ich möchte eine Frage wiederholen, die ich schon vor einiger Zeit gestellt hatte, und die bisher leider unbeantwortet blieb:
Vor Kurzem kam der Film „Rob Roy“ im Fernsehen, der in Schottland spielt. Dabei rückt quasi eine Strafexpedition gegen ein Schottendorf aus. Die ausrückenden Einheiten sind Engländer gewesen, die auch eine militäreschichtlich korrekte Uniform des 18. Jhdts. trugen.
Diese Truppe bestand aus einem berittenen „Anführer“, ca. 10 berittenen Soldaten mit Dreispitz (vermutlich Dragoner), darunter auch Offiziere („Federn“ am Dreispitz), und ca. 20 Grenadiere vom 49. Regiment.
Dabei sah man im Film diese Truppe ein paarmal vorbeiziehen. Die Reihenfolge war so: „Anführer“, Offiziere, Reiter, Grenadiere.
Die Geschwindigkeit der Pferde war ein leichter Trab, so daß die Grenadiere mit geschultertem Gewehr immer hinterherliefen. Es war kein Spaziergang, sondern ein etwas langsameres Joggen.
Mich als Grenadier hätte das tierisch angekotzt so zu rennen und nach spätestens 5 km wäre ich wohl tot zusammengebrochen. Falls ich überlebt hätte und angekommen wäre - auf alle Fälle wäre ich dort nur noch als Kanonenfutter zu verwenden gewesen, für was anderes wäre ich nicht mehr in der Lage gewesen.
Nun die Frage: War dies damals eine gängige Form, in gemischten Einheiten vorwärtszukommen ?
Die Frage ist durchaus berechtigt. Als aktiver Soldat mit
umfangreichem Halbwissen in militärische Historie weiß ich
aber, daß es in früheren Militärformationen mitunter oftmals
nicht um die Erkennung der takitische Lage bei der Gruppe
oder dem Zug im Angriff ging, sondern oft stand trotzdem
noch das Prestige im Vordergrund, so daß die von Dir geschilderte Reihenfolge durchaus als Möglichkeit angesehen
werden kann. Normalerweise befand sich hinter der Truppe, so
als Schlußlicht, ein „Unterer Offizier“ mit Portepee, der den
etwas langsameren Soldaten durch einen Spießstoß in den Allerwertesten die Beibehaltung der vom Leitoffizier vorgegebenen Geschwindigkeit erleichterte. Daher auch die Bezeichnung „Spieß“. Also, wie gesagt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Film kein falsches Bild wiedergibt.
Die Frage ist durchaus berechtigt. Als aktiver Soldat mit
umfangreichem Halbwissen in militärische Historie weiß ich
aber, daß es in früheren Militärformationen mitunter oftmals
nicht um die Erkennung der takitische Lage bei der Gruppe
oder dem Zug im Angriff ging, sondern oft stand trotzdem
noch das Prestige im Vordergrund, so daß die von Dir
geschilderte Reihenfolge durchaus als Möglichkeit angesehen
werden kann. Normalerweise befand sich hinter der Truppe, so
als Schlußlicht, ein „Unterer Offizier“ mit Portepee, der den
etwas langsameren Soldaten durch einen Spießstoß in den
Allerwertesten die Beibehaltung der vom Leitoffizier
vorgegebenen Geschwindigkeit erleichterte.
Kleiner Irrtum : Der „Spieß“ war der, der hinter der Front mittels „Spießes“ dafür sorgte, daß keiner den Fuchs machte- mit der Marschgeschwindigkeit hatte er nix zu tun
Daher auch die
Bezeichnung „Spieß“. Also, wie gesagt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß hier die „Optik“ des Filmes ( so sie nicht gerade einen Eilmarsch der i.d.R. NICHT direkt ins Gefecht ging, darstellen sollte) der Realität über war
wahrscheinlich, daß der Film kein falsches Bild wiedergibt.
Mag natürlich auch gut sein, wobei jedoch meine Darstellung in keinster Weise ausgeschlossen werden kann, da es historische
Zeichnungen gibt, die meine These unterstreichen. Der „Spieß“
war allerding auch nicht nur hinter der Front aktiv, wobei ich
allerdings nicht glaube, daß Du, whk, mit Deinem Posting das Tätigkeitsfeld des früheren Spießes einschränken wolltest.
wobei ich
allerdings nicht glaube, daß Du, whk, mit Deinem Posting das
Tätigkeitsfeld des früheren Spießes einschränken wolltest.Bezog sich nur auf den Spitznamen !