Generalsränge

Von: , Frage gestellt am Do, 2. Nov 2000

Kann mir jemand erklären, warum bei den Generalsrängen die Rangfolge Generaloberst, Generalmajor, Generalleutnant und dann General lautet und nicht analog zu den unteren Offiziersrängen General(leutnant), General(major), General(oberst) und dann General ?

Danke im voraus.

Andreas

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 32 Minuten 1 hilfreich
    Re: Generalsränge

    Die Frage kann ich Dir nicht beantworten (wissen nicht mal die Leute vom BMVG), aber heisst der Generaloberst nicht doch Brigadegeneral?

    CIAo

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Generalsränge

      Die Frage kann ich Dir nicht beantworten (wissen nicht mal die
      Leute vom BMVG), aber heisst der Generaloberst nicht doch
      Brigadegeneral?
      Hallo Reiko,

      heisst er auch! Generaloberst ist noch ne Bezeichnung aus dem WKII, in der Bundeswehr sind die 1-Stern Goldjungs Brigadegeneräle!

      Gruss
      Kai

      • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
        Ja aber...

        Die "Inkonsequenz" in der Reihenfolge hat andere Ursachen: Ursprünglich gab es die ( manchmal unter anderen Namen firmierende) Einteilung :
        Haufen/Kompanie : Führer Hauptmann (der Mann mit Kopf :-) )
        Regiment : Führer : Oberst/Obrist (Der Oberste)
        Armee: Führer :General (Der für alles zuständige Mann)

        Leutnant heißt einfach Stellvertreter
        Der für die jeweils darunter liegende Führungsebene Offizier (sic) war der (Feld-)Waibel- somit kam nach General und Generalleutnant der General-Waibel etc.
        Mit der Dienstgradinflation wurde der Feldwaibel in die Unteroffiziersgruppe abgedrängt, worauf sich der Generalwaibel nun nicht mehr nach einem Uffz-DG nennen wollte und sich pikanterweise den Beinamen des (Unteroffiziers) Tambour-Major zulegte, also General-Major. Analog wurde der Oberstwaibel zum Major- der Feldwaibel blieb Uffz.
        whk

  2. Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
    Versuch einer Erklärung

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Die Rangfolge von unten nach oben geht in der Bundeswehr
    - Brigadegeneral
    - Generalmajor
    - Generalleutnant
    - General.

    Das ist von den Amerikanern abgekupfert. Dort geht es
    - Brigadier General
    - Major General
    - Lieutenant General
    - General
    - General of the Army.

    Die "richtige" Rangfolge (aus der Zeit Friedrichs des Großen) ist
    - Generalmajor
    - Generalleutnant
    - General der Infanterie (oder der Kavallerie).

    Die einzige "Unlogik" dabei ist, daß der Leutnant niedriger ist als der Major, der Generalleutnant aber höher als der Generalmajor. Ich kenne dafür folgende Erklärung: Ganz waldursprünglich gab es getrennte Generäle der Reiterei und der Fußtruppen, und in jeder Sparte nur zwei Generalsränge: bei den Reitern Generalleutnant und General der Kavallerie; bei den Fußtrupppen Generalmajor und General der Infanterie. Noch im Dreißigjährigen Krieg vereinigte sich beides; weil aber die Kavallerie höher geschätzt wurde als die Infanterie, kam der Generalmajor unter den Generalleutnant. Daß der Leutnant nicht über den Major kam, liegt daran, daß es bei getrennten Infanterie- und Kavallerieregimentern mit eigenen Rangbezeichnungen blieb. Noch im 20. Jh. hießen die Hauptleute der Reiterei "Rittmeister", die Feldwebel "Wachtmeister".

    Den Rang "Generaloberst" gibt es, seit es Armeekorps gibt. Logik:
    - Generalmajor führt eine Brigade aus mehreren Regimentern; die Brigade kann noch "reinrassig" aus Reitern oder Infanterie bestehen;
    - Generalleutnant führt eine Division aus mehreren Brigaden, also eine aus allen Waffengattungen gemischte Truppe;
    - Generaloberst führt ein Armeekorps aus mehreren Divisionen;
    - General der Infanterie führt eine Armee aus mehreren Korps;
    - Feldmarschall ist der Oberkommandeur.

    Django [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
    Re: Generalsränge

    na da können wir ja froh sein, daß sich solche Fragen bei uns in Österreich nicht stellen, weil bei uns die Generalsränge (aufsteigend) "Brigadier", "Divisionär", "Korpskommandant" und "General" sind *g*

    Gruß,
    Martin [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
      Moment !

      na da können wir ja froh sein, daß sich solche Fragen bei uns
      in Österreich nicht stellen, weil bei uns die Generalsränge
      (aufsteigend) "Brigadier", "Divisionär", "Korpskommandant" und
      "General" sind *g*
      .. wir sprachen hier von Militär ! :-)))))

  4. Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
    Re: Generalsränge

    Kann mir jemand erklären, warum bei den Generalsrängen die
    Rangfolge Generaloberst, Generalmajor, Generalleutnant und
    dann General lautet und nicht analog zu den unteren
    Offiziersrängen General(leutnant), General(major),
    General(oberst) und dann General ?
    Hallo!

    Woher nimmst du denn die Reihenfolge mit dem Generaloberst als niedrigsten Generalsdienstgrad???

    Der Dienstgrad Generaloberst wurde in der Mitte des 19. Jh. eingeführt, und zwar ÜBER dem General (der Inf/Kav/Art) und UNTER dem Generalfeldmarschall. Genau in dieser Reihenfolge (GenMaj, GenLt, Gen einer Waffengattung, GenOT, GFM) blieben die Generalsdienstgrade bis 1945.
    In der DDR existierte der Dienstgrad Generaloberst weiter, hier war die Reihenfolge: Generalmajor, Generalleutnant, Generaloberst, Armeegeneral, ab 1983 noch Marschall der DDR.
    In der Bw wurde, wie schon in einem anderen Posting richtig beschrieben, die Generalsränge weitgehend den amerikanischen angepaßt. Das führte zur "Streichung" des Generalobersten und zur Neueinführung des Brigadegenerals als untersten Generalsrang.
    Dies ist aber NICHT so zu verstehen, daß der GenOT durch den BrigGen ERSETZT worden wäre!!! Die zwei haben nichts miteinander zu tun.

    Was ist eigentlich so "unlogisch" an der Reihenfolge GenMaj, GenLt u.s.w.? Es kommt ja schließlich auch der OberstLEUTNANT über dem Major. Die historischen Gründe hierfür hat doc ja schon erleutert.

    MfG
    Christian

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Oberstleutnant und Stabskapitän

      Der Oberstleutnant kommt aus der Zeit her, wo es "Chefs" der Regimenter gab, die aber nicht die Regimentskommandeure waren; noch Kaiser Wilhelm II. war als Enkel der Königin Victoria "Chef" eines britischen Husarenregiments.
      Für den Truppendienst bestellte der "Chef" einen Oberstleutnant, höher als die Bataillonskommandeure (= Majore), aber natürlich mit niedrigerem Rang als der "Chef".

      Ähnliches gab es auf Kompanie-Ebene. Kompanie"chefs" übergaben den Dienst an "Stabskapitäne".

      Der Stabskapitän ist ab 1807 "ausgestorben"; der Oberstleutnant lebte als Chef des Regimentsstabs weiter.

      Der OberstLEUTNANT kommt also aus einer anderen "Quelle" als der GeneralLEUTNANT.

      • Antwort von nach 3 Tagen 2 hilfreich
        Re: Oberstleutnant und Stabskapitän

        Hallo nochmal! Der OberstLEUTNANT kommt also aus einer anderen "Quelle" als
        der GeneralLEUTNANT.
        Nein, tut er nicht. Er kommt von einer anderen Ebene, die Herkunft der Bezeichnung ist jedoch die gleiche.

        Wenn man die Sache so zugrunde legt wie doc sie bereits angedeutet hat, so sieht es folgendermaßen aus:

        Es gab die drei Befehlsebenen Kompanie, Regiment und Generalität, in jeder dieser Ebenen gab es einen "Chef", dessen Stellvertreter und einen dritten Mann zur Versehung des inneren Dienstes bzw. als Verbindung zur nächstniedrigeren Befehlsebene.

        Auf Kompanieebene war das der Hauptmann als Chef, der Leutnant als Stellvertreter und der Feldwebel als Verbindungsmann zu den Soldaten. Auf Regimentsebene war das der Oberst als Chef, der Oberstleutnant als dessen Stellvertreter und der "Oberstfeldwebel" als Verbindung zur Kompanieebene. Auf der Generalsebene analog: Der General als oberster Feldherr, ein Generalleutnant als dessen Stellvertreter und ein "Generalfeldwebel" als Verbindung zur Regimentsebene. Irgendwann kam die Dienstgradbezeichnung "-Feldwebel" für Offiziere außer Gebrauch, statt dessen wurde die Bezeichnung "-Major" eingeführt. Also gab es jetzt auf der Regimentsebene den Oberst, den Oberstleutnant und den Major, auf der Generalsebene den General, den Generalleutnant und den Generalmajor.

        Wo liegt denn da die Unlogik???

        Liegt das Problem darin, daß der Major nur Major heißt und nicht "Oberstmajor"? Dann wäre die logische Kette innerhalb der Dienstgradgruppen offengelegt; es gäbe sowohl bei den StOffzen als auch bei den Generälen einen x-Major, einem x-Leutnant und einen x.

        Das "Problem" ist doch überhaupt erst aufgetaucht, als irgendwer zwei Dienstgrade innerhalb DERSELBEN DstGrd-Gruppe (Generäle) miteinander verglichen und sich dann gewundert hat, daß ein Offz-DstGrd (Leutnant) niedriger als einer der NÄCHSTHÖHEREN DstGrd-Gruppe (Major) ist! Man kann sich auch Probleme schaffen...

        Sorry, wenn das jetzt irgendwie ungehalten klang, sollte es nicht...

        MfG
        Christian



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