Schlachtenlenkung
Von: , Frage gestellt am Fr, 12. Sep 2008
Hallo Sachverständige,
ich habe inzwischen einige Schlachtfelder gesehen (Hastings, Austerlitz, Höchstätt, Wateloo) und war jedesmal über deren Weitläufigkeit überrascht (klar, wo Hundertausende aufmarschieren und aufeinander eindreschen, da braucht es Platz). In Austerlitz ist auch der Lagerplatz Napoleons zu sehen, von wo aus er seine Truppen befehligt hat. Auf anderen Schlachtfeldern muß es ebensolche Feldherrenhügel gegeben haben. Mich wundert bloß, wie die Schlachtenlenker von diesen Hügeln aus die Übersicht behalten konnten. Die Weitläufigkeit und die Topographie der Gelände bot doch nur einen begrenzten Einblick, z.B. konnte der Feldherr die Unterlegenheit eines Truppenteils visuell nur dann erkennen, wenn er bereits in Auflösung und auf der Flucht war, ein Einschreiten war dann aber meistens zu spät.
Also: wie hat sich bzw. wie wurde der Feldherr über den Schlachtenvelauf informiert und wie wurden den verschiedenen Truppenteilen seine Befehle übermittelt? Hornsignale schieden wohl in dem Getöse aus, aber Meldreiter waren doch sicherlich auch Stunden unterwegs in dem Schlachtengetümmel (wenn sie nicht vorher niedergemacht wurden).
Ich nehme an, die Offiziere vor Ort hatten weitreichende Verantwortung für den Einsatz ihrer Leute, so dass vom Feldherrn nur eine übergeordnete Strategie verfolgt werden mußte. So ist wohl zu erklären, dass Napoleon sich während der Schlacht von Waterloo ein kleines Nickerchen gönnte (währenddem die Schlacht verlorenging).
Ich bin auf Eure Antworten neugierig!
Wolfgang D.
