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nach 11 Tagen
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Re: Me 262
Hallo Fritz!
Sorry, dank meines Providers war ich einige Zeit offline.
Ich wollte Dir eigentlich schon früher was schreiben.
In Zusammenhang mit der Sprengung einer deutschen Maschine habe ich nur einmal von einem Me110G-4 Nachtjäger gelesen, der 1944 irrtümlich in der Schweiz landete und bei dem von deutscher Seite die Sprengung verlangt wurde, da die Maschine mit den neuesten Radargeräten ausgestattet war (für genaueres muß ich nochmal meine Bücher zu Rate ziehen). Nach zwei Wochen wurde die Maschine dann im Beisein deutscher Vertreter gesprengt.
Meines Wissens ist in der Schweiz nur eine Me262 gelandet. Das hat sich aber erst kurz vor Kriegsende zugetragen (s.u.). 1944 wäre die Me262 eines aktiven Verbandes in Süddeutschland noch ein seltener Anblick gewesen.
Zu dieser einen Me262 habe ich einen Artikel in der Zeitschrift JET&PROP gefunden (u.a. vom ehemaligen Pilot der Maschine geschrieben, der seinen letzten Flug darin beschreibt!). Darin wurden u.a. folgende Angaben zu dieser Me262 gemacht (die ich aber auch schon an anderer Stelle gelesen habe!):
Werknummer: 500071
Baujahr: 1945
Kennzeichen: Weiße 3 (9.Staffel)
Rot-blaues Reichsverteitigungsband und Gruppenbalken (III./JG7)
Fertigung: Obertraubling
Endmontage: Erding
Erstflug: 25.03.45 von 15.15 bis 15.30 in Erding
Pilot: Werner Dahlitz (FlÜberf.Gesch.1)
Verband: 9./JG7
Letzter Flug: 25.04.1945 mit Fähnrich Mutke am Steuer, Landung in Dübendorf/Schweiz
Verbleib: 1957 Übergabe an das Deutsche Museum München (wo die Maschine heute noch steht)
Mutke hatte eigentlich Befehl, diese Me262 von Fürstenfeldbruck bei München vor der Ankunft der Amerikaner nach Bad Aibling zu überfliegen.
Beim Start wurde der Platz von US-Bombern angegriffen, wobei ihm aber der Start gelang und er dann beschloß, die Bomber zu verfolgen. Er konnte diese aber nicht mehr finden und mußte dann feststellen, daß er nicht mehr genug Treibstoff für den Flug nach Bad Aibling hatte.
Inzwischen über dem Bodensee angelangt wollte er nicht auf bereits (von den Franzosen) besetztem Gebiet landen und sah in der Ferne eine große Stadt (Zürich – was er aber nicht wußte) auf schweizer Gebiet. Gerade noch mit den letzten Tropfen Sprit konnte er dann in Dübendorf landen.
Mutke mußte u.a. dem Chef des (schweizer) technischen Amtes Oberst Högger erklären, wie man die Me262 fliegen mußte.
Da aber die einzige genügend große Betonpiste für Start und Landung sich in Genf befand
(bei der Landung in Dübendorf mußte Mutke diagonal zum Platz landen, um genügend
Platz zu haben!), wollte Högger die Maschine dorthin transportieren und fliegen.
Davon sah man aber aufgrund der Grenznähe zu Frankreich schließlich ab (der Schweizer Bundesrat gab keine Bewilligung).
Nachdem die umfangreichen Tests mit der Maschine abgeschlossen waren, wurde die Maschine in einem Hangar abgestellt und schließlich 1957 als Beitrag zur Neugestaltung der Luftfahrtabteilung des Deutschen Museums an dieses übergeben.
Ich hoffe, Du kannst mit diesen Angaben etwas anfangen.
Gruß
Tom