Die Flakbunker in Berlin-Friedrichshain

Ich habe mir soeben gemeinsam mit einem alten Offizier, der 1945 selbst bei den Kämpfen um die Seelower Höhen dabei war, die Sendung von Spiegel-TV: „Die Schlacht um Berlin“ bei Vox angeschaut. Der Erkenntniszuwachs hielt sich in Grenzen; aber was wir beide trotz ausführlichen Blätterns in der Literatur nicht klären konnten, war das Schicksal der Flakbunker in Berlin-Friedrichshain.

Es handelte sich um gigantische Bauten aus armiertem Stahlbeton, ca. 10 Stockwerke hoch, angelegt sowohl als Waffenplattformen für schwere Fliegerabwehrartillerie (88mm bis 128 mm) für die Luftverteidigung des Regierungsviertels als auch zum Luftschutz für die Zivilbevölkerung. Zwei bis drei Meter dicker Stahlbeton war mit den Waffen von 1945 praktisch nicht zu verwunden. Bei „Spiegel-TV“ nun wird erwähnt, daß selbst Massenangeriffe von Tieffliegern die Flak nicht zum Schweigen bringen konnten, und daß die schwere Flak von den Bunkern herunter in den Erdkampf eingriff. Aber irgendwie müssen die Bunker ja dann doch ausgeschaltet worden sein. Weiß jemand Näheres darüber?

  • Django -

Hallo Django,

wenn ich den richtigen Bunker meine, wurde er nach Kriegsende gesprengt. Die Reste wurden mit Trümmerschutt der angrenzenden Wohngebiete aufgeschüttet und bepflanzt. Seiner Entstehung haben die Bunkerberge den Spitznamen «Mont Klamott» zu verdanken. Der Große Bunkerberg ist mit seinen 78 Metern Höhe sogar zur höchsten Erhebung von Friedrichshain geworden.
Vor seiner Sprengung verbrannten dort eine Woche nach der Kapitulation viele Bilder von Rubens, van Dyck etc.

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Jo dange, aber … (Problem präziser beschrieben)
mir geht es vor allem darum, wie es der Sowjetarmee gelungen ist, die beiden Hochbunker im Friedrichshain zu erobern.

Inzwischen habe ich eine Karte über den Frontverlauf in Berlin am Abend des 1. Mai 1945 gefunden. Die letzte Verteidigungslinie der Wehrmacht zeigt auffallende „Nasen“ im Humboldthain, in Friedrichshain und am Bahnhof Zoo - also genau dort, wo die drei Hochbunkeranlagen standen, die der Verteidigung des Regierungsviertels dienten. Und das wiederum würde bedeuten, daß die Flakbunker erst mit der Kapitulation der „Festung Berlin“ am 2. Mai 1945 fielen.

War das so?

  • Django -

Hallo !

In dem Buch „Das Gold des Priamos“ von Goldmann/Schneider im Kiepenheuer Verlag wird die Eroberung eines Flakbunkers behandelt. Dort hatte man den sogenannten Schatz des Priamos gelagert und die Sowjets brachten ihn von dort nach Moskau.
Das war zwar der Flakbunker im Tiergarten, war aber wohl baugleich.
Gruß Werner

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Hallo !

Hier ein Ausschnitt aus dem dem Bericht des Leiters des Berliner Museums Wilhelm Unverzagt. Dieser hatte große Teile des Museums im Flakbunker Tiergarten gesichert.

"Drei Tage lang, vom 28.4. bis 30.4. lag der Flakturm unter starkem Beschuß. In einem Brief spricht Unverzagt von ca 4 000 Schuß aller Kaliber, die auf den Turm niedergingen, ohne daß an ihm größerer Schaden entstand. Auch Brände haben sich in ihm nicht entwickelt, während in der Umgebung viel zerstört wurde.
Solange es noch möglich war, wurde dafür gesorgt, daß die Zivilpersonen, die zu Tausenden im Turm Schutz gesucht hatten, den Turm wieder verlassen konnten, ebenso wie viele der Soldaten, die sich dort eingefunden hatten, ohne zur eigentlichen Besatzung zu gehören.
Auf Verlangen des leitenden Sanitätsoffiziers, Dr. med Starfinger, wurden der Geschützturm am 1.Mai abends, der Leitturm wenige Stunden später von dem deutschen Kommandanten den sowjet. Truppen übergeben und von der deutschen Besatzung verlassen.

Gruß Werner