CQD = SOS
Von: , Frage gestellt am Mo, 26. Feb 2001
Ich weiss nicht, ob die Frage hier richtig ist, aber weiss jemand, wofür CQD (früher für SOS) steht?
Ich weiss nicht, ob die Frage hier richtig ist, aber weiss jemand, wofür CQD (früher für SOS) steht?
Ich weiss nicht, ob die Frage hier richtig ist, aber weiss
jemand, wofür CQD (früher für SOS) steht?
CQD stand für "Come Quick - Danger" (muß ich wohl nicht übersetzen, oder?), wurde so ab 1910 stückweise von SOS abgelöst.
"Legenden" besagen, im Jahre 1912 hätte einer der Funker auf der Titanic kurz nach Rammen des Eisbergs -scherzhafterweise- dem "Diensthabenden" empfohlen, einmal das "neue" Funksignal SOS auszuprobieren, man wisse ja nicht, ob man je noch dazu die Gelegenheit habe.
Es verabschiedet sich
Das Grübelmonster
oT heisst ohne text
Ich weiss nicht, ob die Frage hier richtig ist, aber weiss jemand, wofür CQD (früher für SOS) steht?
CQD hieß come quick danger und war das von der Marconi Wireless Telegraph Corporation seit 1897 praktizierte Notsignal. Guglielmo Marconi war der Erfinder des Funkgeräts - und zugleich ein gnadenloser Geschäftsmann. Im Jahre 1912 waren 88% der zivilen Funker der Welt Angestellte der Marconi-Gesellschaft; die beiden Funker der Titanic Phillips und Bride gehörten dazu.
Ein Konkurrenzunternehmen zu Marconi, de Forest, verwendete das Notsignal "NC". Zeitweilig war auch "SES" im Gebrauch; daß sich das "SOS" durchsetzte, lag an der guten Lesbarkeit des Signals (drei Punkte, drei Striche, drei Punkte).
Dafür, daß die Titanic "SOS" gefunkt hätte, kenne ich keinen Beweis. Der am 15.4.1912 um 0.35 Uhr von der "Carpathia" aufgefangene Funkspruch der "Titanic" begann mit "CQD".
Aber es gibt einen Hinweis auf die Quelle der Legende um "Titanic und SOS". Das Schwesterschiff der "Titanic", das Passagierschiff "Lusitania", wurde am 7. Mai 1915 von dem deutsche U-Boot "U 20" (Kapitänleutnant Schwieger) warnungslos angegriffen und torpediert. Die "Lusitania" verwendete das Notsignal "SOS", aber das nutzte genauso wenig wie die ausreichend vorhandenen Rettungsboote. Trotz Gegenflutens bekam der Kapitän die tödlich getroffene "Lusitania" nicht auf ebenen Kiel; auf der einen Seite hingen die Boote zuweit weg, auf der anderen schrammten sie die Bordwand herunter, und bereits 20 Minuten nach dem Torpedotreffer war das Passagierschiff gesunken. Der Panzerkreuzer "Achilles" rettete 761 Menschen aus dem Wasser; 1.198 ertranken. Vielleicht war das der Anfang für die Legende, die Titanic habe ergebnislos "SOS" gefunkt. (Exkurs: "U 20" wurde noch im Jahre 1915 versenkt, es gab keine Überlebenden. Der Panzerkreuzer "Achilles" besiegte am 16. März 1917 in einem erbitterten Gefecht den deutschen Kreuzer "Leopard". Deswegen und wegen der Rettung der "Lusitania"-Passagiere heißt bis heute immer ein britisches Kriegsschiff "Achilles".)
- Django -
Das Schwesterschiff der "Titanic", das
Passagierschiff "Lusitania", wurde am 7. Mai 1915 von dem
deutsche U-Boot "U 20" (Kapitänleutnant Schwieger) warnungslos
angegriffen und torpediert.
Die "Lusitania" war kein Schwesterschiff der Titanic, sondern der "Mauretania" (außer Dienst gestellt 1931). Diese Schiffe gehörten der Cunard Line.
Die Schwesterschiffe der "Titanic" hießen "Olympic" (außer Dienst gestellt 1935; erstes Schiff des Baumusters und Namensgeber der "Olympic Class") und "Britannic" (gesunken nach Minentreffer am 21.11.1916 vor Mudros; für dieses Schiff war auch mal der Name "Gigantic" in der Diskussion gewesen). Diese Schiff gehörten der White Star Line. Olympic wurde allerdings später an Cunard verkauft.
Dafür, daß die Titanic "SOS" gefunkt hätte, kenne ich keinen
Beweis. Der am 15.4.1912 um 0.35 Uhr von der "Carpathia"
aufgefangene Funkspruch der "Titanic" begann mit "CQD".
Aber es gibt einen Hinweis auf die Quelle der Legende um
"Titanic und SOS". Das Schwesterschiff der "Titanic", das
Passagierschiff "Lusitania", wurde am 7. Mai 1915 von dem
deutsche U-Boot "U 20" (Kapitänleutnant Schwieger) warnungslos
angegriffen und torpediert. Die "Lusitania" verwendete das
Notsignal "SOS", aber das nutzte genauso wenig wie die
ausreichend vorhandenen Rettungsboote. Trotz Gegenflutens
bekam der Kapitän die tödlich getroffene "Lusitania" nicht auf
ebenen Kiel; auf der einen Seite hingen die Boote zuweit weg,
auf der anderen schrammten sie die Bordwand herunter, und
bereits 20 Minuten nach dem Torpedotreffer war das
Passagierschiff gesunken. Der Panzerkreuzer "Achilles" rettete
761 Menschen aus dem Wasser; 1.198 ertranken. Vielleicht war
das der Anfang für die Legende, die Titanic habe ergebnislos
"SOS" gefunkt. (Exkurs: "U 20" wurde noch im Jahre 1915
versenkt, es gab keine Überlebenden. Der Panzerkreuzer
"Achilles" besiegte am 16. März 1917 in einem erbitterten
Gefecht den deutschen Kreuzer "Leopard". Deswegen und wegen
der Rettung der "Lusitania"-Passagiere heißt bis heute immer
ein britisches Kriegsschiff "Achilles".)
in dem text hinter diesem link gibt es schon hinweise auf die benutzung beider notrufe der titanic:
http://www.movie-mistakes.com/
am besten das dokument zur titanic raussuchen und dann die seite nach "sos" suchen ... das ist der artikel in dem es zuerst erwähnt wurde. (der schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig)
...Lucitania.. warnungslos angegriffen und torpediert.
http://www.tocopixel.com/hannibal/lucitani.htm
die Lucitania ist abgedunkelt gefahren und hatte nach geheimdienstlichen berichten munition an bord (leider ist sie deshalb so schnell versunken) .. es gab mal einen ausführlichen bericht im tv darüber (wie die leichen in schottland angespült wurden usw.usw.) ... wird garantiert nochmal wiederholt (phönix, 3. ..)
zu kriegszeiten seinen gegner vor einem angriff zu warnen macht militärisch wenig sinn, oder
<gruss>
STK
Die "Lusitania" war in der Tat kein Schwesterschiff der "Titanic", sondern der "Mauretania".
die Lucitania ist abgedunkelt gefahren und hatte nach geheimdienstlichen berichten munition an bord
Ob das so war, kann letztlich dahinstehen. Der Torpedoangriff geschah am hellen Tag, so daß es auf "abgedunkeltes" Fahren nicht ankommt. Und die Besatzung von "U 20" kannte die Ladung der "Lusitania" nicht. Sie torpedierten also nicht deswegen, weil Munition an Bord war.
zu kriegszeiten seinen gegner vor einem angriff zu warnen macht militärisch wenig sinn, oder?
MILITÄRISCHE Ziele mußten natürlich nicht gewarnt werden. Für ZIVILE Schiffe sah die Pariser Seerechtskonvention von 1856 vor, daß sie angehalten und durchsucht werden müssen, bevor sie erbeutet oder versenkt werden dürfen; dieses Verfahren hieß "Prisenordnung". In der Anfangszeit des U-Boot-Krieges wurde die Prisenordnung auch eingehalten.
Problematisch waren die bewaffneten Handelsschiffe - und noch mehr die sog. "Hilfskreuzer", d.h. die hinter der Fassade eines Handelsschiffes getarnten Kriegsschiffe, die von Deutschland ab 1915 ausgesandt wurden. Deutscherseits beliebt war der Mißbrauch der neutralen norwegischen Flagge. Der deutsche als Handelsschiff getarnte Kreuzer "Leopard" zeigte während des ganzen Gefechts mit dem Panzerkreuzer "Achilles" (16.3.1917) die norwegischen Nationalfarben an der Bordwand.
- Django -
Hallo !
"Warnungslos"??????
Die deutsche Reichsregierung hatte den bedingungslosen U-Bootkrieg auch in den USA bekanntgemacht.
Vor Auslaufen der Lusitania wurden die Passagiere und Besatzung der Lusitania von der deutschen Reichsregierung durch große, ganzseitige Zeitungsartikel, davor gewarnt, mitzufahren, da dieses Schiff auch vom U-Bootkrieg betroffen ist.
Die US-Regierung ignorierte das und ließ das Schiff fahren.
Erstens, weil Munition und Kriegsausrüstung an Bord war und zweitens, weil sie, die USA, bisher keinen Grund hatten, in den Krieg einzutreten.
Mit der Versenkung der Lusitania war dieser Grund gegeben.
Gruß Werner
Hi Werner
"Warnungslos"??????
Die deutsche Reichsregierung hatte den bedingungslosen
U-Bootkrieg auch in den USA bekanntgemacht.
So isses
......
Die US-Regierung ignorierte das und ließ das Schiff fahren.
Zusatz: Die Lusitania gehörte der Britischen CUNARD-Reederei. Die US-Regierung hätte das Auslaufen gar nicht verhindern können.
Der U-Boot Angriff auf die Lusitania war nicht geplant, da die deuteschen U-Boote viel langsamer waren als dieses Schiff, das zu den schnellsten der Welt zählte. Es lief unglücklicherweise einfach vor die Rohre.
Erstens, weil Munition und Kriegsausrüstung an Bord war und
zweitens, weil sie, die USA, bisher keinen Grund hatten, in
den Krieg einzutreten.
Mit der Versenkung der Lusitania war dieser Grund gegeben.
Es wird immer wieder unterstellt, das die Briten die Lusitania sozusagen opferten. Das ist Unsinn, denn aufgrund der hohen Geschwindigkeit war die Lusitania ein schwer zu treffendes Ziel. Die Briten hielten es (zu Recht) für sehr unwahrscheinlich, das das Schff gefährdet sei. Es lief dann halt blöd.
Niemand konnte dieses Ereigniss vorhersehen oder gar planen!
Die propagandistische "Verwertung" dieses Vorfalles war etwas ganz anderes und wurde von den Briten sehr geschickt durchgeführt.
Ursächlich für den Kriegseintritt der USA war nicht der Lusitania-Zwischenfall, sondern die sog Zimmermann-Depesche, in der D ein Bündniss mit Mexico anregte, um gemeinsam gegen die damals noch neutrale USA loszuschlagen. (Der Mann muss echt einen Knall gehabt haben....)
Gruss
Mike
Hi Werner
"Warnungslos"??????
Die deutsche Reichsregierung hatte den bedingungslosen
U-Bootkrieg auch in den USA bekanntgemacht.
So isses
......
Die US-Regierung ignorierte das und ließ das Schiff fahren.
Zusatz: Die Lusitania gehörte der Britischen CUNARD-Reederei.
Die US-Regierung hätte das Auslaufen gar nicht verhindern
können.
Aber sicher doch. Ein ausländisches Schiff in einem Hafen unterliegt den Bestimmungen dieser Behörde, nicht der, seines Flaggenlandes. Hindert eine Hafenbehörde ein Schiff am Auslaufen, so ist dieses Schiff machtlos dagegen.
Siehe auch die vielen deutschen internierten Schiffe in den ausländischen Häfen bei Beginn der beiden Kriege.
Man hat sehr einfache Mittel, dieses durchzusetzen : Man läßt keinen Lotsen an Bord, läßt keine Schlepper zum Schiff, die Behörden kommen nicht letztmalig an Bord usw..
Ursächlich für den Kriegseintritt der USA war nicht der
Lusitania-Zwischenfall, sondern die sog Zimmermann-Depesche,
in der D ein Bündniss mit Mexico anregte, um gemeinsam gegen
die damals noch neutrale USA loszuschlagen. (Der Mann muss
echt einen Knall gehabt haben....)
Spiegelleser wissen mehr. Die Zimmermann-Depesche regte die amerik. Regierung auf, aber die Bevölkerung der USA war damit nicht vom Krieg überzeugt. Erst der Tot einiger amerik. Staatsbürger auf der Lusitania regte die US-Bürger so weit auf, daß der Präsident einen Kriegsbeitritt anregen und durchsetzen konnte.
Werner
Gruss
Mike