Panzergrenadier 1943

Von: , Frage gestellt am So, 13. Mai 2001

Hallo Experten,
mein Großvater verlor im WK II ein Bein und die dazugehörige Geschichte wirft bei mir ein paar Fragen auf. Allerdings ist dieses -im folgenden kurz geschilderte- Ereignis auch das einzige, was ich vom Kriegseinsatz meines Großvaters weiß.

Er bafand sich im Herbst 1943 als Panzergrenadier im Rang eines Obergefreiten (laut Soldbuch) an der Ostfront. Gemeinsam mit mindestens einem Kameraden lag er in einem Gebüsch in Deckung, die Hauptbewaffnung dieses kleinen Trupps war ein Maschinengewehr. Als sich mehrere russische Panzer dieser Position näherten, beschlossen mein Großvater und sein(e) Kamerad(en), sich zurückzuziehen. Sie verfügten offenbar über keine panzerbrechende Waffe und befürchteten zudem, die feindlichen Panzer könnten sie entdecken und das Gebüsch überrollen, um dort verborgene Soldaten zu töten. Ziel ihres Rückzuges war ein offenbar zu ihnen gehöriger LKW, der sowohl luftbereift war als auch über Ketten verfügte. Dort angekommen gerieten sie unter feindlichen Beschuß durch Panzer, die bereits "im Direktschuß" feuerten. Splitter einer Granate kostete in dieser Situation schließlich meinen Großvater sein Bein.

Mir stellen sich nun folgende Fragen:
1. Wie stellten sich Trupps wie der meines Großvaters zusammen (Stärke, Bewaffnung, Aufgabenverteilung)?
2. In welcher Form war solch ein Trupp von höchstens ein paar Soldaten in einen größeren Verband welcher Art eingebunden?
3. Was war der militärische Verwendungszweck solcher Trupps (Aufklärung, Sicherung, ...)?
4. Um welche Art Fahrzeug könnte es sich bei dem beschriebenen LKW gehandelt haben?
5. In welcher Situation bzw. ab welcher Entfernung konnten angreifende Panzer "im Direktschuß" zu feuern?

Ich weiß, daß ich viel zu lesen gebe und viele Fragen beantwortet haben möchte. Ich würde mich über jegliche (Teil)-Antwort allerdings sehr freuen.

Im voraus vielen Dank sagt

Johannes Müller

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
    Re: Panzergrenadier 1943

    Hallo Johannes! 1. Wie stellten sich Trupps wie der meines Großvaters zusammen
    (Stärke, Bewaffnung, Aufgabenverteilung)?

    Die Aufstellungen solcher Trupps war verschieden. 2-10 Mann als Sicherung (mit MG-Bewaffnung gegen Infanterie, meist noch Stabgranaten, teils mit Gewehren etc.) oder als Alarmposten wurden so Aufgestellt. Gesichert wurden diese normalerweise (wenn vorhanden) durch PAK oder im rückwärtigen Raum liegende Panzer- und Infanterieeinheiten. 2. In welcher Form war solch ein Trupp von höchstens ein paar
    Soldaten in einen größeren Verband welcher Art eingebunden?

    Wie Du schon schreibst: Der Trupp ist die kleinste Einheit. Verschiedene Trupps sind in einem Zug eingegliedert. Mehrere Züge sind wiederrum Einheit eines Battalions. Und so weiter. 3. Was war der militärische Verwendungszweck solcher Trupps
    Aufklärung, Sicherung, ...)?

    Auch diese Frage beantwortest Du schon fast selber: Verschiedene Aufgaben hatten diese Trupps zu erfüllen. Teils Sicherung (Flankenschutz der vorgehenden Infanterie etc.), Teils Aufklärung, Alarmposten. 4. Um welche Art Fahrzeug könnte es sich bei dem beschriebenen
    LKW gehandelt haben?

    Bei solch einem Wagen könnte es sich um einen Halbketten-LKW Sdkfz 11 oder um einen Gleisketten-LKW "Maultier" gehandelt haben. 5. In welcher Situation bzw. ab welcher Entfernung konnten
    angreifende Panzer "im Direktschuß" zu feuern?

    Ich meine 200 - 300 Meter (bin mir aber nicht ganz sicher). Bei direkten Vorstössen der Panzer konnten diese direkt die Ziele angehen (bei gegenseitigem Feuerschutz).

    Ich bin mir bei den Antworten nicht 100%ig sicher, falls jemand bessere Antworten (oder richitge!) hat, bitte verbessern!!!

    Gruß, Markus

  2. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Panzergrenadier 1943

    Hallo, Mir stellen sich nun folgende Fragen:
    1. Wie stellten sich Trupps wie der meines Großvaters zusammen
    (Stärke, Bewaffnung, Aufgabenverteilung)?
    Es handelte sich wohl um einen Alarmposten, obwohl Alarmposten mit MG etwas ungewöhnlich sind. Sie haben normalerweise den Auftrag die eigene Truppe vor Überraschungen zu schützen. Je nach Auftrag kann schwacher Feind bekämpft werden müssen oder bei starkem Feind ist Ausweichen angesagt. 2. In welcher Form war solch ein Trupp von höchstens ein paar
    Soldaten in einen größeren Verband welcher Art eingebunden?
    Ein Trupp ist Teil einer Gruppe. Ein Zug bestand Anfang des Krieges aus vier Gruppen und einem Zugtrupp, eine Kompanie hatte drei Züge, einen Kompanietrupp etc.. 3. Was war der militärische Verwendungszweck solcher Trupps
    (Aufklärung, Sicherung, ...)?
    Im allgemeinen war es nur Sicherung. 4. Um welche Art Fahrzeug könnte es sich bei dem beschriebenen
    LKW gehandelt haben?
    Es könnte sich um ein Sonderkraftfahrzeug 250/?, 251/?, Kettenkrad?, oder Maultier gehandelt haben. Ein Zugkraftwagen wäre auch möglich. 5. In welcher Situation bzw. ab welcher Entfernung konnten
    angreifende Panzer "im Direktschuß" zu feuern?
    Die deutsche Kampfwagenkanone 43/L41 konnte auf 2000 Meter so ziemlich jeden gegnerischen Panzer vernichten. Ein T34 konnte auf diese Entfernung auch ein schwach gepanzertes Ziel vernichten.
    Gruss
    Rainer

  3. Antwort von nach 19 Tagen 0 hilfreich
    Re: Panzergrenadier 1943

    Mir stellen sich nun folgende Fragen:
    1. Wie stellten sich Trupps wie der meines Großvaters zusammen
    (Stärke, Bewaffnung, Aufgabenverteilung)?
    Hallo!
    Festzuhalten gilt auch: Viele deutsche Soldaten sind bereits 1943 OHNE Waffen an die Ost-Front geschickt worden. So auch der Bruder meines Schwiegervaters.

    Gruß
    Hardo

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