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Re^3: Frage zu Sturmgewehren 2. WK
Hallo Tom,
zuerst einmal, mit dem Festungsbatallion A, das hat nicht viel gegeben, ich hab zwar letztes Wochenende noch mal meine Mutter interviewt, aber das gab nur wenig.
Wo hast Du die Geschichte mit Göring her?! Habe ich noch nie
gehört. Würde ihm aber ähnlich sehen.
Habe ich im Sommer bei Blackwell's in Oxford in einem englischen Buch ueber Waffen gelesen, Autor? Titel? keine Erinnerung mehr, habe das Gleiche gedacht wie Du.
Allerdings kann ich die nicht so recht glauben. Dafür ist die
Entwicklungsgeschichte der Selbstlade- und Schnellfeuergewehre
zu komplex (meine Meinung!).
Waffen sind von den Deutschen manchmal sehr schnell zur Einsatzreife gebracht worden( siehe dieses Pz Abwehr Gewehr von 1918, das ja im Eiltempo frontreif gemacht wurde.
Beim FG 42 stellte sich die Entwicklung gem. meinen Unterlagen
wie folgt dar:
Zu Beginn des Krieges führten die Fallschirmjäger als
Hauptbewaffnung die MP 40, aber auch den Karabiner 98k von
Mauser.
Diese Bewaffnung zeigte sich insbesondere bei der Eroberung
von Kreta als ungenügend. Besonders der 98k war zu umständlich
für die Zwecke der Fallschirmjäger.
Stimmt
Daher forderte die Luftwaffenführung (der die Fallschirmjäger
ja unterstellt waren) eine Spezialwaffe für diese Truppe.
Diese sollte als Selbstlade-, Schnellfeuer- und
Scharfschützengewehr benutzt werden können, aber auch als
Maschinenpistole und leichtes MG eingesetzt werden können.
D.h. man wollte ein Universalgewehr, welches die speziellen
Anforderungen der Fallschirmjäger erfüllte.
Im Gegensatz dazu hatte die Heeresführung auf eine solche
Entwicklung verzichtet, da man nicht auf den Selbstladern G 41
und G43 aufbauend ein Schnellfeuergewehr mit der
Standardmunition bauen wollte. Man konzentrierte sich auf die
Entwicklung eines für die Kurzpatrone 7,92x33 eingerichteten
Schnellfeuerkarabiners (dessen Entwicklung allerdings schon
vor dem Krieg einsetzte). Dieser wurde schließlich als StuG44
(oder besser Mkb 42 W oder H) eingeführt.
Und damit ist eines der Dilemmas der Munitionsversorgung geschaffen worden Hinzu kommt, dass das FG 42 in nicht erheblichen Mengen produziert wurde.
D.h. man ging einen anderen Weg, während das FG 42 im
Gegensatz dazu die Standardmunition (sS 7,92mm) verwendete,
wie sie für MG’s, 98k und andere eingesetzt wurde.
Dazu kommt noch, daß die ersten Testwaffen vom FG 42 etwa zur
gleichen Zeit, wie die des Mkb 42 gebaut und erprobt wurden.
D.h. das Heer hatte eigentlich nicht vor der Luftwaffe ein
Schnellfeuergewehr.
Gruß
Tom
PS: Danke noch an Krischan wegen der Erklärung von zuschießend
und aufschießend. Mir war bisher auch nur klar, daß das was
mit dem Verschluß zu tun hat.
Ich wusste was das war, habe aber vor lauter Baeumen den Wald nicht gesehen, ich kannte nur 'offen zu schiessende' etc..
Gruss
Rainer
PS.: Muss Schluss machen Tochter will unbedingt noch ein bisschen chatten.