Blüchers Gebeine?

War vor kurzem an Blüchers Grabstätte in Krieblowitz/ Schlesien. Diese sieht derzeit sehr heruntergekommen und vor allem leer aus. Weiss jemand, wo die Gebeine hingekommen sein könnten? Wurde sie vielleicht wie die von Clausewitz und Gneisenau von der VR Polen in die DDR überführt?

Was hier alles so gefragt wird

War vor kurzem an Blüchers Grabstätte in Krieblowitz/Schlesien. Diese sieht derzeit sehr heruntergekommen und vor allem leer aus. Weiss jemand, wo die Gebeine hingekommen sein könnten? Wurde sie vielleicht wie die von Clausewitz und Gneisenau von der VR Polen in die DDR überführt?


Als erstes mal in die DDR-offizielle Blücher-Biographie geschaut (Tom Crepon, Gebhard Leberecht von Blücher. Leben und Kämpfe. Verlag Neues Leben Berlin, 1988). Die Beerdigung in einem Denkmal auf einem Hügel zwischen Breslau und Krieblowitz wird erwähnt, aber keine Umbettung.

Wie war das Verhältnis der Polen zu Blücher? Friedrich der Große hatte am 29.8.1770 befohlen, einen Sperrkordon gegen die aus Rußland über Polen heranziehende Pest zu bilden, entlang des Flusses Netze, ohne sich drum zu scheren, daß das z.T. polnisches Territorium war. Zu der Zeit herrschte in Polen Bürgerkrieg.
Blücher, 28 Jahre alter Oberleutnant bei den Belling-Husaren, wird im Kordon eingesetzt, hat mit 40 Reitern im November 1770 in Deutsch-Krone ein Gefecht mit polnischen Reitern, nimmt über 80 von ihnen gefangen. Friedrich der Große persönlich zeichnet ihn aus und befördert ihn lange vor der Zeit zum Stabsrittmeister. Dann geraten einige Blücher-Husaren in Gefangenschaft und werden ermordet, mit den Köpfen nach unten in einen Sumpf gesteckt. Schwadronschef Blücher läßt Dutzende Polen erschießen und nimmt bei einem Priester eine Scheinhinrichtung vor (verkleidete Husaren als „Richter“ verurteilen ihn, ein Grab wird ausgehoben, der Priester dorthin geführt, ihm werden die Augen verbunden, und dann schießt das „Exekutionskommando“ knapp über den Kopf des Priesters hinweg, der darüber den Verstand verliert). Jedenfalls betragen sich nun die preußischen Truppen so übel, daß Regimentschef Belling abgesetzt wird, und im Oktober 1771 wird ein Untergebener Blüchers, Oberleutnant von Jägersfeld, an Blücher vorbei zum Major befördert. Daraufhin nimmt Blücher seinen Abschied.
Will sagen: Blücher hat in Polen 1771 so arg gemordet und terrorisiert, daß es sogar Friedrich dem Großen zuviel wurde, besonders das „Husarenstückchen“ mit dem Priester. Wenn sich in Polen die Erinnerung daran erhalten hat, dann ist das Krieblowitzer Grabmal wahrscheinlich geschändet worden.

  • Django -

P.S.: Der preußische Pestkordon hat gehalten. In der Stadt Moskau starben 50.000 Menschen an der Pest, zeitweise 900 täglich. Galizien, Wolhynien und Westpolen wurde von der Pest befallen. Preußen blieb pestfrei. Der Kordon an der Netze hat Hunderttausenden das Leben gerettet.