellungen, und da
brauchten sie keinen Drehturm, denn die Kanonen waren
feinrichtbar.
Die Grenzen zwischen StuG und Jagdpanzer wurden ab Mitte des Krieges immer fließender. Der unten genannte Jagdpanzer IV wurde z.B. anfänglich als StuG n.A. sprich „neuer Art“ bezeichnet. Das zeigt sich wie oben gesagt auch dadurch, daß z.B. das StuG III nicht nur bei der Sturmartillerie (dort in Batterien organisiert!) sondern auch in Panzerjägerabteilungen, in gemischten (StuG und PzKw zusammen) oder reinen Panzerabteilungen (z.B. ab Mitte 1943 bei den Panzergrenadier-Divisionen) zu finden waren.
Wog der Jagdpanzer Hetzer 11 t,der Jagdpanzer IV
24 t, der Jagdpaner IV/70 25.8 t, der Jagdpanther etwa 46 t,
Ferdinand/Elefant 68 t und der Jagdtiger dann etwa 75 t, wobei
die Bewaffnung von einer 7.5cm Kanone auf eine 12.8 cm Kanone
hochging.
Panzer waren eine Offensivwaffe und es musste beim Anrichten
eines Zieles nicht das ganze Fahrzeug gedreht werden.
Dem ist nichts weiter hinzuzufügen (außer daß der Hetzer 16t wog).
Hoffe es hat ein bisschen geholfen.
Gruss
Rainer
Hoffe nicht zu viel ergänzt zu haben! :-)
Tom